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Der Strukturfunktionalismus, eine theoretische Richtung der Soziologie, betrachtet soziale Systeme als ihre eigene Existenz erhaltende Gebilde. Es wird untersucht, welche Bestandsvoraussetzungen gegeben sein müssen, um den Bestand strukturell zu sichern und welche Funktion diese Struktur hat. Zum Teil wird der Strukturfunktionalismus zu den Handlungstheorien gezählt.

Nach Talcott Parsons etwa muss ein System vier Funktionen erfüllen (AGIL-Schema):

  • Adaption (Anpassung)
    Auf der Stufe des allgemeinen Handlungssystems liegt der Problemfokus auf der Anpassung des Systems an die situativen Bedingungen. Zuständig für die Adaption auf gesellschaftlicher Ebene ist das Wirtschaftssystem.
  • Goal-Attainment (Festlegung und Verfolgung von Zielen)
    Zuständig für die Zielerreichung auf gesellschaftlicher Ebene ist das politische System
  • Integration (Eingliederung)
    Zuständig für die Integration auf gesellschaftlicher Ebene ist das Normensystem
  • Latent Pattern maintenance (ständige Aufrechterhaltung und Erneuerung von Wertmustern)
    Zuständig für die Aufrechterhaltung von Wertmustern auf gesellschaftlicher Ebene ist das Kultursystem

Um dies zu erreichen, bildet ein System Subsysteme aus, die diese Aufgaben erfüllen (diese Subsysteme unterliegen auch wieder dem AGIL-Schema, das heißt, sie lassen sich ebenso wiederum in diese vier Teilbereiche zerlegen). Parsons gilt zwar als einer der Begründer des Strukturfunktionalismus, seine Theorie entwickelte sich jedoch weit über diese Limits hinaus zum Systemfunktionalismus.

Die gesellschaftliche Integration der Teilsysteme erfolgt dabei in zwei Richtungen, horizontal durch die "Double Interchanges", also symbolische Austauschmedien wie Geld, Macht, Einfluss oder Wertbindung. In vertikaler Richtung erfolgt die Integration in Form der Kybernetischen Kontrollhierarchie. Das heißt, in der Reihenfolge Adaption, Goal Attainment, Integration und Latent Pattern Maintenance nehmen die ermöglichenden Kräfte immer weiter ab, während die ordnungsschaffenden Kräfte immer mehr zunehmen.

Der englische Sozialanthropologe Alfred Radcliffe-Brown sah Institutionen als Schlüssel zum Erhalt der globalen sozialen Ordnung der Gesellschaft, analog zu den Organen des Körpers, und seine Studien der sozialen Funktion untersuchen, wie Bräuche dazu beitragen, die allgemeine Stabilität der Gesellschaft zu erhalten. Dabei ignorierte er die Effekte historischer Veränderungen völlig. Zusammen mit den Ergebnissen von Bronislaw Malinowski nahmen seine Beiträge den stärksten Einfluss auf den Strukturfunktionalismus.

Der Stukturfunktionalismus berief sich stark auf

Er war von bedeutendem Einfluss auf das Werk von

Kritik


Der Strukturfunktionalismus stößt bei der Frage, wie sich denn eigentlich die Grenze der Identität eines Systems bestimmen lässt, an seine Grenzen. Die Frage, wo ein System anfängt und wo es endet, ist bei einem biologischen System leicht zu beantworten: das System endet mit seinem Tod. Bei sozialen Systemen dagegen stößt man auf Probleme der Selbstreferenz: nur das System selbst kann definieren, wann es ein völlig anderes geworden ist. In den 40er und 50er Jahren wurden jedoch die Selbstreferenz noch nicht erkannt. Außerdem hielt die Theorie ideologischen Anforderungen nicht stand, denn es konnten keine radikalen Aussagen darüber getroffen werden, wann eine Systemänderung bevorsteht, welche Planungen etwa nötig seien, um traditionelle Gesellschaften in moderne Gesellschaften zu überführen (in Niklas Luhmann, Einführung in die Systemtheorie, 2. Aufl. 2004, S. 13-14).

Im übrigen wurde von Menschenrechtlern stark kritisiert, dass mit Parsons Theorien der amerikanische Staat ein Mittel fand, farbige US-Amerikaner in ihrer mit wenig Rechten gesegneten Umwelt zu halten, da dieses Verhalten ja die Struktur des funktionierenden Systems vorschrieb.

Der Strukturfunktionalismus spielt, in kritischer Entgegensetzung, eine bedeutende Rolle bei Ralf Dahrendorf.

Soziologische Theorie

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