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Straddle nennt sich eine Hochsprungtechnik, die seit 1968 zunehmend durch den Fosbury-Flop verdrängt wurde und seit 1980 nahezu völlig aus dem Wettkampfsport verschwunden ist, weil sie als zu kompliziert und weniger effektiv angesehen wird. Beim richtig ausgeführten Straddle (englisch: Beine Spreizen) macht der Springer eine Schrägrolle vorwärts, so dass der Oberkörper hinter der Latte abtaucht, wobei die Beine mit gebeugten Knien gespreizt werden (Froschhocke) und nacheinander die Latte überqueren. Die Landung erfolgt auf Händen und Armen und über die Schulter abrollend. Deutsche Fachvokabel: Parallel- oder Tauch-Wälzer, da der Springer sich dabei bäuchlings über die Latte wälzt.

Bedeutendste Vertreter dieser Technik waren:

  • Olympiasieger Waleri Nikolajewitsch Brumel (UdSSR), genannt der menschliche Sputnik. Er stellte Anfang der sechziger Jahre die Weltrekorde 2,23 m bis 2,28 m auf. Absprung auf Aschenbahn, Landung auf kleinem Sandhügel. (frühes Karriereende durch Motorradunfall)
  • Wladimir Jaschtschenko (UdSSR), 1977 als 17-jähriger Weltrekord mit 2,33 m; 1978 Hallenweltrekord mit 2,35 m, größte mit dieser Technik bewältigte Höhe (frühes Karriereende durch Alkoholismus).
  • Jüri Tarmak, letzter Olympiasieger, 1972, 2,23 m.
  • Rolf Beilschmidt, 1978 DDR-Rekord mit 2,31 m.
  • Rosemarie Ackermann (DDR), 1977 Weltrekord mit 2,00 m, damit erste Zweimeterspringerin.
  • Christian Schenk (DDR), letzter bedeutender Interpret dieser Technik, sprang 1988 bei seinem Zehnkampf-Olympiasieg 2,27 m, mit Abstand die größte Höhe, die je von einem Mehrkämpfer bewältigt wurde.

Thomas Zacharias (D), 1970 Westeuropas erster 2,20 m-Springer und mit 2,22 m hinter Waleri Brumel Hallen-Vizeweltrekordler, übersprang 1997 als 50jähriger 2,00 m und ist damit unangefochtener Seniorenweltrekordler (2006 Weltrekord der M55 mit 1.84 m). Er sagt: „Nach meinen eigenen und allen anderen wissenschaftlichen Messungen und Berechnungen, die ich kenne, ist die Straddle-Technik dem Flop um 5 bis 10 cm überlegen. Wenn also jemals ein Mensch 2,50 m überspringen sollte, dann im Straddle. Aber diese Erkenntnis erfordert eine geistige Mühe, die die Fachwelt offenbar nicht imstande ist aufzubringen“.

Leichtathletik

 

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