Die Straßenbeleuchtung ist die künstliche Beleuchtung von Straßen, Plätzen oder Freiräumen. Bei ihr müssen besonders die Sicherheit der Menschen und die Leichtigkeit des Verkehrs berücksichtigt werden.
Die Beleuchtung im Verkehrsraum muss für den Verkehrsteilnehmer, besonders für den Fußgänger, die Möglichkeit schaffen, den Verlauf und die Begrenzung der Straße, der Wegen, von Plätzen und Zugängen, sowie Gefahrenstellen und Hindernisse leicht und rechtzeitig zu erkennen. Als Richtschnur für die Auslegung der Beleuchtung im öffentlichen Verkehrsraum gilt die DIN 5044 "Ortsfeste Verkehrsbeleuchtung", die seit mehr als 20 Jahren in der Straßenbeleuchtung als Regel der Technik und somit Richtschnur des technischen Handelns in der Straßenbeleuchtung war. Eine Vorbedingung für die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes ist die europaweite Harmonisierung aller technischen Vorschriften. Somit wurde die europäische Normungsorganisation CEN damit beauftragt, auch die technischen Anforderungen für die Straßenbeleuchtung auf ein gemeinsames europäisches Niveau zu bringen und zu vereinheitlichen.
Es bestand Einigkeit darüber, eine gesamteuropäische Norm zur Straßenbeleuchtung zu erarbeiten. Basis der Norm sollten einerseits die einschlägigen Publikationen der CIE (Internationale Beleuchtungskommission) und die Vielzahl nationaler Normen sein, andererseits bestand von vornherein das Ziel, auch neueste Erkenntnisse der Wissenschaft und Technik in das Normenwerk einließen zu lassen.
Auf dieser Basis entstand die neue EN 13201 mit den Teilen 1 bis 4. Im April 2004 erschienen für Deutschland die Teile 2, 3 und 4 als Euronorm mit der Bezeichnung DIN EN 13 201-2 bis 13 201-4. Auch die anderen Länder mussten eine neue nationale Norm erarbeiten, eine sogenannte Anwendungsnorm oder Restnorm, in der festgelegt wird, an welchen Stellen des Straßennetzes und unter welchen Randbedingungen die in EN 13 201-2 definierten Gütekriterien anzuwenden sind. Damit werden sich die nationalen Anwendungsnormen weiterhin voneinander unterscheiden und wir werden in den einzelnen Ländern für die gleicher Anforderung verschiedenen Beleuchtungsniveaus antreffen. In Deutschland wird es nach Einführung der DIN EN 13201 keine Umrüstpflicht für Altanlagen geben. Die DIN EN 13201 ist jedoch bei der Planung von Neuanlagen und bei Sanierungen anzuwenden. Eine Restnorm der DIN 5044 wird alle Teile behandeln, die nicht in der neuen EN 13201 aufgenommen wurden. Der Teil 1 ist seit Ende 2005 veröffentlicht und komplettiert die neue Norm der Straßenbeleuchtung. Seither ist die neue Norm anzuwenden.
Eine Beleuchtung zu dekorativen Zwecken setzt die zuvor genannte Beleuchtung voraus. Sie ergänzt diese um die künstlerischen Gestaltungen mittels Licht, wie die Ausleuchtung von Gebäuden, Skulpturen, Brunnen oder Grünanlagen.
Straßenleuchten können über Erdkabel, Luftkabel oder über Freileitung gespeist werden. Letztere Form der Speisung verschwindet zunehmend in Deutschland, ist aber vielerorts noch anzutreffen. Eine direkte Versorgung mit Solarenergie bietet sich aus Kostengründen nur bei speziellen Anlagenkonstellationen (z.B. weiter Weg bis zur nächsten Stromversorgung) an.
Als Lampen/Leuchtmittel werden in Straßenleuchten meist Quecksilberdampflampe, Leuchtstofflampen, Natriumdampflampe- als Nieder- und Hochdruckvarianten aufgezählt. Glühlampen werden wegen ihrer geringen Lebenserwartung und ihres hohen Energieverbrauchs nicht mehr verwendet. Dies gilt auch für die früher üblichen Kohlefaserlampen. Natriumdampf-Niederdrucklampen haben die höchste Lichtausbeute, leuchten aber in einem unangenehm gelben Licht. Am wirtschaftlichsten scheint aus heutiger Sicht die Natriumdampf-Hochdrucklampe zu sein, die zwar geringere Lichtausbeuten erzielt als die NA-Niederdrucklampe, aber durch ihre kompakte Bauweise eine Lichtlenkung ermöglicht und die auf einem Kilometer installierte Leistung auf ein minimum reduziert.
Straßenleuchten werden grundsätzlich mit einphasigem Wechselstrom gespeist. Häufig sind in einer Lampe zwei Lichtkörper vorhanden, die unabhängig voneinander eingeschaltet werden können. In modernen Anlagen sind Steuergeräte, die die Spannung und damit die Helligkeit regeln, in den Lampenkörpern integriert und können so eine große Energieeinsparung ermöglichen.
Eine andere Methode ist die Abschaltung jeder zweiten Laterne. Dieses ist eine sehr gefährliche Variante. Dadurch können Dunkelzonen entstehen, in denen die Straße absolut schwarz ist und Objekte, Personen, offene Gullydeckel oder andere Hindernisse von einem Autofahrer nicht mehr rechtzeitig erkennbar sind. Das Argument, dass jedes Auto über eine eigene Beleuchtung verfügt und man deswegen die Straßenbeleuchtung folgenlos reduzieren könnte greift hier nicht, da das Abblendlicht nur für die Beleuchtung einer Distanz bis zu 40 m ausgelegt sind.
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