Stickoxide oder Stickstoffoxide ist eine Sammelbezeichnung für die gasförmigen Oxide des Stickstoffs. Sie werden auch mit NOx abgekürzt, da es auf Grund der vielen Oxidationsstufen des Stickstoffs mehrere Stickstoff-Sauerstoff-Verbindungen gibt. Manchmal wird die Abkürzung NOx auch für die sogenannten Nitrosen Gase (siehe unten) verwendet.
| Wertigkeit von N | Summenformel | Bezeichnung |
|---|---|---|
| +1 | N2O | Distickstoffmonoxid (Lachgas) |
| +2 | NO | Stickstoffmonoxid |
| +3 | N2O3 | Distickstofftrioxid, |
| +4 | NO2 | Stickstoffdioxid |
| +5 | N2O5 | Distickstoffpentoxid |
Stickoxide wirken oxidierend und können als Oxidationsmittel eingesetzt werden (teilweise Verwendung in der Raketentechnik):
N2O wird auch Lachgas genannt; es wird als Narkosemittel verwendet. Der Treibhauseffekt von N2O ist 150-mal stärker als der von CO2.
Stickstoffmonoxid tritt im menschlichen Körper als Botenstoff auf und findet in der Behandlung unter anderem von Angina Pectoris Anwendung.
Distickstofftrioxid: Ist in kondensierter Form (-21°C) tiefblau und in fester Form (-102°C) blassblau gefärbt. Bei Temperaturen oberhalb 0°C zerfällt die Verbindung in Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid. Aufgrund dieser Eigenschaft kann man den Siedepunkt nicht feststellen.
Die typisch rotbraunen Dämpfe der nitrosen Gase werden im Wesentlichen durch das Stickstoffdioxid, NO2, hervorgerufen. Nitrose Gase haben einen charakteristischen stechenden Geruch und können mit Verzögerung von mehr als 24 Stunden nach dem Einatmen noch zu einem Lungenödem führen. Bei Männern kann zudem Impotenz bei häufigerem Einatmen als Spätfolge eintreten.
Die in diesem Zusammenhang erwähnte „NOx“ setzen sich in der Feuerung zu etwa 95% NO und 5% NO2 zusammen. Mit Hilfe der Reaktionskinetik lässt sich die Änderung der Konzentrationen des NOx beschreiben. Hierbei sind letztlich die Konzentrationen von N2 und O als auch die Temperatur maßgebliche Einflussfaktoren:
Der Exponentialterm ist der Ansatz über die Arrhenius-Gleichung, cN2 und cO die Konzentrationen zu Beginn der Reaktion.
Startreaktion ist die Umsetzung von Luftstickstoff mit atomarem Sauerstoff, in der Stickstoffradikale entstehen. Diese oxidieren in der zweiten Reaktion weiter:
(1)
(2)
Der dritte Schritt berücksichtigt, dass die bei der Verbrennung entstehenden Hydroxid-Radikale (OH) ebenfalls mit Stickstoff umsetzen können:
(3)
Mit der Bildung von thermischem NOx ist bei Verbrennungstemperaturen ab etwa 1250°C zu rechnen, die Bildungsrate nimmt mit der Temperatur exponentiell zu. Unterhalb dominiert bei stickstoffhaltigen Brennstoffen das so genannten „Brennstoff-NOx“ oder „fuel-NOx“. Ebenso haben der angebotene Sauerstoff und die Verweilzeit der Reaktionspartner in der Verbrennungszone einen Einfluss auf die NOx-Entstehungsrate. Untersuchungen zur Stickoxidbildung am Lichtbogenofen belegen, dass neben den technischen Verbrennungsprozessen fossiler Brennstoffe wie Erdöl oder Erdgas auch O2/N2 Plasmen gute Bildungsbedingungen für Stickoxide aufweisen.
Quelle dieser NOx-Art sind die im Brennstoff gebundenen Anteile an Stickstoff, die während der Verbrennung in NOx umgesetzt werden. Die mitgeführte Menge an Stickstoff ist stark brennstoffabhängig, dementsprechend variieren auch die durch die Verbrennung entstehenden Anteile von thermischem und Brennstoff-NOx im Rauchgas.
Einige Beispiele sind (Anteile in %):
Wesentliche Quelle für Brennstoff-NOx sind die flüchtigen Bestandteile des Brennstoffes.
Brennstoff-NOx entsteht ab Temperaturen um etwa 800°C vorwiegend in den Flammenfronten der Feuerungsanlagen. Hierbei durchläuft der mitgeführte Brennstoff mehrere Reaktionsschritte, die über Blausäure (HCN) und Hydrazin (NHn) zu NO bzw. N2 führen. N2 und NO können mit Kohlenwasserstoff-Radikalen (CHn) eine Rückreaktion zu HCN durchlaufen („Reburning“) und hierbei wieder zu NO oder aber zu molekularem Stickstoff (N2) umsetzen. Dadurch erhöht sich in der Summe die Menge an molekularem Stickstoff. Diesen Effekt macht man sich in der so genannten „Brennstoff-Stufung“, einer primären Schadstoff Minderungsmaßnahme, zu Nutze.
Wesentlicher Einflussfaktor sind die entstehenden Kohlenwasserstoff-Radikale, die als Zwischenprodukte der Verbrennung kohlenstoffhaltiger //de.wikipedia.org/wiki/Brennstoff#Fossile_Brennstoffe fossiler Brennstoffe vorliegen. Deren Bildungsmechanismen sind äußerst komplex und bisher noch nicht vollständig erfasst und verstanden. Promptes NOx entsteht in sehr schnellen Bildungsreaktionen in vergleichbar geringen Mengen und ist im Vergleich zum thermischen NOx kaum temperaturabhängig, wenngleich der Anteil mit steigender Temperatur zunimmt.
Stoffgruppe | Umweltschutz | Gas
Азотен оксид | Kvælstofoxid | Nitrogen oxide | Óxidos de nitrógeno | Stikstofoxiden | Tlenek azotu
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"Stickoxide".
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