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Eine Stromschiene ist eine Zuleitung für den elektrischen Strom für elektrisch getriebene Schienenfahrzeuge.
Stromschienen sind aus Aluminum mit fest verbunder Edelstahllauffläche oder aus Weicheisen, seltener aus Stahl, die seitlich fortlaufend neben dem Gleis montiert und an die Bahnstromversorgung angeschlossen sind. Die Stromzuführung von der Stromschiene zum Fahrzeug erfolgt über so genannte Schleifschuhe, die seitlich am Drehgestell des Fahrzeuges angebaut sind. Die Rückleitung des Stromes erfolgt bei diesem System über Räder und Schienen, wie bei anderen elektrischen Bahnen auch.
Die heutige fortgeschrittene Bauweise der isolierten Stromschienenversorgung wird hauptsächlich bei U-, S- und Stadtbahnen verwendet, die mit 750 bis 1.500 V Gleichstrom betrieben werden und überwiegend einen eigenen Bahnkörper ohne Straßenkreuzungen haben. Mit der Stromschienen-Versorgung kann vor allem für Tunnelbahnen ein kleines und kostengünstiges Lichtraumprofil realisiert werden. In der Regel sind an einem Fahrzeug zwei bzw. an einer Triebzuggarnitur vier Schleifschuhe angebaut. Mit dieser mehrfachen Ausstattung mit Schleifern werden Lücken im Stromschienenverlauf, beispielsweise in Weichenbereichen überbrückt. Dies stellt die Stromversorgung auch dann sicher, wenn ein Schleifschuh bei Hindernisberührung an seiner vorgesehenen Sollbruchstelle abfällt.
Stromschienen können von oben (z. B. Kleinprofil-U-Bahn Berlin), von unten (z. B. Großprofil-U-Bahn Berlin, U-Bahnen Hamburg, Nürnberg, München und S-Bahn Berlin) oder von der Seite (S-Bahn Hamburg) bestrichen werden. Zumindest in Deutschland sind Stromschienen mit einer isolierenden Schutzabdeckung versehen.
Gelegentlich können Stromschienen auch ein Teilstück einer Oberleitung darstellen; für Straßenbahnen mit Dachstromabnehmer wird in Tunnelstrecken normalerweise kein Fahrdraht, sondern eine Überkopf-Stromschiene vorgesehen. Konstruktiv wird meist ein normaler Kerbfahrdraht in ein Aluminium-Trägerprofil eingeklemmt. Eine solche Stromschienenkonstruktion benutzt auch die Schwebebahn in Wuppertal.
Manche U-Bahnen, wie in London und Mailand werden mit zwei Stromschienen am Gleis betrieben, wobei eine Schiene zwischen den Gleisen montiert ist. Man vermeidet auf diese Weise jegliche Streustromkorrosion in unterirdischen metallischen Anlagen wie Rohrleitungen.
In Südengland wurden ab den 1930er Jahren viele Überlandstrecken mit Stromschiene (660 V Gleichspannung) elektrifiziert, da dort das Lichtraumprofil zu klein (vor allem zu niedrig) war, um eine Elektrifizierung mit Oberleitung ohne größere Umbauten zuzulassen. Auch der Eurostar ist in der Lage, auf diesen Strecken zu fahren. Im Nahverkehr kommen hier ausschließlich Triebzüge zum Einsatz, die teilweise auch im Fernverkehr eingesetzt werden. Zudem werden auch Lokomotiven, die für den Betrieb über Stromschienen ausgerüstet sind, im Fern- und Güterverkehr eingesetzt und durch Dieselloks ergänzt. Auf einigen Strecken erreichen die Züge Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h. Höhere Geschwindigkeiten sind mit Stromschienen nicht möglich, da ab 160 km/h der Kontakt zwischen Stromschiene und Schleifer nicht mehr sicher gewährleistet ist.
Die Anwendung von Stromschienen ist nicht nur auf die Eisenbahn beschränkt. So werden auch Brückenkräne und deren Laufkatzen mit Stromschienen versorgt.
Prinzipiell kann eine Bahnlinie mit Oberleitung und Stromschiene versehen sein. Dies war zum Beispiel bei der Hamburger S-Bahn zwischen 1940 und 1955 der Fall. Allerdings kann dies sehr große Probleme mit der gegenseitigen Beeinflussung der Stromkreise geben. So kann durch den Spannungsabfall entlang der Fahrschiene Strom vom Stromschienensystem in das Oberleitungssystem (und umgekehrt) fließen. Ist eines dieser Systeme ein Gleich- und eines ein Wechselstromsystem, kann es zu einer unerwünschten Gleichstromvormagnetisierung der Transformatoren in den Unterwerken des Wechselstromsystems kommen. Aus diesen Grund vermeidet man meistens Doppelelektrifizierungen mit Oberleitung und Stromschiene.
Bei den britischen Stromschienen-Fernbahnen wird teilweise mit einer eigenen Rückleitungsschiene gearbeitet, um die Probleme zu entschärfen. Trotzdem hat sich auf den Strecken nördlich von London sowie auf dem Channel Tunnel Rail Link die Oberleitung durchgesetzt, während der Schienenverkehr im Süden und Süd-Westen des Landes weiterhin mit Stromschienen betrieben wird.
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