Steinway & Sons ist ein berühmter Hersteller von Klavieren und Flügeln. Die Firma wurde von Henry E. Steinway und seinen Söhnen 1853 in New York gegründet.
Heute ist Steinway & Sons ist ein Unternehmensbereich der US-amerikanischen Aktiengesellschaft Steinway Musical Instruments (NYSE:LVB), welche zahlreiche Musikintrumente herstellt und vertreibt. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus Steinway & Sons, The Selmer Company, United Musical Instruments und noch weiteren Aquisationen von Musikinstrumenteherstellern. Das internationale Unternehmen beschäftigt über 2300 Mitarbeiter in 14 Produktionsstätten in Amerika, Europa und Asien. Zum Vertriebsnetz für die Flügel und Klaviere gehören die Steinway-Häuser in Deutschland und die Steinway-Halls in London und New York.
Aus wirtschaftlichen Gründen wanderte er mit vier seiner Söhne 1851 in die USA aus. Anfangs arbeiteten sie in verschiedenen Klavierfabriken, bis sie sich 1853 als Familienunternehmen selbständig machten. Schnell stellte sich für den nun anglisierten Henry E. Steinway mit seinem amerikanischen Familienunternehmen Steinway & Sons der Erfolg ein. Ein weiterer Steinweg-Sohn, C. F. Theodor Steinweg, übernahm den väterlichen Betrieb in Seesen. Wenig später siedelte er den Betrieb nach Wolfenbüttel um. Mit der Aufnahme von Friedrich Grotrian als Geschäftspartner wurde der Betrieb ein weiteres Mal verlegt, ins benachbarte Braunschweig. Trotz der räumlichen Distanz entwickelte die Familie einen regen Schriftverkehr, um sich über viele der Steinway-Patente und Techniken auszutauschen. Die Steinwaysöhne Heinrich (Henry Jr.) und Karl verstarben im März 1865. Auf Wunsch der Familie gab Theodor Steinweg die braunschweiger Firma auf und verkaufte diese für 20.000 Taler an drei seiner Angestellten, Wilhelm Grotrian, Adolf Helfferich und H.O.W. Schulz. Danach firmierten die Instrumente dieser neuen Firma unter: Grotrian, Helfferich, Schulz, Th. Steinweg Nachfolger, später entstand daraus dann das braunschweiger Unternehmen Grotrian-Steinweg. Theodor Steinweg folgte der Familie nach New York wo er 1865 eintraf. Henry E. Steinway verstarb am 07. Februar 1871 im Alter von 74 Jahren. Sein ältester Sohn, Theodore Steinway (früher Theodor Steinweg) sowie die beiden jüngeren Söhne William und Albert († 1876) übernahmen die Leitung der Firma. William ging in Steinway Geschichte als Marketing Genie ein. Er war der Erfinder der Steinway Hall, der Steinway Concert & Artist Abteilung sowie der Wegbereiter der Hamburger Fabrik, die er zusammen mit seinem Bruder Theodor eröffnete. Theodore hingegen war der Klavierbauer und Tüftler. Er entwickelte in den nächsten Jahren viele der Steinway Patente und setzte sich durch, mit dem Wunsch ein aufrecht stehendes Klavier zu bauen. Theodore verstarb am 26.März 1889 in Hamburg. William leitete die Geschicke der Firma noch über viele Jahre und er verstand es auch die passenden Nachfolger in der Familie in die richtigen Positionen zu heben. William verstarb am 30. November 1896. Williams Neffen Charles und Fred Steinway übernahmen nun die Führung, ihr Vetter Henry Ziegler wurde Leiter der Forschungsabteilung.
SteinwayWelte1919.jpg Anfang 1900 stellte sich ein neues System zur Reproduktion von Klaviermusik als Verkaufsschlager heraus. Steinway belieferte in den folgenden Jahren Hersteller von mechanischen Einbausystemen für Reproduktionsklaviere, z. B. M. Welte & Söhne aus Freiburg, die das berühmte System Welte-Mignon einbauten, sowie die Aeolian-Company, die das Duo-Art-System entwickelt hatte, mit Klavieren und Flügeln.
steinway396.jpg Im Jahre 1903 wurde das 100.000ste Instrument fertiggestellt, welches als Geschenk an das amerikanische Volk ging und im Weißen Haus steht. Der Flügel mit der Seriennummer 100.000 wurde 1939 durch das Instrument mit der Seriennummer 300.000 ersetzt, welches bis heute ebenfalls im Weißen Haus steht. Sogenannte Art-Case-Pianos wurden ein weiteres Geschäftsfeld von Steinway. Die Kunstinstrumente wurden für viele berühmte Familien gefertigt. Auch Künstler und Architekten verewigten sich in Gehäusen von Steinway & Sons Flügeln und Klavieren.
