Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, kurz SPSG, wurde nach der Wiedervereinigung Deutschlands mit Staatsvertrag vom 23. August 1994 zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg als Stiftung des öffentlichen Rechts errichtet. Am 1. Januar 1995 trat der Vertrag in Kraft.
Die SPSG ist ein Zusammenschluss der durch die Teilung Deutschlands entstandenen Verwaltungen der „Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci“ (DDR) und der „Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten“ (West-Berlin). Diese Institutionen sind aus der preußischen ’’Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten’’ hervorgegangen, die nach der Vermögensauseinandersetzung zwischen dem Haus Hohenzollern und dem preußischen Staat am 1. April 1927 gegründet worden war und 1945 aufgelöst wurde.
Die SPSG hat ihren Sitz in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Träger sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund, der seit dem Jahr 2000 rund 42 Prozent der Kosten übernimmt und der größte öffentliche Förderer ist. Weitere Unterstützung erhält die Stiftung durch zahlreiche Fördervereine und private Sponsoren.
Um die kulturhistorisch bedeutenden Anlagen und Gebäude zu erhalten, ist die SPSG nach dem Gesetz zum Staatsvertrag, Artikel 2 (1), verpflichtet:
Neben der denkmalpflegerischen Aufgabe und der Öffnung der Schlossanlagen für Besichtigungen werden jährlich Sonderveranstaltungen und Sonderausstellungen, vor allem zu Themen der preußischen Kulturgeschichte, durchgeführt. Konzerte, wie die „Schlössernacht“ in Potsdam-Sanssouci oder das „Kammeroperfestival“ in Rheinsberg, gehören seit Jahren zu den feststehenden, gut besuchten Veranstaltungen in den Schlossanlagen.
Neuer Garten einschließlich des Heiligen Sees (146 ha) mit den Gebäuden Marmorpalais, Schloss Cecilienhof, Meierei, Orangerie, Gotische Bibliothek sowie Gartenarchitekturen und weitere Parkgebäude
Park Babelsberg (114 ha) mit den Gebäuden Schloss Babelsberg, einschließlich Küchengebäude, Dampfmaschinenhaus, Flatowturm, Gerichtslaube, Kleines Schloss, Matrosenhaus sowie diverse Nebengebäude.
Historische Gebäude in Potsdam außerhalb der Parkanlagen:
Jagdschloss Stern, ehemaliger Marstall des Stadtschlosses, Dampfmaschinenhaus (Moschee), Kopfbau zum Langen Stall, Schloss Lindstedt, Belvedere auf dem Pfingstberg, Pomonatempel, Thiemann-Haus.
Schlossanlagen im Land Brandenburg:
Schloss und Park Rheinsberg (27 ha), einschließlich aller Nebengebäude, Wasserflächen und Brücken,
Schloss und Park Sacrow (38 ha),
Schloss und Park Caputh (5 ha),
Schloss und Park Königs Wusterhausen (5 ha), einschließlich der Nebenanlagen
Zur musealen Betreuung kamen im Jahr 2001 Schloss Oranienburg und Paretz hinzu.
Dem voraus ging ein von sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien angestrebter Volksentscheid mit dem Ziel der entschädigungslosen Enteignung aller zweiundzwanzig Fürstenhäuser des Deutschen Reichs. Die am 20. Juni 1926 durchgeführte Abstimmung, die erste in der Weimarer Republik, brachte 14,5 Millionen Wahlstimmen, die einem „Gesetz zur Enteignung des Fürstenvermögens“ zusagten. Eine für die Durchführung erforderliche Stimmenzahl von mindestens 20 Millionen wurde jedoch nicht erreicht.
In Folge weiterer Zugeständnisse von Seiten des Hauses Hohenzollern konnte im Oktober 1926 ein Vertrag zwischen dem ehemaligen Königshaus und der preußischen Regierung ratifiziert werden. Der als Eigentum verbliebene Immobilien- und Grundbesitz, der hauptsächlich im Osten des ehemaligen Deutschen Reichs lag, ging jedoch durch Zerstörung und Enteignung während und nach dem Zweiten Weltkrieg verloren. Nur ein Bruchteil des durch den Vertrag zugesprochenen Besitzes blieb erhalten. Heute ist nur noch die Burg Hohenzollern bei Hechingen (Baden-Württemberg) Eigentum des Hauses Hohenzollern.
Zur Verwaltung und Instandhaltung der in Staatsbesitz gekommenen Gebäude und Gartenanlagen wurde am 1. April 1927 die preußische „Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten“ gegründet, die die Schlossanlagen als Museen der Öffentlichkeit zugänglich machten. Auch hier gab es durch Kriegseinwirkung, Gebietsverlust und Beutenahme von Kulturgut durch die Sowjetarmee erhebliche Verluste. Obwohl 1955 und 1957/58 Kunstschätze aus der Sowjetunion nach Deutschland zurückkamen, fehlen in den Schlössern der SPSG bis heute mehr als dreitausend Ölgemälde, circa eintausendeinhundert Skulpturen, Tausende von Porzellanen, Möbel, achtzigtausend Bände aus den königlichen Bibliotheken und mehrere tausend Grafiken.
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