article

Eigenschaften

*2s22p3
14
7
N
Periodensystem
Kohlenstoff - Stickstoff - Sauerstoff
 
N
P  
 
 
Allgemein Name, Symbol, Ordnungszahl Stickstoff, N, 7 Serie Nichtmetalle Gruppe, Periode, Block 15 (VA), 2, p Aussehen farblos Massenanteil an der Erdhülle 0,03 % Atomar Atommasse 14,0067 u Atomradius (berechnet) 65 (56) pm Kovalenter Radius 75 pm van der Waals-Radius 155 pm Elektronenkonfiguration href="http://articles.gourt.com/de/Helium">He2s22p3 Elektronen pro Energieniveau 2, 5 1. Ionisierungsenergie 1402,3 kJ/mol 2. Ionisierungsenergie 2856 kJ/mol 3. Ionisierungsenergie 4578,1 kJ/mol 4. Ionisierungsenergie 7475,0 kJ/mol 5. Ionisierungsenergie 9444,9 kJ/mol 6. Ionisierungsenergie 53266,6 kJ/mol 7. Ionisierungsenergie 64360 kJ/mol Physikalisch Aggregatzustand gasförmig Modifikationen 1 Kristallstruktur hexagonal Dichte 1,2506 kg/m3 (bei 273 K) (-) Magnetismus - Schmelzpunkt 63,14 K (-210,01 °C) Siedepunkt 77,35 K (-195,80 °C) Molares Volumen 22,4 · 10-3 m3/mol Verdampfungswärme 2,7928 kJ/mol Schmelzwärme 0,3604 kJ/mol Dampfdruck - Schallgeschwindigkeit 334 m/s bei 298,15 K Spezifische Wärmekapazität 1040 J/(kg · K) Elektrische Leitfähigkeit - Wärmeleitfähigkeit 0,02598 W/(m · K) Chemisch Oxidationszustände -3, 2, 3, 4, 5 Hydride und Oxide (Basizität) (stark sauer) Normalpotential - Elektronegativität 3,04 (Pauling-Skala) Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
13N {syn.} 9,965 m ε 2,220 13C
14N 99,634 % N ist stabil mit 7 Neutronen
15N 0,366 % N ist stabil mit 8 Neutronen
16N {syn.} 7,13 s β- 10,419 16O
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt,
gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Der Name Stickstoff (Nitrogenium) bezeichnet das chemische Element aus dem Periodensystem der Elemente mit dem Symbol N und der Ordnungszahl 7. Man spricht auch von atomarem Stickstoff. Elementar tritt Stickstoff jedoch nur in Form eines kovalenten Homodimers, einer chemischen Verbindung aus zwei Stickstoff-Atomen, auf (→ molekularer Stickstoff, auch Distickstoff (vgl. Disauerstoff), Summenformel N2).

Molekularer Stickstoff ist ein Hauptbestandteil der Luft. Er ist in der Umwelt ein wichtiger Dünger, der durch Stickstofffixierung auf natürlichem Wege im Humus angereichert wird. In atomarer Form ist er als Baustein der Proteine ein wichtiges Hauptnährelement aller Organismen. Stickstoff ist ein zentrales Element im Stickstoffkreislauf der Ökosysteme und wurde, da es in Mineralien relativ selten auftritt, auf der Erdoberfläche und im Wasser fast ausschließlich biotisch angereichert.

Das Elementsymbol N leitet sich von der lateinischen Bezeichnung nitrogenium (von altgriech. νιτρον „Laugensalz“ und altgriech. γενος „Herkunft“) ab. Die deutsche Bezeichnung Stickstoff erinnert daran, dass molekularer Stickstoff Flammen löscht („erstickt“) oder dass ein Lebewesen (z. B. ein Mensch) in reinem Stickstoff erstickt.

