| Strukturformel | |
|---|---|
| Stickstoffmonoxid.png | |
| Allgemeines | |
| Name | Stickstoffmonoxid |
| Andere Namen | Stickstoffoxid, Stickoxid |
| Summenformel | NO |
| CAS-Nummer | 10102-43-9 |
| Kurzbeschreibung | farbloses Gas |
| Eigenschaften | |
| Molmasse | 30,01 g/mol |
| Aggregatzustand | gasförmig |
| Dichte | 1,3402 g/L |
| Schmelzpunkt | -163,6 °C |
| Siedepunkt | -151,8 °C |
| Dampfdruck | ? Pa (x °C) |
| Löslichkeit | schlecht in Wasser (67 mg/L) |
| Sicherheitshinweise | |
| R- und S-Sätze | R: 8-26-34 |
| MAK | 25 ppm |
Stickstoffmonoxid ist ein farbloses Gas mit der Formel NO.
1998 wurde der Nobelpreis für Physiologie und Medizin an die Amerikaner Robert Furchgott, Ferid Murad und Louis Ignarro verliehen. Den Forschern gelang es erstmals, die große Bedeutung des NO für die Blutversorgung von Organen und dessen Rolle als Botenstoff im Organismus nachzuweisen. Mit den Erkenntnissen über NO erschließen sich somit neue Möglichkeiten bei der Behandlung von Gefäßerkrankungen und den dadurch bedingten Organschäden.
Das freie Radikal NO (auch Stickoxid genannt), das von der Stickoxid-Synthase (NOS) synthetisiert wird, zerfällt schlußendlich zu Nitrit und/oder Nitrat. Stickoxid besitzt ein ungepaartes Elektron, ist (elektrisch) neutral und diffundiert daher frei durch cytosolische und membranöse Kompartimente. Trotz seiner radikalischen Eigenschaften hat Stickoxid eine ungewöhnlich lange Halbwertszeit von 2 – 3 s in biologischen Systemen und von etwa 400 s (bei einer Konzentration von 1 μM) in reinem Wasser (Hakim, Sugimori et al. 1996). Mathematische Modelle erlauben dabei den Schluß, daß Stickoxid - von einer punktförmigen Quelle für einige Sekunden freigesetzt - in biologischen Systemen etwa 200 μm diffundieren kann (Wood & Garthwaite 1994). Es wurde vorgeschlagen, dass Stickoxid das einzig bisher bekannte Radikal ist, welches unter biologischen Bedingungen eine ausreichende Stabilität besitzt, um als extrazellulärer "Messenger" zu fungieren (Saran & Bors 1994).
Der Begriff “nitrosativer Stress” wird in den letzten Jahren dem des oxidativen Stresses (siehe auch Reaktive_Sauerstoffspezies) an die Seite gestellt (Stamler & Hausladen 1990; Hausladen, Privalle et al. 1996). Es zeigte sich, daß viele Erscheinungen der Zellpathologie, die bisher den Folgen eines oxidativen Stresses zugeordnet wurden, zumindest teilweise als Ergebnis einer gesteigerten Produktion des Stickoxids zu erklären sind. Zum anderen demonstrieren Experimente, daß die destruktiven Eigenschaften des Stickoxids nicht, wie längere Zeit angenommen, von diesem selbst stammen, sondern vielmehr durch eines seiner Folgeprodukte, das Peroxynitrit(ONOO-), vermittelt sind (Bartosz 1996). Peroxynitrit entsteht durch die diffusionslimitierte Reaktion von Superoxid (auch Hyperoxid genannt) und Stickoxid und ist aufgrund seines hohen Redoxpotentials wesentlich aggressiver als seine Vorläufermoleküle.
