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Als Sterbekasse (Grabe- oder Leichenkasse, Totenlade, Sterbelade, Begräbniskasse) bezeichnete man kleine, im wesentlichen die Deckung der Beerdigungskosten bezweckende genossenschaftliche, oft zweckmäßig mit Krankenkassen verbundene Lebensversicherungsanstalten, welche im Todesfall das Sterbegeld an die Erben auszahlten oder, wenn solche nicht vorhanden, auch wohl die Beerdigung selbst besorgten.

Es gab solche nachweisbar schon in Rom und bei den alten germanischen Völkern. Sie waren in Deutschland vor allem im 19. Jahrhundert sehr verbreitet und werden namentlich von den unteren Klassen benutzt, ohne daß es jedoch möglich wäre, genauere Zahlenangaben über dieselben zu machen.

Sterbekassen existierten auch als Nebenzweige von etwa zehn deutschen großen Lebensversicherungsanstalten, meistens aber waren sie kleinere Privatvereine, an welchen die Beteiligung entweder nur einer bestimmten Zahl von Personen (geschlossene Kassen) oder einer nicht festgesetzten Zahl von Mitgliedern, entweder nur Personen bestimmter Kategorien (z. B. Beamten derselben Behörde, Arbeitern derselben Fabrik, Personen bestimmten Berufs etc.) oder jedem Beitrittswilligen offen stand.

Viele derselben wurden in alter unrationeller Weise ohne genügende Abstufung der Prämien (hier oft Totenopfer genannt) und ohne richtige Bemessung der Prämienreserven verwaltet und waren deshalb zum Teil wenig lebensfähig.

In England gehörten viele Sterbekassen zu den hauptsächlichsten Einrichtungen der Friendly Societies, welchen gesetzlich verboten war, für den Sterbefall von Frau und Kind mehr als die Begräbniskosten zu versichern.

Siehe auch: Lebensversicherung, Krankenkasse

Literatur


  • Hattendorf: Über Sterbekassen. Göttingen 1867
  • Heym: Die Grabekassen. Leipzig 1850
  • Fleischhauer: Die Sterbekassenvereine. Weimar 1882
  • Vorbereitet sterben. Onken Verlag, Kassel 2004

Sozialstaat

 

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