Während des zweiten Weltkrieges wurden im Werk in New York Lastensegler aus Holz gebaut, um diese im Krieg in Europa einzusetzen. Außerdem wurde noch eine besondere Klaviereinheit gefertigt, das Victory Vertical, ein olivgrünes kleines Piano, welches zusammen mit dem Hocker in einer Kiste verpackt, aus dem Flugzeug abgeworfen werden konnte, um die GI's mit Musik zu versorgen. Das Werk in Hamburg wurde aufgrund der amerikanischen Besitzer faktisch stillgelegt, von 1941-1944 wurden dort nur ca. 100 Instrumente pro Jahr gebaut, die Holzvorräte wurden zu Gewehrkolben und Särgen verarbeitet. Während des Kriegsfinales wurde das Hamburger Werk von Bomben getroffen und schwer beschädigt. Die Produktion von Instrumenten wurde in Hamburg erst wieder 1948 aufgenommen.
Steinway_No500000.jpg In Hamburg wurden in den 60er Jahren weit über 1000 Flügel im Jahr hergestellt und verkauft. Die Lieferzeit für einen Steinway Flügel betrug ab Bestellung oft mehr als ein Jahr. In den folgenden Jahren wurden aber Investitionen vernachlässigt, was dazu führte das für den modernen Markt benötigte Produktionsstätten veraltet waren und man auf Nachfrage des Marktes nicht in der Lage war, höhere Stückzahlen zu produzieren. Die Firma Steinway war so nicht mehr länger "lukrativ" genug. So traf die Leitung der Firma Steinway den Entschluss diese zu verkaufen. 1972 ging die Firma in den Besitz des amerikanischen Medienunternehmens Columbia Broadcasting Systems, Inc. - CBS über, zu der z.B. auch Fender Gitarren und Electro Musik gehörten. 1985 verkaufte CBS die Firma an drei amerikanische Unternehmer, diese gründeten eine neue Holdinggesellschaft, die Steinway Musical Properties. 1988 wurde der "Flügel der Künstler" mit der Nummer 500.000 gefertigt. In das Sondermodell sind die Unterschriften von vielen hundert Steinway Künstlern eingraviert. Im Jahre 1995 fusionierte Steinway & Sons mit Selmer, Inc. zum größten Musikinstrumentenhersteller der USA mit dem Namen Steinway Musical Instruments, Inc. und Sitz in Boston. Zu dieser Firma gehören heute die folgenden Marken : Steinway & Sons, Boston Pianos, Essex, Selmer, Ludwig, King, Vincent Bach, und viele andere. Seit 1996 wird Steinway Musical Instruments, Inc. an der New Yorker Börse NYSE unter LVB (Ludwig van Beethoven) geführt.
Steinway New York fertigt 6 Flügelmodelle und 2 Klaviermodelle.
Flügelmodelle : S-155, M-170, O-180, L-182, A-188, B-211, D-274
Klaviermodelle : Professional Model 1098, Professional Model K'52
Steinway Hamburg fertigt 7 Flügelmodelle und 2 Klaviermodelle.
Flügelmodelle : S-155, M-170, O-180, A-188, B-211, C-227, D-274
Klaviermodelle : V-125, K-132
Boston Pianos - Diese werden unter Lizenz bei Kawai in Japan gefertigt. Viele Steinway Patente sind in die Instrumenten Serie eingeflossen und alle Konstruktionen sind von Steinway & Sons. Die Produktserie umfasst 5 Flügel und 3 Klaviermodelle
Essex Pianos - Diese werden unter Lizenz in China gefertigt. Auch die komplette Essex Serie sind eigene Konstruktionen. Die Essex Serie umfasst 4 Flügel und 3 Klaviermodelle.
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