Geschichte


Chemische Verbindungen des Stickstoffs, wie Nitrate und Ammoniumsalze, wurden schon von Alchemisten verwendet. Carl Wilhelm Scheele wies 1771 Stickstoff als Bestandteil der Luft nach. Erstmals im Jahr 1774 wurde Ammoniak von Joseph Priestley dargestellt. Durch die Einführung des Frank-Caro-Verfahrens (Kalkstickstofferzeugung nach Adolph Frank und Nikodem Caro) wurde der Luftstickstoff erstmals Anfang des 20. Jh. nutzbar gemacht. Ebenfalls Anfang des 20. Jahrhunderts wurden weitere wichtige Verfahren großtechnisch verfügbar. Zu diesen Verfahren zählen unter anderem die Gewinnung von Salpetersäure (Birkeland-Eyde-Verfahren, nach Kristian Birkeland und Sam Eyde), die katalytische Ammoniakverbrennung nach Wilhelm Ostwald sowie die Ammoniaksynthese nach Fritz Haber und Carl Bosch. 1906 gelang es dem niederländischen Physiker Heike Kamerlingh Onnes erstmals flüssigen Stickstoff mit -195,80 °C herzustellen.

Natürliches Vorkommen und Kreislauf des Stickstoffs


Schon im vorigen Jahrhundert erkannte man, dass ein großer Teil der pflanzlichen Materie Stickstoff enthält. Stickstoff ist ein wichtiges Bauelement der Pflanze. Er ist das wesentliche Element der Proteine und Proteide (Eiweißstoffe). Stickstoff ist aber auch Baustein der Enzyme, die den pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stoffwechsel steuern. Stickstoff ist für jedes Leben unentbehrlich.

Stickstoff in der Luft

Die Lufthülle der Erde besteht zu 78% aus molekularem Stickstoff. Lediglich eine kleine Anzahl von Mikroorganismen kann ihn nutzen, in ihre Körpersubstanz einbauen oder auch an Pflanzen abgeben. Pflanzen können den gasförmigen Stickstoff der Luft nicht unmittelbar nutzen. Die Überführung in eine Form, die von den Pflanzen verwertbar ist, geschieht durch

  • Knöllchenbakterien: Diese sehr kleinen Lebewesen dringen in die Leguminosenwurzeln ein. Sie ernähren sich von den Assimilaten der Pflanze. Im Tausch dafür liefern sie der Wirtspflanze Stickstoff, den sie selbst direkt aus der Luft aufnehmen. Diese Lebensgemeinschaft heisst Symbiose. Sie kommt bei höheren Pflanzen bei Leguminosen vor.
  • Freilebende Mikroorganismen: Die nichtsymbiotische Stickstoffbindung ruht auf der Fähigkeit einiger freilebender Mikroorganismen (z. B. Azotobacter) und Algen, Luftstickstoff zum Aufbau von körpereigenem Eiweiß zu verwenden. Bei Ackerbaulicher Nutzung wird die Größenordnung der Bindung von atmosphärischem Stickstoff durch freilebende Mikroorganismen mit 5-15 kg/ha und Jahr angenommen.
  • Elektrische Entladung bei Gewittern: In niederschlagsreichen Gebieten können jährlich 20-25 kg N/ha und Jahr durch Regenfälle dem Boden zugeführt werden.
  • Ammoniak-Synthese: Die Chemiker Haber und Bosch haben zu Anfang des 20. Jahrhunderts ein Verfahren entwickelt, mit dem aus Luftstickstoff und Wasserstoff Ammoniak hergestellt werden kann. Die durch das Haber/Bosch- Verfahren möglich gewordene Nutzung des unerschöpflichen N-Vorrates der Atmosphäre hat in den zurückliegenden Jahrzehnten wesentlich zur Leistungsteigerung der landwirtschaftlichen Produktion beigetragen. Die Ernährungssicherung der Weltbevölkerung konnte damit wesentlich verbessert werden. Die Pflanze baut aus dem aufgenommenem Stickstoff pflanzliches Eiweiß auf, das Mensch und Tier als Nahrung und zum Aufbau des eigenen Körpereiweißes dient. Im menschlichen und tierischen Organismus wird das Eiweiß zum großen Teil wieder abgebaut und mit dem Kot und Harn ausgeschieden.

Stickstoff im Boden

In der Ackerkrume (A-Horizont) liegen meist mehr als 95% des Gesamt-N als organisch gebundener Stickstoff in lebender Wurzelmasse, abgestorbener Pflanzenmasse, Humusstoffen und Bodenlebewesen vor. Der Rest von weniger als 5% ist anorganischer Stickstoff in Form von Ammonium-N oder Nitrat-N und in sehr geringer Menge in Form von Nitrit-N. Der Gesamtstickstoffgehalt der Böden ist stark abhängig von deren Kohlenstoffgehalt. Er wird durch Klima und Vegetation, Bodenart, Geländegestalt und Maßnahmen des Landwirts, wie Bodenbearbeitung]], beeinflusst.

