Streitende150.jpg Streit ist eine (nicht notwendigerweise feindselige oder manifeste) Uneinigkeit zwischen mehreren Akteuren oder Parteien. Ungebräuchlich und nur noch in der Hochsprache verwandt sind Hader für einen bitteren, anhaltenden Streit und Zwietracht für einen hassvollen.
In der Umgangssprache wird (nicht durchgehend) zwischen "Streit" mit definierten Streitgegenständen (wie z.B. dem Rechtsstreit oder Wettstreit) und dem eher vagen "Zank" unterschieden (daher die unterscheidende Redensart: "Zank und Streit"). Dabei wird der Zank eher negativ, der Streit ambivalent gesehen (vgl. "zänkisch" gegenüber "streitlustig").
Notwendig für den Streit sind äußere Rahmenbedingungen (latente Ursachen) - z.B. der anhaltende Wettbewerb oder entgegengesetzte Interessen zwischen Staaten oder Parteien.
Sein manifester Ausbruch bedarf des Anlasses. Anlässe können gewichtig oder fast nichtig sein, zu ihnen gehört auch die innere Bereitschaft der Akteure, einen Streit einzugehen (ihn vom Zaun zu brechen).
In den meisten Bundesländern gibt es Gremien für Streitschlichtung, da ein Streit ansonsten oft vor Gericht kommt. Die Schlichtung soll im Gegensatz dazu beitragen, dass die beteiligten Parteien sich mit der Lage sachlich auseinandersetzen und zu einer friedlichen Lösung kommen, bei der sich beide als Gewinner fühlen. Ein festes Vorgehen gibt es nicht, da die Anforderungen ja nach Streitsache und Parteien und nach Eingriffen z.B. des Gesetzgebers variieren.
In der Soziologie ist „Streit“ ein von Georg Simmel 1908 in seiner Soziologie eingeführter Begriff (s. Der Streit), der heute (2005) fachsprachlich überwiegend als „sozialer Konflikt“ abgehandelt wird. Eine häufige Streitform in der Gesellschaft ist der Ehestreit oder Beziehungsstreit.
Im Sport erscheint der Begriff als Wettstreit (im antiken Griechenland als agon „agoon“ kulturell bedeutsam und über sportlichen Wetteifer hinaus reichend.)