| Europäische Stechpalme | ||||||||||||||
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| Illustration Ilex aquifolium0.jpg | ||||||||||||||
| : | Bedecktsamer (Magnoliophyta) |
| : | Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida) |
| : | Asternähnliche (Asteridae) |
| : | Stechpalmenartige (Aquifoliales) |
| : | Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae) |
| : | Stechpalmen (Ilex) |
| : | Europäische Stechpalme |
In Österreich wird die Pflanze auch als Stechlaub (Vorarlberg), Schradl oder Schradlbam (Ober- und Niederösterreich) bezeichnet.
Die Blätter sind wechselständig angeordnet und haben einen 10 bis 15 Millimeter langen Stiel. Sie sind recht dick und ledrig, auf der Oberseite glänzend dunkelgrün und unterseits gelbgrün. Die Blattform ist elliptisch, beidseitig zugespitzt; der gezackte Blattrand ist auf beiden Seiten mit bis zu sieben Stachelzähnen besetzt. Im Bereich der Blütenstände kommen auch ungezähnte Blätter vor. Die Lebensdauer der Blätter beträgt etwa drei Jahre. Die Blattform variiert mit der Höhe des Astes, an dem sie wachsen. Niedrige Blätter sind stark stachlig, hohe Blätter dagegen nicht.
Hollyflowers.jpg Stechpalmen sind zweihäusig, die unscheinbaren Blüten sind weiß, manchmal rötlich und etwa 8 Millimeter groß. Sie stehen in Dolden in den Achseln vorjähriger Blätter, als Bestäuber dienen Insekten, vor allem Bienen. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.
Die Früchte sind 8 bis 10 Millimeter große, erbsenförmige, rote, glänzende, saftige Steinfrüchte. Sie enthalten vier Steinkerne (Samen). Die Fruchtreife tritt ab Oktober ein.
In Deutschland kommt sie im Bereich des Mittelgebirgsgürtels vor allem westlich des Rheins, im nördlichen Tiefland und im Alpenvorland auch weiter östlich vor, in Österreich, wo sie sonst selten ist, finden sie sich zerstreut in Vorarlberg, in Wien, Kärnten und Osttirol fehlt sie. Im östlichen Alpengebiet ist sie stark gefährdet.
Außerhalb Europas kommt die Stechpalme auch in Nordafrika, im Kaukasus und im Nordiran vor.
In Mitteleuropa und anderen Gebieten der gemäßigten Breiten werden Stechpalmen gerne als Zierpflanzen in Gärten und Parks angepflanzt. Neben der Wildform sind mehrere Kulturformen im Handel, teils mit anderer Blattgestalt und anderen Blattfarben.
Der Verzehr einiger Früchte und weiterer Pflanzenteile kann Leibschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder auch Durchfall zur Folge haben. Gelegentlich treten Bewusstseinsveränderungen auf. In älteren Literaturangaben wurden auch Todesfälle beschrieben.
Trotz der wehrhaften Blätter wird vor allem im Winter das feste Laub vom Wild verbissen.
Johann Wolfgang von Goethe schrieb zur Verwendung an christlichen Festen:
Da Bäume mit immergrünem Laub in Mitteleuropa sehr selten sind, wurden sie entsprechend von den Germanen, Angelsachsen und den Kelten verehrt. Das sattgrüne Laub und die kräftig roten Beeren, die zu einer dunklen Jahreszeit erschienen, verkörpern die Farben der Hoffnung und der Liebe. Im Christentum werden sie verbunden mit Leben und Blut.
Schon vor der Eroberung Britanniens durch die Römer war es Sitte, den Wohnraum mit beerentragenden Ilex-Ästen und Efeu (männliches und weibliches Prinzip) zu schmücken. Auch Plinius der Ältere erwähnt bereits die Verwendung als Hausschmuck.
In England und USA werden auch heutzutage Stechpalmenzweige gerne als Weihnachtsschmuck benutzt, da sich Blätter und Früchte auch in warmen Wohnräumen lange an den Zweigen halten.
Besonders in Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit konnte die Stechpalme undurchdringliche Dickichte bilden, in denen Familien in Kriegs- und Räuberzeiten ihr Leben mitsamt Hab und Gut retten konnten. Daher wird diese Pflanze auch als ein Symbol für den Schutz vor allem Bösen angesehen.
Durch die Tatsache, dass Blätter im unteren Baumbereich stärker bewehrt sind und im oberen Bereich, den das Wild nicht mehr erreicht, fast glattrandige Blätter ausbildet, wird die Stechpalme auch als Symbol der weisen Voraussicht gewertet.
Ein bekanntes Stück Hülsenholz ist Johann Wolfgang von Goethes Spazierstock; er steht noch immer im Goethehaus in Weimar.
Die giftigen Früchte wurden früher gegen Verstopfung und Epilepsie verwendet. Die gerösteten Samen dienten als Kaffee-Ersatz. In ihnen sind nach neuen Untersuchungen Antioxidantien enthalten, Derivate der PhenylessigsäureL. Nahar u. a.: Antioxidant phenylacetic acid derivatives from the seeds of Ilex aquifolium. Acta Pharm. 55/2/2005. S. 187-93. PMID 16179132.
Der Ort Hülsede oder der Geburtsort von Annette von Droste-Hülshoff verdanken der Hülse ihren Namen.
J. R. R. Tolkien hatte ein Faible für den Hulstbaum; in seinem "Herrn der Ringe" ist das fiktive Land "Hulsten" ("Hollin" im engl. Original) Herkunftsland der Elbenringe.
Almindelig Kristtorn | Ilex aquifolium | European Holly | Ilekso | Houx | Acivro | božikovina | Ilex aquifolium | セイヨウヒイラギ | Hulst (plant) Ostrokrzew kolczasty | Järnek
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