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Unter einem Steinkistengrab versteht man einen prähistorischen Steinsarkophag.

Es besteht aus verschiedenen Steinplatten: eine oder mehrere Grundplatten, mehrere Seitenplatten und Deckenplatten. Sie werden entweder in den Boden eingetieft oder auf dem Boden aufgebaut und dann mit Erde bedeckt.

Die Toten wurden meistens in der Hockerlage bestattet (Hockerbestattung). Man vermutet dahinter Auferstehungsvorstellungen. Der Verstorbene wird zur aufgehenden Sonne ausgerichtet und Ockerfarben sollen als Lebensfarbe gelten. Die Hockerstellung wird als Schlafstellung interpretiert. Auch wurden Verstorbene in Seitenlage bestattet. Leichenverbrennung tritt nicht in Verbindung mit Steinkistengräbern auf. Oft lassen die wenigen Grabbeigaben jedoch nicht auf eine Vorbereitung auf ein Leben nach dem Tod schließen. Beigaben von Proviant deuten lediglich auf die Verpflegung für den Weg ins Totenreich oder für eine Übergangszeit bis zur Wiedergeburt.

Oftmals werden Steinkistengräber auch mehrmals verwendet. So wurden in der späten Bronzezeit viele Gräber geöffnet und nochmals belegt. Eventuell sollten die Steinsärge aus religiösen Gründen länger halten als andere Sargformen.

Steinkistengräber setzen eine höhere Kulturstufe voraus, da hierfür spezielle Werkzeuge benötigt wurden. Aufgrund der benötigten Werkzeuge schließt man darauf, dass die jeweiligen Kulturen Ackerbau betreiben konnten. Die ersten Steinkistengräber tauchen in der Jungsteinzeit auf, ca. ab 2000 vor Christus. Die ersten Steinkistengräber mit darüber liegenden Grabhügeln sind von der Baalberger Kultur erhalten.

Bestattung | Jungsteinzeit | Bronzezeit

 

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