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Das österreichische Strafgesetzbuch (Abkürzung StGB) regelt die grundlegenden Materien des österreichischen Strafrechts.

Geschichte


Das Strafgesetzbuch aus dem Jahr 1974 löste als Neukodifizierung mit 1. Jänner 1975 das Strafgesetz (StG) von 1803 ab und wurde seither mehrfach novelliert. Weitere Vorgänger des österreichischen Strafrechts waren das erste einheitliche Strafgesetzbuch Constitutio Criminalis Theresiana aus 1868 für das ganze habsburgische Reich und das Josefinische Strafgesetzbuch aus 1787.

Aufbau


Das StGB ist in zwei Teile gegliedert. Man unterscheidet den Allgemeinen Teil (§§1-74) und den Besonderen Teil (§§75 - 324).

Der Allgemeine Teil ist in zwei Bereiche geteilt. Der Allgemeinen Teil I (AT I) behandelt die Lehre von der Straftat. Er beinhaltet die Rechtsfolgevoraussetzungen wie Vorsatz, Fahlässigkeit, Unterlassung, Beteilung, Versuch und die Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe. Der Allgemeine Teil II (AT II) behandelt die Lehre von den Folgen der Straftat (Strafe und Verjährung).

Im Besonderen Teil sind die einzelnen Delikte beschrieben.

Wie in Deutschland sind zahlreiche Tatbestände, die nicht im StGB erfasst sind, in Nebengesetzen normiert. Das in Nebengesetzen kodifizierte Strafrecht bezeichnet man auch in Österreich als Nebenstrafrecht. Wichtige österreichische strafrechtliche Nebengesetze sind das Jugendgerichtsgesetz (JGG), Mediengesetz (MedienG), Pornographiegesetz (PornoG), Verbotsgesetz 1947 (VerbotsG), Waffengesetz (WaffG), Militärstrafgesetz (MilStG) und dem Finanzstrafgesetz (FinStrG). Darüber hinaus finden sich auch in einigen anderen Gesetzen strafrechtliche Bestimmungen, etwa im Urheberrechtsgesetz (UrhRG).

Eine Besonderheit des österreichischen Strafrechts ist der relativ weite Spielraum bei der Strafbemessung. So reicht der Strafrahmen bei Mord (Strafgesetzbuch (Österreich)/Besonderer Teil#§ 75 Mord) von einem Jahr (Strafgesetzbuch (Österreich)/Allgemeiner Teil#§ 41 Außerordentliche Strafmilderung bei Überwiegen der Milderungsgründe) bis hin zu lebenslanger Haft oder Sicherungsverwahrung.

Literatur


  • Helmut Fuchs: Österreichisches Strafrecht. Allgemeiner Teil I. 6. Auflage. Springer, Wien/New York 2004. ISBN 3-211-20672-8
  • Christian Bertel/Klaus Schwaighofer: Österreichisches Strafrecht. Besonderer Teil I (§ 75 bis 168b StGB). 9. Auflage. Springer, Wien/New York 2006. ISBN 3-211-30895-4
  • Christian Bertel/Klaus Schwaighofer: Österreichisches Strafrecht. Besonderer Teil II (§§ 169 bis 321 StGB). 6. Auflage. Springer, Wien/New York 2005. ISBN 3-211-23770-4
  • Diethelm Kienapfel: Grundriss des österreichischen Strafrechts. 11. Auflage. Manz, Wien 2005. ISBN 3-214-12176-6
  • Diethelm Kienapfel/Hans Valentin Schroll: Studienbuch Strafrecht. Besonderer Teil. Band I: Delikte gegen Personenwerte. 5. Auflage. Manz, Wien 2003. ISBN 3-214-10565-5
  • Diethelm Kienapfel/Kurt Schmoller: Studienbuch Strafrecht. Besonderer Teil. Band II. Delikte gegen Vermögenswerte. 1. Auflage. Manz, Wien 2003. ISBN 3-214-10570-1
  • Diethelm Kienapfel/Kurt Schmoller: Studienbuch Strafrecht. Besonderer Teil. Band III. Delikte gegen sonstige Individual- und Gemeinschaftswerte. 1. Auflage. Manz, Wien 2005. ISBN 3-214-14962-8

Links


Strafgesetzbuch

Strafrecht Rechtsquelle (Österreich)

 

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