article

Der Österreichische Fußball-Cup ist ein nationaler Pokalwettbewerb, der, wie alle üblichen Fußball-Pokal-Turniere in Europa, im K.o.-System ausgetragen wird. Der Stiegl-Cup ist nach der höchsten österreichischen Liga, der T-Mobile Bundesliga, der wichtigste Wettbewerb im österreichischen Fußball.

Geschichte


In der Saison 1917/18 wurde vom NÖFV erstmals ein Pokalwettbewerb ausgeschrieben. Die Finalisten Floridsdorfer AC Wien und Wiener Amateure SV verschoben jedoch aufgrund starken Regens das Finalspiel eigenmächtig auf einen anderen Termin, woraufhin der Verband beschloss den Pokal nicht zu vergeben. Der österreichische Pokal wird daher offiziell erst seit der Saison 1918/19 vergeben. Bis 1935 wurde der Wettbewerb unter dem Namen "Wiener Cup" ausgetragen, wobei nur Fußballvereine der Stadt Wien und des Bundeslandes Niederösterreich teilnahmeberechtigt waren. Ab 1936 wurde er für ganz Österreich ausgeschrieben, wobei vor allem Grazer und Linzer Vereine sich hierbei meldeten. Während des Zweiten Weltkrieges spielten die österreichischen/ostmärkischen Vereine um den deutschen Tschammer-Pokal mit. Rapid Wien und die Vienna wurden hierbei deutsche Pokalsieger. Ab 1946 wurde wiederum ein gesamtösterreichischer Pokal ausgeschrieben. Seit den 1990er Jahren wird der ÖFB-Cups nach dem jeweils aktuellen Hauptsponsor benannt und heißt seit 2003 "Stiegl-Cup". Davor gültige Bezeichnungen waren Bull-Cup, Snickers-Cup und Memphis-Cup.

Das Finale wurde bis 2003 vorwiegend im Wiener Ernst-Happel-Stadion ausgetragen, seit 2003 wird es im EM-Stadion in Salzburg ausgetragen. Da mit dem SK Rapid und der Wiener Austria beide Finalisten aus Wien kamen, fand das Finale 2005 wieder im Wiener Ernst-Happel-Stadion statt, welches die Austria mit 3:1 für sich entscheiden konnte. Auch im Jahr 2006 war der Austragungsort des Finales Wien. Vor 20.100 Zuschauern konnte sich die Wiener Austria mit 3:0 gegen den SV Mattersburg durchsetzen.

Modus


Teilnehmer

Pro Jahr nehmen insgesamt 100 Mannschaften aus der T-Mobile Bundesliga, aus der Red-Zac Erste Liga und aus den Regional- und Landesligen Österreichs teil. Das heißt alle zehn Fußballvereine der höchsten Spielklasse und alle zehn Vereine der Zweiten Division. Weiters werden fünfzehn Vereine vom Landesverband Niederösterreich, je dreizehn Vereine von den Landesverbänden Oberösterreich und Steiermark, neun Fußballklubs des Landesverbandes Wien, je sieben von den Landesverbänden Burgenland und Kärnten, je sechs von den Landesverbänden Salzburg und Tirol und vier Fußballvereine des Landesverbandes Vorarlberg für den Wettbewerb gemeldet.

Austragung

Der Bewerb wird in einer Vorrunde und sechs Hauptrunden ausgetragen, wobei die Vorrunde nur von den Regional- bzw. Landesliga-Vereinen regionsintern ausgetragen wird. Die Auslosungen für die Spiele des Stiegl-Cups erfolgen im Rahmen einer Sitzung des Cup- und Terminkomitees oder in einer Fernsehsendung, in welcher das Komitee durch den Vorsitzenden und ein anderes Mitglied vertreten ist. Jene vier Bundesliga-Vereine, die an der UEFA Champions League bzw. am UEFA-Cup teilnehmen, greifen erst in der dritten Hauptrunde ein.