NO wird durch das Enzym NOS (Nitric Oxide Synthase) aus der Aminosäure Arginin und Sauerstoff hergestellt (unter Verbrauch von NADPH; als weitere Endprodukte entstehen Citrullin und Wasser). Es sind heute drei NOS-Isoformen identifiziert, von denen die endotheliale NOS (eNOS) und die neuronale NOS (nNOS) konstitutiv exprimiert werden, während die induzierbare NOS-Isoform (iNOS) auf transkriptioneller Ebene induzierbar ist. Alle 3 Isoformen haben eine hohe Sequenz-Homologie zur Cytochrom_P450-Reduktase und sind in spezifischen Zelltypen lokalisiert:
1. eNOS in den Zellen an der Innenseite von Blutgefäßen (Endothelzellen): NO bewirkt indirekt, durch Erhöhung des cGMP (Cyclisches_Guanosinmonophosphat)-Spielgels die Relaxation der glatten Gefäßmuskulatur, was zu einer Vasodilatation und damit zu einer Absenkung der Nachlast des Herzens und des Blutdrucks führt. Durch diese Reaktion wurde die Wirkungsweise einer ganzen Gruppe von Medikamente verständlich, darunter Amylnitrit, Sildenafil, Nitroprussid und Nitroglycerin. Diese Medikamente setzen NO im Körper frei. Der gleiche Mechanismus liegt bei der diätetischen Behandlung von Arteriosklerose-Patienten mit Arginin selbst zugrunde. Das gasförmige NO wird im Rahmen spezieller Herzkatheteruntersuchungen verabreicht, um die Reaktion der Lungengefäße darauf zu testen.
2. iNOS in Makrophagen / Mikrogliazellen: Eine weitere Wirkung von NO ist der Schutz des Körper vor Eindringlingen. So produzieren Makrophagen große Mengen von NO, die Bakterien u.a. Zellen abtötet. Eine übermäßige Produktion von NO durch die Makrophagen kann auch Nebenwirkungen haben. So ist die gefährliche Absenkung des Blutdrucks bei einem septischen Schock zu erklären.
3. nNOS in Neuronen: NO wurde auch im Gehirn entdeckt. Dort übernimmt es die Funktion eines Botenstoffes (second Messenger), wobei es unter anderem die Synthese cGMP erhöht. Das kleine Molekül kann leicht in Zellen hinein- und hinausdiffundieren. Man vermutet hinter NO auch einen Botenstoff, der bedingt durch schnelle Diffusion relativ große Areale des ZNS modulieren kann.
2004 ist der Preis aber auf 5000 % des bisherigen Preises angehoben worden (von 70 Euro pro Tag auf 3660 Euro). Grund dafür ist, dass die Firma Linde einen der zahlreichen NO-Hersteller samt seinen Patentrechten an inhalierbaren NO aufkaufte, und daraufhin den lange bekannten Wirkstoff über eine neue EU-Zulassung zum Medikament INOmax erklären ließ. Folge ist, dass die Firma Linde nun das Monopol für inhalierbares NO in Deutschland hat und den Preis quasi beliebig festlegen kann. Dies hätte dazu führen können, dass Krankenkassen nicht mehr bereit gewesen wären, einen Einsatz von NO zu finanzieren.
Nachdem sich öffentlicher Druck bezüglich der Vermarktungspraxis des Linde-Konzerns bei seinem Produkt INOmax aufgebaut hatte, erklärte das Europäische Patentamt am 17. November 2004 nach einem Einspruch der Linde-Wettbewerber Air Products und Air Liquide das von Linde genutzte Patent zur Nutzung von Stickstoffmonoxid gegen Lungenfunktionsstörungen für unwirksam.
Chemische Verbindung | Neurotransmitter | Gift | Biomolekül
Азотен оксид | Oxid dusnatý | Nitrogenmonoxid | Nitric oxide | Óxido nítrico | Monoxyde d'azote | Ossido di azoto | 一酸化窒素 | Stikstofmonoxide | Tlenek azotu(II) | Óxido nítrico | 一氧化氮
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