Gewinnung/Darstellung


Primär wird Stickstoff heute durch die fraktionierte Destillation verflüssigter Luft gewonnen. Dieser ist aber meistens noch durch Sauerstoff und Edelgase verunreinigt. Für das Entfernen des verbliebenen Sauerstoffs gibt es eine biologische Methode unter Verwendung von Reis-Keimlingen.

Großtechnisch erfolgt die Herstellung von Stickstoff im Rahmen des Haber-Bosch-Verfahrens zur Ammoniak-Synthese.

Eine andere Möglichkeit ist das Binden des Luftsauerstoffs unter Erhitzen an Kohle und das anschließende Auswaschen des entstandenen Kohlendioxids. Der Luftsauerstoff kann auch durch das Überleiten der Luft über glühendes Kupfer oder durch eine alkalische Pyrogallol- bzw. Natriumdithionit-Lösung entfernt werden.

Im Labor kann reiner Stickstoff durch Erhitzen auf einer wässrigen Ammoniumnitrit-Lösung oder einer Lösung des Gemisches Ammoniumchlorid/Natriumnitrit etwa 70 °C dargestellt werden:

\mathrm{NH_4NO_2 + \Delta}T\mathrm{\rightarrow 2H_2O + N_2}

Alternativ ist eine Thermolyse von Natriumazid möglich, die zur Darstellung von spektroskopisch reinem Stickstoff verwendet wird.

\mathrm{2NaN_3 + \Delta}T\mathrm{\rightarrow 2Na + 3N_2}

Eigenschaften


Molekularer Stickstoff ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, welches bei tiefen Temperaturen (-196°C) zu einer farblosen Flüssigkeit kondensiert. Stickstoff ist in Wasser wenig löslich (23,2 ml Stickstoff in 1 l Wasser bei 0 °C) und nicht brennbar.

Stickstoff geht in seinen Verbindungen vorzugsweise kovalente Bindungen ein. In der 2s2p3 Elektronenkonfiguration führt die Bildung von drei Kovalenzen zur Oktett-Komplettierung. Verbindungen, in denen dieser Bindungstypus vorkommt, sind beispielsweise:

Diesen Verbindungen ist allen eine trigonale pyramidale Struktur und ein freies Elektronenpaar zu eigen. Über dieses freie Elektronenpaar können diese Verbindungen als Nukleophile und als Basen agieren.

Der in der Natur vorkommende molekulare Distickstoff N2 ist durch die im Stickstoffmolekül vorhandene stabile Dreifachbindung und die damit verbundene hohe Bindungsdissoziationsenergie von 942 kJ/mol sehr reaktionsträge. Entsprechend hoch ist die erforderlichen Aktivierungsenergie, die gegebenenfalls durch geeignete Katalysatoren verringert werden kann.

In einer Veröffentlichung im August 2004 gaben Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz bekannt, dass sie unter Drücken von über 110 GPa bei einer Temperatur von über 2000 K eine neue kristalline Form, sogenannten polymeren Stickstoff mit Einfachbindungen erzeugt haben *.

Isotope


Neben den beiden natürlichen Isotopen 14N und 15N gibt es künstliche Isotope mit Massenzahlen von 12 bis 19. Deren Halbwertszeit beträgt zwischen 9,97 Minuten und 11 Millisekunden.

Verbindungen


Verbindungen, in denen Stickstoff vorkommt:

Verwendung


Technisch wird Stickstoff zur Synthese von Ammoniak (Haber-Bosch-Verfahren) und Kalkstickstoff sowie als Schutzgas beim Schweißen, als Lampenfüllung und bei chemischen Reaktionen verwendet. Darüber hinaus finden Stickstoffverbindungen mannigfaltige Anwendungen im Bereich der organischen Chemie und dienen als Düngemittel.

Stickstoff wird zur Füllung von Flugzeugreifen großer Flugzeuge verwendet. Der reine Stickstoff verhindert, dass Flugzeugreifen durch die große Hitzeentwicklung beim Aufsetzen während der Landung von innen in Brand geraten können.

