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Marx Reichlich 001.jpg: Steinigung des Hl. Stephan, 1506]] Die Steinigung (lat. lapidatio) ist eine schon bei Israeliten (Hebräern), Griechen, Makedoniern und Persern verwendete Art der Hinrichtung. Dazu fanden sich Bürger zusammen, die meist nach einem Urteil eines Rechtsorgans (König oder Gericht) den Delinquenten durch Steinwürfe töteten.

Altes Testament


Im Alten Testament ist die Steinigung die typische Vollzugsform für die Todesstrafe. Instruktiv ist hierfür 3. Buch Mose 24,14 (u.f.), an welcher Stelle JHWH selbst zu Mose spricht:
Lass den Flucher, der den Namen des Herrn missbrauchte, vor das Lager hinausführen, und alle, die es gehört haben, sollen die Hände auf sein Haupt stützen, und dann soll ihn die ganze Gemeinde steinigen.
Weitere Beispiele finden 4. Buch Mose 14,10 und 5. Buch Mose 13,11; 17,5 und 22,21, wo die Steinigung für eine Frau verordnet wird, die beim Eheschluss nicht mehr Jungfrau war. (Vgl. auch 2. Buch Mose 21,29 und Lev 20,16).

Steinigung im Neuen Testament


Im Neuen Testament scheint die Steinigung – auch außerhalb der Vorschriften des mosaischen Gesetzes – eine übliche Art des Lynchmordes zu sein, die ofters erwähnt wird (Mt 21,35; 23,37; Lk 20,6): Jesus selbst riskiert, einer Steinigung zum Opfer zu fallen (Joh 10,31) und Stephanus wird aus reiner Wut von dem Sanhedrin gesteinigt (Apg 7,59).

In Joh 8,1-11 wird berichtet, dass Jesus eine Ehebrecherin vor der Steinigung rettet, indem er die in Lev 20,10 und Dtn 17,6-7 festgesetzten Hürden (die beiden Ankläger sollen anfangen, Steine zu werfen) für die Lynchmörder erschwert: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie“ (Joh 8,7)

Steinigungen im Islam


Heute findet die Steinigung (arab. ar-radschm الرجم) noch in bestimmten islamisch geprägten Regionen und Ländern Anwendung. Nach der Schari'a kann die Steinigung zur Bestrafung nur eines der so genannten Hadd-Vergehen verhängt werden, nämlich Ehebruch von zwei Personen, die mit anderen verheiratet sind oder waren. Die Verurteilung kann auf Grund eines Geständnisses oder der Aussage von mindestens vier Zeugen erfolgen, wenn diese angeben, dass sie beim Geschlechtsakt unmittelbar dabei waren.

Während manche Länder die Steinigung einführen wollen oder erst kürzlich eingeführt haben (z. B. der islamisch geprägte Norden Nigerias), sind in anderen Ländern (Iran) Bestrebungen im Gange, die Steinigung durch anderen Hinrichtungsmethoden zu ersetzen. Laut Amnesty International wurde im Iran im Berichtsjahr 2003 an mindestens zwei Personen die Steinigung vollzogen. Dabei wurden die Opfer der Hinrichtung bis zu den Knien im Erdboden eingegraben und komplett mit einem undurchsichtigen Tuch verhüllt. Die Steine durften nicht größer als die werfende Hand sein, um den Tod des oder der Verurteilten hinauszuzögern.

Internationales Aufsehen erregte der Fall von Amina Lawal, die im Jahre 2002 in Nigeria von einem Scharia-Gericht zur Steinigung verurteilt wurde, sowie die Steinigung der tunesischstämmigen Ghofrane Haddaoui durch zwei Landsleute in Frankreich im Jahre 2004.

Weitere Steinigungen


Ein berühmtes Opfer der Steinigung war der Azteken-Kaiser Moctezuma II. Bekannt aus dem Mittelalter ist die Steinigung des Ansverus bei Ratzeburg.

Weblinks


Todesstrafe

Stoning | Lapidación | سنگسار | Kivitys | Lapidation | Lapidazione | 石打ち | Steniging | Steining | Steining | Ukamienowanie | Lapidação (pena de morte) | Побиение камнями | Stening | 石刑

 

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