Stewart Island (in der Maorisprache Rakiura) schließt sich 30 km südlich an die Neuseeländische Südinsel an. Mit - im Vergleich - etwa 68% der Fläche des Saarlandes ist sie die drittgrößte neuseeländische Insel.
Stewart Island umfasst 1746 km². Die einzige Ansiedlung auf der Insel ist Oban. Oban, in der Bucht Halfmoon Bay gelegen, hat etwa 390 Einwohner. Damit beträgt die Bevölkerungsdichte 0,2 Personen / km². Die 70x40 km große Insel ist stark bewaldet und gebirgig. Höchste Erhebung ist der Mount Anglem mit 981 m. Die Küstenlinie ist stark zergliedert, insbesondere durch Paterson Inlet, welches sich weit ins Inselinnere zieht. Von der Südinsel ist Stewart Island durch die Foveaux-Straße getrennt, die als sehr stürmisch gilt. Das Klima ist, bedingt durch warme Strömungen, die die Insel umspülen, für die südliche Lage recht moderat. Insbesondere die Winter fallen relativ mild aus. Insgesamt ist das Klima unbeständig, feucht und windig.
Geringe Spuren einer Besiedlung durch die Maori lassen sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. In der Sprache der Maori hieß die Insel außer Rakiura (Glühende Himmel) auch Te Punga o te Waka a Maui (Anker von Maui's Kanu). Insgesamt bevorzugten sie eher die kleine Ruapuke Insel auf halbem Wege zum Festland, da diese sich leichter verteidigen ließ. Captain Cook sichtete die Insel als erster Europäer bei seiner Umseglung der Südinsel im Jahre 1770. Da er annahm, Stewart Island sei mit dem Festland verbunden, nannte Cook sie Südkap und hielt weiter nach Süden.
Vollständig umsegelt und kartiert wurde das Eiland 1809 durch den britischen Walfänger Captain Willam Stewart, der der Insel auch ihren Namen gab. In der Folgezeit gab es einige europäische Besiedlungsversuche im Hinterland. Ansiedlungen wurden außerhalb von Oban gegründet, mit Sägemühlen und Fischfangstationen. Diese hatten jedoch - durch die Abgelegenheit, meist nur wenige Jahrzehnte Bestand. Ab 1890 wurde bei Port Pegasus (Südküste) versucht, eine Zinn-Mine zu etablieren. Bis zu 200 Arbeiter waren zeitweilig vor Ort. Es gab ein paar Läden und eine Postfiliale. Heute sind die Ruinen nur per Boot zu erreichen oder mittels eines mühsamen Marsches über die Insel.
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