Preise

Der Pokal-Sieger erhält den vorhandenen Wanderpokal verliehen und eine Erinnerungsplakette, die der Gewinner behalten darf. Die Spieler des Pokalsiegers erhalten Cupmedaillen mit der Aufschrift "Sieger", die Spieler der im Finale unterlegenen Mannschaft Cupmedaillen mit der Aufschrift "Finalist" (pro Mannschaft 25 Medaillen).

Stiegl-Cup 2005


Das ÖFB-Stiegl-Pokal-Finale zwischen dem SK Rapid Wien und FK Austria Wien fand am 1. Juni 2005 im Ernst-Happel-Stadion statt. In diesem ersten Wiener Pokal-Derby seit 1997 konnte sich die Austria mit 3:1 durchsetzen und den ÖFB-Pokal 2005 für sich entscheiden. Nach der schnellen Führung von Burgstaller in der 5. Minute, glich die Austria durch einen herrlichen Freistoß des Polen Sebastian Mila aus. In der Folge war es den Veilchen nicht vergönnt weitere Treffer zu landen, da der Ball lieber an die Stange ging. In der 50. Minute traf Ivica Vastic zur Führung und nur zehn Minuten später traf der Tscheche Libor Sionko zum 3:1 nachdem er Payer, der einen fürchterlichen Patzer hinlegte, überhob

Austria Wien stieg ebenso wie Rapid Wien erst in der dritten Runde in den Bewerb ein und besiegte SK Sturm Graz auswärts nach einem 0:0 erst im Elfmeterschießen mit 6:5. Im Viertelfinale wartete mit dem SKN St. Pölten ein Verein der Regionalliga Ost. Die Austria nahm den Drittligisten ernst und fertigte ihn mit 6:0 ab. Schließlich besiegte Austria Wien im Halbfinale den Erstligisten FC Kärnten mit 3:0. Die Wiener sind vor knapp 2.500 Zusehern und bei strömenden Regen den Kärntnern klar überlegen und erreichen problemlos das Finale.

SK Rapid Wien spielte in der dritten Runde auswärts gegen die Amateure des SV Salzburg und konnte sich erst gegen Ende des Spiels mit 2:0 durchsetzen. Im Viertelfinale wartete auswärts der SV Mattersburg auf die Hütteldorfer. Die Rapidler gewannen das Spiel mit 3:1. Im Semifinale überzeugte Rapid Wien mit einem überraschend klaren 4:1 Erfolg über den zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Meister Grazer AK und machte das Traumfinale aus Wiener Sicht wahr.

Pokalfinali der Männer 1919-2006


Den absoluten Rekord hält Austria Wien mit insgesamt 23 Titeln, wobei in dieser Bilanz die Titelgewinne der Vorgängervereine Wiener Amateure SV und SG bzw. FK Austria-WAC Wien enthalten sind. Den Cup-Bewerb dreimal hintereinander zu gewinnen, das schafften bisher nur zwei Vereine, nämlich Austria Wien bzw. Wiener Amateure SV (1924-1926) und SK Rapid Wien (1983-1985). In zwei Perioden seit 1919 wurde der Cup-Bewerb nicht ausgetragen, nämlich zwischen 1939 und 1945 (2. Weltkrieg), sowie zwischen 1950 und 1958 (kein Bewerb ausgeschrieben).

