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Stiller,_Ben
 

Die Stille (v. althochdt.: stilli ohne Bewegung, ohne Geräusch) bezeichnet in der deutschen Sprache die Lautlosigkeit, auch Bewegungslosigkeit. Sie wird nicht selten als beängstigend empfunden ("unheimliche Stille", "Stille vor dem Sturm").

Abgeleitet davon ist das Verb "stillen", da der Säugling beim Trinken ruhig wird.

Gegenbegriffe sind Lärm, Krach u.ä.

Stille ist bedeutungsverwandt aber zu unterscheiden von Ruhe, bzw. Schweigen

Formen


Stille in der Natur

Die Seltenheit der Lautlosigkeit in der Natur hat sie zum Thema zahlreicher Gedichte gemacht.

  • Bergesstille (Johann Wolfgang Goethe: Über allen Wipfeln ist Ruh ...); Meeresstille (Goethe, "Meeresstille und glückliche Fahrt"); Windstille (Arnfrid Astel: WINDstille | in der Mittagshitze. | Das Zittergras | zittert nicht | vor seinem Schatten.); Winterstille (Friedrich Hebbel: "Winter-Landschaft": Unendlich dehnt sie sich, die weisse Fläche, | bis auf den letzten Hauch von Leben leer; | die muntern Pulse stocken längst, die Bäche, | es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.); auch im Sinn von Vegetationsruhe gebraucht.
  • Morgenstille (Korea wurde poetisch oft "Land der Morgenstille" genannt); Mittagsstille (Theodor Storm, "Abseits": Es ist so still. Die Heide liegt Im warmen Mittagssonnenstrahle - vgl. auch den Panischen Schrecken); Abendstille (Fritz Jöde, "Abendstille überall": Rings Stille herrscht, es schweigt der Wald, Vollendet ist des Tages Lauf); Nachtstille (Friedrich Gottlieb Klopstock, „Die frühen Gräber“: „Willkommen, o silberner Mond, | Schöner, stiller Gefährt' der Nacht!, Robert Prutz, "Nachtstille").
  • Eva Strittmatters Gedichtband: "Ich mach ein Lied aus Stille"

Technisch bezeichnete Stille

Im übertragenen Sinn

  • Grabesstille, Totenstille (nicht zu verwechseln mit dem juristischen Begriff der Totenruhe), sowie bei bestimmten Bestattungen "in aller Stille".

Religion


Im Pietismus des 18. Jahrhunderts wurde die Stille als ein mystisches Element der Frömmigkeit entdeckt. In Anknüpfung an Luthers Übersetzung "Vnd suchen falsche Sachen widder die stillen jm Lande" (Psalm 35,20) zog man sich bewusst und durchaus vernehmlich artikuliert aus der herrschenden Gegenwartskultur "in den stillen Winkel" zurück. Die als Stille im Lande bekannten Pietisten fanden ihre Basis in der 1780 gegründeten Christentumsgesellschaft. Die heute geläufigen Begriffe Andachtsstille oder Gebetsstille stammen aus dieser Bewegung.

Siehe auch


Silence | Silence (son) | Silentium | Stilte | Stillhet | Stille | Cisza

Wahrnehmung

 

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