Die umstrittene Füllung von Autoreifen mit Stickstoff wird im Artikel "Reifengas" thematisiert.

Stickstoff findet in Getränkezapfanlagen Verwendung, wenn auf Grund von baulichen Umständen (langer Leitungsweg, großer Höhenunterschied), ein hoher Zapfdruck notwendig wird. Stickstoff wird hier zusammen mit Kohlenstoffdioxid als Mischgas verwendet. Da sich Stickstoff nicht im Getränk löst, kann auch bei höheren Drücken ohne zu viel Schaumbildung bzw. Aufcarbonisierung gezapft werden.

Aufgrund des geringen Siedepunkts wird flüssiger Stickstoff als Kältemedium in der Kryotechnik eingesetzt. Der Stickstoff entzieht dabei dem Kühlgut die nötige Verdampfungswärme. Vorteilhaft gegenüber der Verwendung von flüssigem Sauerstoff bei ähnlichem Siedepunkt sind die inerten Eigenschaften des Stickstoffs. Flüssiger Stickstoff wird zur Kühlung von Hochtemperatursupraleitern sowie zur Lagerung biologischer und medizinischer Proben verwendet oder zum Schockfrieren von biologischen Material verwendet. In der Computer Tuning-Szene wird Flüssigstickstoff unter anderem als Kühlmittel der CPU verwendet. Im Tiefbau wird er zur Bodenvereisung eingesetzt.

Nachweis


Unmöglichkeit des Nachweıses der Atomaren Strukturen. Rasterelektronenmıkroskope machen 10 hoch mınus 27 Atomstrukturen nicht sichtbar. Die "Lassaignesche Probe", Kjeldahische Stickstoffbestimmung" und "Elementaranalyse" sind dafür ungeeıgnet. Stickstoff, der in organisch gebundener Form vorliegt, kann qualitativ mittels Lassaignesche Probe und quantitativ mittels der Kjeldahlsche Stickstoffbestimmung oder Elementaranalyse erfasst werden. Für anorganisch gebundenen Stickstoff werden als Nachweisreaktion die Kreuzprobe für Ammoniumionen oder die Ringprobe für Nitrationen durchgeführt. Zur Durchführung der Ringprobe wird die Probelösung (schwefelsauer, schwermetallfrei) mit frischer Eisen-II-sulfat-Lösung versetzt und mit konzentrierter Schwefelsäure unterschichtet. An der Grenzfläche zwischen beiden Flüssigkeiten werden die Nitrationen zu Stickstoffmonoxid (NO) reduziert. Dieses Radikal bildet in wässriger Lösung mit weiteren Eisenionen einen braunen Komplex, der als "Ring" an der Phasengrenze im Reagenzglas sichtbar wird:

1. Schritt: 3 Fe2+ + NO3- + H+ \rightarrow 3 Fe3+ + NO + 2 H2O (Redoxreaktion) und

2. Schritt: Fe2+ + NO + 5 H2O \rightarrow )5NO 2+ (Komplexbildungsreaktion)

Literatur


  • Markus Bernhardt-Römermann, Jörg Ewald: Einst zu wenig, heute zuviel: Stickstoff in Waldlebensgemeinschaften. Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft 66(6), S. 261 - 266 (2006), ISSN 0949-8036

Weblinks


Gruppe-15-Element | Periode-2-Element | Nichtmetall | Löschmittel | Gas

Stikstof | نيتروجين | Nitróxenu | Азот | Azot | Nitrogen | Dusík | Nitrogen | Kvælstof | Άζωτο | Nitrogen | Nitrogeno | Nitrógeno | Lämmastik | Nitrogeno | نیتروژن | Typpi | Azote | Nitróxeno | חנקן | Dušik | Nitrogén | Nitrogeno | Nitrogen | Nitro | Nitur | Azoto | 窒素 | 질소 | Nitrogenium | Stikstof | Azoti | Azotas | Slāpeklis | Hauota | Азот | Stikstof | Nitrogen | Nitrogen | Azot | Azoto | Azot | Азот | Dušik | Nitrogen | Dusík | Dušik | Азот | Kväve | நைட்ரஜன் | ไนโตรเจน | Azot | نىتروگىن | Азот | Nitơ |

 

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