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Der Stone of Scone (sprich: ßton off ßkun) ist auch unter den Begriffen Coronation Stone, Stone of Desteny oder Lia-fail bekannt. Die letzten Beinamen finden sich auch beim Stein von Tara (Ort) in Irland und auch die mythologische Bedeutung und Geschichte (Herkunft des Steines) sind ähnlich. Hier dürfte es sich um einen Mythos handeln der von den Gael (in denen früher manche Forscher die Träger der Glockenbecherkultur erkennen wollten) bei ihrer Invasion auf die Inseln mitgebracht wurde.

Der Stone of Scone war im frühmittelalterlichen Königreich der Pikten im Nordosten Schottlands ein magischer Stein, der im Krönungsritual eine wesentliche Rolle spielte. Das nahe bei Perth gelegene Scone war das heilige Zentrum der Pikten, wo der Stein auch bis 1296 in der Abtei von Scone aufbewahrt wurde.

Vielleicht kommt der Königsstein aus Antrim, und Kenneth MacAlpin, der erste König des vereinigten Schottland und 36. König von Dalriada), brachte ihn über Argyll nach Scone. Angeblich (z.B. nach Ansicht der fundamentalistischen Bewegung Christian Identity) soll es sich um den Stein handeln, auf dem der Kopf des Patriarchen Jakob ruhte (Genesis 28, 10-22). Anderen Legenden nach soll der Stein durch Scota, eine Tochter eines ägyptischen Pharaohs, auf die Insel gebracht worden sein.

Jeder König wurde von einem Adligen, ab dem 12. Jahrhundert vom Earl of Fife, auf die Sandsteinplatte gesetzt. Dokumentiert ist die Krönung von Alexander II. (1214), Alexander III. (1249) und John Balliol (1292). 1296 ließ Eduard I. den Stein als Kriegsbeute in Westminster unter dem Krönungsthron der englischen Könige einbauen.

Weihnachten 1950 wurde der Stein von schottischen Studenten aus Westminster entführt und nach Schottland geschmuggelt. Da er beim Ausbau in zwei Teile zerbrochen war, wurde er heimlich repariert. Nachdem bekanntgegeben worden war, wo sich der Stein befand, wurde er von der Polizei sichergestellt und nach London zurückgebracht.

Im Juli 1996 kündigte der britische Premierminister John Major an, den Stein nach Schottland zurückgeben zu wollen. In der Presse wurde dies teilweise als schamloses Wahlmanöver dargestellt:

The Scots asked for a parliament and John Major gave them a Stone (zit. n. Sager, S. 10)
1996 wurde der Stein in einer Zeremonie nach Schottland ins Schloss von Edinburgh gebracht.

= Anspielungen
= Im Fantasyroman „The Fifth Elephant” aus dem Scheibenweltzyklus des englischen Autors Terry Pratchett ist der „Scone of Stone”, die bekannteste Ausführung des Zwergenbrots, der Krönungsstein der Zwerge von Uberwald. In der deutschen Übersetzung („Steinsemmel”) geht diese hintersinnige Anspielung auf den Scone-Stein natürlich verloren.

Literatur


  • Peter Sager;Schottland; Verlag Schöffling & Co Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-89561-672-9

Schottische GeschichteEnglische Geschichte

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