Jahr Pokalsieger Finalist Resultat(e) Anmerkung
1919 Rapid Wien Wiener Sportclub 3:0
1920 Rapid Wien Wiener Amateur SV 5:2
1921 Wiener Amateure SV Wiener Sportclub 2:1
1922 Wiener AF Wiener Amateur SV 2:1
1923 Wiener Sportclub SC Wacker Wien 3:1
1924 Wiener Amateure SV SK Slovan Wien 8:6 nach Verlängerung (4:4)
1925 FK Austria Wien First Vienna FC 1894 Wien 3:1
1926 FK Austria Wien First Vienna FC 1894 Wien 4:3
1927 SK Rapid FK Austria-Wien 3:0
1928 Admira Wien Wiener AC 2:1
1929 First Vienna FC 1894 Wien SK Rapid Wien 3:2
1930 First Vienna FC 1894 Wien FK Austria Wien 1:0
1931 Wiener AC nach Punkten ausgetragen
1932 Admira Wien Wiener AC 6:1
1933 FK Austria Wien Brigittenauer AC Wien 1:0
1934 Admira Wien SK Rapid Wien 8:0
1935 FK Austria Wien Wiener AC 5:1
1936 FK Austria Wien First Vienna FC 1894 Wien 3:0
1937 First Vienna FC 1894 Wien Wiener Sportclub 2:0
1938 WAC Schwarz-Rot Wien Wiener Sportclub 1:0
1939-1945 Österreichische Vereine spielen im deutschen Tschammer-Pokal mit.
1946 SK Rapid Wien First Vienna FC 1894 Wien 2:1
1947 Wacker Wien FK Austria Wien 4:3
1948 FK Austria Wien SK Sturm Graz 2:1
1949 FK Austria Wien SK Vorwärts Steyr 5:2
1950-1958 Kein Bewerb ausgeschrieben
1959 Wiener AC SK Rapid Wien 2:0
1960 FK Austria Wien SK Rapid Wien 4:2
1961 SK Rapid Wien First Vienna FC 1894 Wien 3:1
1962 FK Austria Wien Grazer AK 4:1
1963 FK Austria Wien Linzer ASK 1:0
1964 ESV Admira-NÖ Energie Wien FK Austria Wien 1:0
1965 Linzer ASK 1. Wiener Neustädter SC 1:0, 1:1
1966 ESV Admira-NÖ Energie Wien SK Rapid Wien 1:0
1967 FK Austria Wien Linzer ASK 1:1 Losentscheid für Austria
1968 SK Rapid Wien Grazer AK 2:0
1969 SK Rapid Wien Wiener Sportclub 2:1
1970 FC Wacker Innsbruck Linzer ASK 1:0
1971 FK Austria Wien SK Rapid Wien 2:1
1972 SK Rapid Wien Wiener Sportclub 1:2, 3:1
1973 SpG Wattens-Wacker Innsbruck SK Rapid Wien 1:0, 1:2
1974 FK Austria Wien SV Austria Salzburg 2:1, 1:1
1975 SpG Wattens-Wacker Innsbruck SK Sturm Graz 3:0, 0:2
1976 SK Rapid Wien SpG Wattens-Wacker Innsbruck 1:0, 1:2
1977 FK Austria-WAC Wien Wiener Sportclub 1:0, 3:0
1978 SpG Wattens-Wacker Innsbruck SK Vöest Linz 1:1, 2:1
1979 SpG Wattens-Wacker Innsbruck FC Admira/Wacker (Maria Enzersdorf) 1:0, 1:1
1980 FK Austria Wien SV Austria Salzburg 0:1, 2:0
1981 Grazer AK SV Austria Salzburg 0:1, 2:0
1982 FK Austria Wien FC Wacker Innsbruck 1:0, 3:1
1983 SK Rapid Wien FC Wacker Innsbruck 3:0, 5:0
1984 SK Rapid Wien FK Austria Wien 1:3, 2:0
1985 SK Rapid Wien FK Austria Wien 3:3, 6:5 nach Elfmeterschießen
1986 FK Austria Wien SK Rapid Wien 6:4 nach Verlängerung
1987 SK Rapid Wien FC Swarovski Tirol 2:0, 2:2
1988 Kremser SC FC Swarovski Tirol 2:0, 1:3
1989 FC Swarovski Tirol FC Admira/Wacker (Maria Enzersdorf) 0:2, 6:2
1990 FK Austria Wien SK Rapid Wien 3:1 nach Verlängerung
1991 SV Stockerau SK Rapid Wien 2:1
1992 FK Austria Wien FC Admira/Wacker (Maria Enzersdorf) 1:0
1993 FC Wacker Innsbruck SK Rapid Wien 3:1
1994 FK Austria Wien FC Linz 4:0
1995 SK Rapid Wien DSV Leoben 1:0
1996 SK Sturm Graz FC Admira/Wacker (Maria Enzersdorf) 3:1
1997 SK Sturm Graz First Vienna FC 1894 Wien 2:1
1998 SV Ried im Innkreis SK Sturm Graz 3:1
1999 SK Sturm Graz LASK Linz 1:1 4:2 nach Elfmeterschießen
2000 Grazer AK SV Austria Salzburg 2:2 4:3 nach Elfmeterschießen
2001 FC Kärnten FC Tirol Innsbruck 2:1 nach Verlängerung
2002 Grazer AK SK Sturm Graz 3:2 1. Grazer Derby im Cupfinale
2003 FK Austria Wien FC Kärnten 3:0
2004 Grazer AK FK Austria Wien 3:3 5:4 nach Elfmeterschießen
2005 FK Austria Wien SK Rapid Wien 3:1
2006 FK Austria Wien SV Mattersburg 3:0

