Karte_St_Meer.jpg | Steinernes_Meer_Karsthoehle.jpg Das Steinerne Meer, das Grenzgebirge zwischen Deutschland (Bayern) und Österreich (Salzburg) ist ein Karsthochplateau der nördlichen Kalkalpen.
Im Norden grenzt der Watzmann, nordöstlich das Hagengebirge und östlich der Hochkönig an diese Region. Es ist mit einer Fläche von rund 160 km² der größte Gebirgsstock der Berchtesgadener Alpen. 55 Quadratkilometer befinden sich oberhalb 2000 Meter Meereshöhe. Gegen Süden fällt das Gebirge steil ins Saalfeldner Becken ab. Die bayrischen Teile des Steinernen Meers gehören zum Nationalpark Berchtesgaden, aber auch auf österreichischer Seite gehört diese Gebiet zum Naturschutzgebiet Kalkhochalpen.
Dachsteinkalk und Karsterscheinungen prägen das Landschaftsbild. Etwa 800 Karsthöhlen wurden bisher im Steinernen Meer erfasst.
Die höchste Erhebung im Steinernen Meer ist das am Südrand auf der pinzgauer Seite gelegene Selbhorn (2.655 m), das die bekannte und formschöne Schönfeldspitze (2.653 m) um ganze zwei Meter überragt. Weitere größere Gipfel sind das Brandhorn (2610 m), welches den „Knotenpunkt“ von Berchtesgaden, Pinzgau und Pongau bildet; der Große Hundstod (2.593 m), der Funtenseetauern (2.578 m), der Wildalmrotkopf und das Breithorn (2.504 m). Weitere Gipfel sind Wildalmkirchl, Schottmalhorn, Schindlkopf, und Sommerstein.
Mögliche Aufstiege sind von der Salet am Königssee über den Sagerecksteig zum am Funtensee gelegenen Kärlingerhaus auf 1.630 m, etwas einfacher und kürzer ist der Aufstieg von St. Bartholomä über die Saugasse ebenfalls zum Kärlingerhaus. Die Saugasse war in früheren Zeiten auch der Versorgungsweg für das Kärlingerhaus. Ganze Holzöfen wurden von einer einzigen Person zur Hütte transportiert.
Von österreichischer Seite gibt es ebenfalls mehrere Aufstiegsmöglichkeiten. Von Saalfelden über den Bürgerberg und den Ramseidersteig zum Riemannhaus (2.177 m). Auch von Maria Alm aus gelangt man über einen direkten Wege durch die Sandten zu dieser Schutzhütte. Ein weiterer Stützpunkt im Bereich des Steinernen Meers ist das Ingolstädter-Haus (2.119 m), welches direkt von Weißbach aus erreicht werden kann. Von dort ist der Abstieg über das Wimbachgries vorbei am Watzmann-Massiv möglich.
Bei Kennern gilt das Steinerne Meer als das schönste Skitourengebiet der Berchtesgadener Alpen. Der Funtenseetauern, der Hüttengipfel des Kärlingerhauses, bietet Abfahrten in alle vier Himmelsrichtungen. Die berühmten Routen der Großen Reibn und der Hundstod-Reibn führen über das Diesbacheck, den Hochwieskessel und den Loferer Seilergraben ins Wimbachgries. Die reizvollste Abfahrt im östlichen Steinernen Meer ist zweifellos der Weg vom Brandhorn oder vom Marterlkopf über das Tauchertal ins Blühnbachtal. Das Wimbachgries und in noch stärkerem Maße das Blühnbachtal sind sehr lange und äußerst flache Täler, die aufgrund der geringen Höhenlage vergleichsweise früh ausapern. Bei Firnverhältnissen sehr beliebt sind die Buchauer Scharte und die Torscharte, deren sonnseitige Hänge von den nahe bei Saalfelden gelegenen Ortschaften Maria Alm bzw. Hinterthal aus zu erreichen sind.
Ein interessantes, aber schwer begehbares Höhlensystem ist das der Monsterhöhle, deren erster Eingang in der Südwand des Schindlkopfes entdeckt wurde. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es sich um ein Riesensystem handelt. Maßgeblich an der Erschließung beteiligt war eine Aachener Höhlenforschergruppe. Im Gebiet um den Leiterkopf, im Osten des Steinernen Meeres, waren unterschiedliche Gruppen unterwegs, unter anderem aus Frankfurt und Nürnberg. Viele von ihnen verdanken ihre Inspiration Toni Müller, der seit Jahrzehnten als Mentor der Höhlenforschung wirkt. Andere deutsche Höhlenforschergruppen arbeiten seit Jahren im Schneibergebiet. Im Gebiet des Rotwandls wurden vor drei Jahrzehnten einige Höhlen gefunden, darunter auch einige begehbare.
Eine nicht allzu schwierig erreichbare und leicht begehbare kurze Höhle ist die Schindlkopfhöhle, östl. des Schindlkopfes. Sie ist vom Ingolstädter Haus aus zugänglich, etwa anläßlich einer Tour zum Riemannhaus über den Eichstätter Weg: Nach einer Viertelstunde vom Ingolstädter Haus nach Süden, an der Weggabelung weiter in Richtung Riemannhaus, wendet sich der Weg von der ursprünglichen Südrichtung immer mehr nach Osten. Nachdem man am Ostpfeiler des Schindlkopfes vorbei ist, und der Weg "endgültig" nach Osten geht, verläßt man den Weg nach Süden über flach ansteigendes Gelände am Ostpfeiler des Schindelkopfes vorbei. Man hält sich nahe unter den Felswänden, nach etwa 100 m wieder bergab. Etwa 120 m südlich des Weges liegt die Höhle, sie blickt allerdings nach Südosten, so dass sie erst sichtbar wird, wenn man vorbeigegangen ist. Es handelt sich um einen dreicksförmigen Eingang am Fuß einer Schichtplatte. Von hier geht es in Schichtfallen in die Tiefe hinab über lehmige Blockhänge; am unteren Ende kommt man in eine verzweigte Halle; der rechte Ast mündet in eine größere Halle, welche meist von spiegelblankem Bodeneis bedeckt ist. In die Eishalle scheint Tageslicht; sie ist der Boden einer großen Doline, die Decke der Halle ist also eingestürzt. Es ist jedoch nicht leicht, dort auszusteigen, daher verläuft der Rückweg wie der Hinweg durch die Höhle!
Berchtesgadener Alpen | Geographie (Bayern) | Gebirgsgruppe in Salzburg | Berchtesgadener Land | Ŝtona Maro
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Steinernes Meer".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world