| Streptococcus mutans | ||||||||||||||
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| StreptococcusMutans.jpg | ||||||||||||||
| Domäne: | Bakterien |
| : | Firmicutes |
| : | Bacilli |
| : | Lactobacillales |
| : | Streptococcaceae |
| : | Streptococcus |
| : | Streptococcus mutans |
Das Bakterium befindet sich nicht von Geburt an in der Mundhöhle, da noch keine zur Festsetzung nötigen Zähne vorhanden sind. Es wird erst während des ersten Zahndurchbruchs von infizierte Bezugspersonen übertragen: Mittels Löffel, Schnuller oder Kuss („kissing disease“) erfolgt die Infektion meist durch die Mutter zwischen dem 19. und 31. Lebensmonat. Dabei gilt: Je höher der Streptococcus-mutans-Befall der Mutter, um so größer auch die Anzahl dieser Karieserreger beim Kleinkind; je später diese Übertragung erfolgt, um so größer ist für andere, harmlosere Bakterien die Chance, sich dauerhaft in der Mundhöhle einzunisten um so den schädlichen Kariesbakterien den Platz streitig zu machen. Zwischen dem Streptococcus-mutans-Befall mit behandlungsbedürftiger Karies der Mutter und dem Auftreten aktiver Milchzahnkaries beim Kind lässt sich eine eindeutige Korrelation herstellen. Eine Studie aus 2003 zeigt, dass bei hohem Zuckerkonsum und bei aktiver Karies der Mutter das Kariesrisiko des Kindes jeweils um das Vierfache erhöht ist.
Die mütterliche Übertragung lässt sich bei hoher Besiedlungsdichte effektiv durch regelmäßige Behandlung der mütterlichen Zahnoberflächen mit Chlorhexidinlack eindämmen, während Ernährungsmaßnahmen oder die mechanische Plaqueentfernung (z.B. Zähneputzen) für eine langfristige Reduzierung nicht ausreichen. Die mütterliche Übertragung lässt sich durch regelmäßige Einnahme und Spülung mit Xylitol verhindern.
Finnische Studien haben bewiesen ( z.B.1982 und 84 in Ylivieska, Finnland), dass sich durch Xylitanwendung der Mutter vor dem Zahndurchbruch beim Kind, hier mittels Kaugummi, die Übertragung von Streptococcus mutans auf das Kind vollständig verhindern lässt. Diesen Effekt könnte man als "Wegzüchtung" bezeichnen. Die Kinder dieser "vorsanierten" Mütter waren ohne weitere Maßnahmen über viele Jahre vor Zahnkaries fast vollständig geschützt. Die Umsetzung dieser Erkenntnisse zugunsten der Bevölkerung ist noch nicht erfolgt . Eine weitere Ausforschung dieser Phänomene durch die Wissenschaft steht auch im April 2006 noch aus.
Eine hohe Anzahl an S.-mutans-Keimen in der Mundhöhle, welche z.B. durch einen Speicheltest festgestellt werden, bedeutet nicht automatisch ein erhöhtes Kariesrisiko. Sie dient zwar als Indikator, kann aber in ihren Auswirkungen – bedingt durch ein individuell sehr unterschiedliches Immunsystem – sehr verschieden sein.
Eine Impfung gegen Streptococcus-mutans-Befall ist – entgegen anderweitigen Behauptungen – bisher (2004) nicht möglich (Kariesimpfung). Nitrite – als Umrötungsmittel bei Fleischwaren, zur Konservierung oder als Zusatz in Limonaden verwendet – können Streptococcus mutans daran hindern, Säure zu produzieren. Seine Eigenschaft, den oralen pH-Wert zu senken, kann durch Nitritkonzentrationen ab 20 mM effektiv blockiert werden. Es besteht die Hoffnung, dass in Zukunft nitrithaltige Mundspülungen oder Gels entwickelt werden könnten, die die orale pH-Kontrolle erleichtern und Karies und Erosionen vorbeugen können. Mögliche Nebenwirkungen müssten jedoch zunächst noch ausgiebig abgeklärt werden. Die segensreiche und wissenschaftlich untermauerte Wirkung des Xylitol wird in Deutschland zur Zeit nicht diskutiert oder beforscht. Die Gründe hierfür liegen nicht offen. Archaeen und Bakterien
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