Statistik (Männer)



ÖFB-Stiegl-Ladies-Cup 2005


Das Finale des Stiegl-Ladies-Cup 2004/2005 wurde vor 500 Zuschauern in Kammer/Schörfling am Attersee ausgetragen. Titelverteidiger SV Toyota Frech Neulengbach wurde seiner Favoritenrolle im Endspiel gegen den Innsbrucker AC/FC Tiroler Loden gerecht und gewann mit 2:1. Mit diesem Sieg holten sich die Niederösterreicherinnen den dritten Pokalsieg in Folge. Die Tore für die Neulengbacherinnen erzielten Celouch (29.) und Stehrer (73., Eigentor), für Innsbruck traf Metzler (79.).

Pokalfinali der Frauen 1973-2005


Der Pokalbewerb der Frauen wird seit 1972/73 ausgetragen und steht seit 1992 unter der Obhut des ÖFB. Rekordcupsieger ist der USC Landhaus Wien mit 11 Titeln. Dahinter folgen Union Kleinmünchen Linz mit 6 und DFC Ostbahn XI Wien mit 5 Pokalsiegen. Die 10 Vereine der ÖFB-Frauenliga (davor Frauen-Bundesliga) steigen erst in der dritten Runde in den Bewerb ein.

1976
||
USC Landhaus Wien
||-||
SV Kagran
||3:1 / 3:0|| ||| >
Jahr Pokalsieger FinalistResultat(e)ElfmeterAnmerkung
1973
-16:0 / 10:0 >
1974
-1:1 n.V.2:1 n.E. >
1975
-2:0 >
1977
-2:0 >
1978
-5:0 / 5:1 >
1979
-3:2 >
1980
-1:1 n.V.2:1 n.E. >
1981
-4:0 >
1982
-3:2 >
1983
-3:0 >
1984
-3:1 >
1985
-2:0 >
1986
-1:0 >
1987
-2:1 >
1988
-3:2 >
1989
nicht ausgespielt
-
>
1990
-2:10 >
1991
-3:2 >
1992
nicht ausgespielt
-
>
1993
-3:0 >
1994
-1:1 n.V.1:1 n.E. >
1995
-1:0 >
1996
-2:0 >
1997
-3:2 >
1998
-3:1 >
1999
-6:0 >
2000
-5:3 >
2001
-10:1 >
2002
-11:0 >
2003
-5:1 >
2004
-12:0 >
2005
-2:1 >
2006
-0:0 >

Statistik (Frauen)


Pokalsiege Finalist Finalteilnahmen USC Landhaus Wien 11 7 18 Union Kleinmünchen Linz 6 3 9 DFC Ostbahn XI Wien 5 1 6 SV Neulengbach 3 1 4 FS Elektra Wien 2 2 4 SC Brunn am Gebirge 1 0 1 Innsbrucker AC 1 2 3 FC Wacker Innsbruck 1 0 1 DFC LUV Graz 1 4 5 1. DFC Leoben 3 3 SV Kagran 2 2 DFC Heidenreichstein 2 2 DFC Austria Brunn 2 2 (1 x als SG Alland-Brunn) FC Südburgenland 1 1 ASV St. Margarethen/L. 1 1

Quellen



Fußballwettbewerb für Vereinsmannschaften | Sport (Österreich)

Austrian Cup | Coupe d'Autriche de football | Oostenrijkse beker (voetbal) | Österrikiska cupmästare i fotboll

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "ÖFB Pokal".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld