Staßfurt ist eine Stadt im Landkreis Aschersleben-Staßfurt in Sachsen-Anhalt mit rund 23.500 Einwohnern.
Geografie
Geografische Lage
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Staßfurt liegt in der
Magdeburger Börde, südwestlich der Landeshauptstadt
Magdeburg. Die Stadt wird von dem Fluss
Bode durchquert.
Nachbargemeinden
Zu Staßfurts Nachbargemeinden zählen die folgenden Orte:
- Hecklingen (VG Stadt Hecklingen)
- Neundorf (Anhalt) (VG Staßfurt)
- Güsten (VG Saale-Wipper)
- Neugattersleben (VG Nienburg)
- Ilberstedt (VG Saale-Wipper)
- Förderstedt (VG Südliche Börde)
- Unseburg (VG Egelner Mulde)
- Tarthun (VG Egelner Mulde)
Stadtgliederung
Staßfurt gliedert sich in folgende Ortsteile:
- Staßfurt
- Leopoldshall
- Neu-Staßfurt
- Hohenerxleben
- Löderburg
- Athensleben
- Lust
- Rothenförde
- Rathmannsdorf
In Staßfurt wurden 4 Dorfgemeinden und 1 Stadt eingemeindet:
- Alt Staßfurt
- Leopoldshall (anhaltische Stadt)
- Löderburg
- Hohenerxleben (Anhalt)
- Rathmannsdorf (Anhalt)
Einwohner
(jeweils zum 31. Dezember)
Geschichte
Im Jahre
806 erfolgte die erstmalige (gesicherte) urkundliche Erwähnung von Staßfurt (im frühen Mittelalter hieß das Dorf Alt-Staßfurt nur Staßfurt) im Zusammenhang mit einer Einladung durch Kaiser Karl den Großen an den Abt Fulrad von St. Quentin zur Abhaltung einer Heeresversammlung in
Starasfurt an der Bode. Die Deutung des Namens geht mit großer Wahrscheinlichkeit von einer Zusammensetzung aus dem altslawischen Wort für
alt (staraja) mit dem althochdeutschen Wort
Furt (Überfahrtsstelle) aus. Die Bedeutung Staßfurts im Mittelalter war durch seine Lage an dieser Furt durch die Bode bedingt. Hier führte die alte Handels- und Salzstraße von Lüneburg kommend nach Halle/Saale entlang. Das Dorf Alt-Staßfurt nördlich der Bode unterstand weltlich und geistlich dem Erzstift Magdeburg. Im
11. Jahrhundert wurde die Burg (Wehranlage) südlich der Bode errichtet. Bereits 1180 wurde dem Staßfurter Siedlungsbereich südlich der Bode innerhalb der Wehrmauern das Stadtrecht verliehen. Die Stadt Staßfurt stand bis 1277 weltlich im Besitz anhaltischer Grafen. Die Nachkommen Albrecht des Bären und Herzöge von Sachsen, Johann I. und Albrecht II., hatten bei der Feier ihres Ritterschlages einen so bedeutenden Aufwand betrieben, dass sie zur Begleichung der Schulden auch die in ihrem Besitz befindliche Stadt Staßfurt am 8. Juli 1276 an den Erzbischof Konrad II. von Magdeburg verpfänden mussten. Da die Herzöge in Jahresfrist die hohe Schuldsumme von 6000 Silbermark nicht bezahlen konnten, fiel Staßfurt ab 1277 an das Erzstift Magdeburg. Seit 1815 gehörten Alt-Staßfurt und die Stadt Staßfurt im Regierungsbezirk Magdeburg zur Pr. Provinz Sachsen und blieb damit bis zur Auflösung des preußischen Staates 1945 auf preußischem Hoheitsgebiet.
Eingemeindungen
Am 1. April 1946 wurde die anhaltische Stadt
Leopoldshall nach Staßfurt zwangseingemeindet. Der 1873 auf
anhaltischem Gebiet unmittelbar neben Staßfurt gegründete Ort erhielt am 29. Januar 1919 das Stadtrecht. Seit 1.März 2003 sind auch die Orte Löderburg (mit den Ortsteilen Rothenförde, Lust und Athensleben als Ortschaft) und Hohenerxleben, und seit 1. Januar 2004 der Ort Rathmannsdorf in die Stadt Staßfurt eingemeindet worden.
Politik
Stadtrat
Die 36 Sitze des Stadtrates verteilen sich wie folgt:
(Stand: Mai 2005)
Städtepartnerschaften
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Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Das Salzlandtheater ist ein Gastspielhaus mit einem Saal für bis zu 310 Personen, beherbergt eine Galerie und den kleineren „Tilly-Saal“ (eigentlich im „Von-Werdenslebenschen-Haus“).
Das bekannteste Laien-Schauspiel-Ensemble aus Staßfurt ist das „Schülertheater des Dr.-Frank-Gymnasiums“ unter Leitung von Dr. Peter Leciejewski. Sie spielten mehrere int. erfolgreiche Stücke, wie zum Beispiel 2006 „Der Mörder amüsiert sich“ (Original: Die Mausefalle) von Agatha Christie.
Musik
In Staßfurt existieren zahlreiche musikalische Formationen.
Einige seien hier genannt:
Orchester
- 1. Schülerakkordeonorchester der Kreismusikschule Aschersleben-Staßfurt (seit 1956)
- Jugendblasorchester Staßfurt (seit 1961)
- Akkordeonorchester "Salzland" e.V. (seit 1996)
Bands
- FiJazzKo - die Jazzband aus Staßfurt (seit 2003)
- Jazzband „JazzBanditz“ der Kreismusikschule Aschersleben-Staßfurt (seit 2005)
- BigBand der Kreismusikschule Aschersleben-Staßfurt (seit 2005)
- Rockband „Biomasse“ (seit 2005)
- Rockband „Morphonic“ (seit 2005)
- Rockband „RockAppeal“ (seit 2006)
Chöre
Museen
In einem der ältesten Häuser der Stadt aus dem 17. Jahrhundert befindet sich das Stadt- und Bergbaumuseum der Stadt Staßfurt.
Bauwerke
Als erwähnenswerte und bedeutende Bauwerke innerhalb Staßfurts gelten vor allem:
- die mittelalterliche Stadtmauer, die allerdings nur zum Teil erhalten blieb.
- das Von-Werdenslebensche Haus mit Tillysaal (ehem. Bürgermeisterhaus/Theatercafé)
- die mittelalterliche Stadtvogtei (ehemalige Adler-Apotheke)
- An der Eisenbahnstrecke Schönebeck-Güsten wurde 1856 das Bahnbetriebswerk Staßfurt in Betrieb genommen. Der über 100 Jahre alte Ringschuppen kann 24 Lokomotiven beherbergen. Die dazugehörige Drehscheibe misst 20 m im Durchmesser. Bis 1988 wurden Dampflokomotiven der Baureihen 41 und 50 planmäßig eingesetzt. Personen-, Eil- und Güterzüge wurden bespannt. Durch die engagierte Tätigkeit des Vereins „Eisenbahnfreunde Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt e.V.“ konnte dieses einmalige Denkmal der Eisenbahngeschichte bewahrt und für die Interessenten erschlossen werden.
- Das Bergmann-Denkmal erinnert daran, dass 1852 die ersten Kalischächte der Welt in der Stadt entstanden.
- das Wehr im Nord-Westen der Stadt
Parks
Grünanlagen innerhalb der Stadt sind der Stadtpark und der Volkspark Leopoldshall.
Naturdenkmäler
Geschützte Gebiete sind das Landschaftsschutzgebiet „Bodeniederung“ mit dem Waldgebiet „Die Horst“ und das Naturschutzgebiet „
Salzwiesen“.
Sport
- SV 09 Staßfurt (Fußball)
- SV Concordia Staßfurt e.V.
- SG Einheit Staßfurt e.V.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Salzlandfest, regelmäßig im Juni
- Frühlingsfest 1. Mai Alt-Staßfurt
- „Staßfurt in Flammen“, November
- „Jazz im Tilly-Saal“, Frühjahr und Herbst
- Frühlingsbörse, Frühjahr
- Dampflokfest, mehrmals im Jahr
- „Bundesoffenes Schnellschachturnier“
Wirtschaft und Infrastruktur
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Staßfurt erlebte nach dem Niederbringen der ersten
Kalischächte der Welt einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung durch den Bergbau selbst und die sich hier ansiedelnde chemische Industrie. Die Kehrseite des Booms sind bis heute nachwirkende Bergschäden im Stadtgebiet, die zum Abriss weiter Teile der Innenstadt führten. Durch
Erdfall entstand ein See, der unter dem Namen Strandsolbad als Bad dient. Die Stadt unternimmt seit der Wende u. a. im Rahmen der Stadtsanierung mit viel Engagement Anstrengungen, um die Folgeerscheinungen zu mildern (Entstehung eines Sees in der Stadtmitte mit Aufwertung des Umfelds als Beitrag zur IBA Stadtumbau 2010). Daneben werden große Flächen von den Halden mit Resten von Bergbau und chemischer Produktion belegt.
Zu DDR-Zeiten war Staßfurt Standort des größten Fernsehgerätewerkes der DDR (Kombinat VEB RFT), das aus der 1932 gegründeten Staßfurter Rundfunk GmbH (Gerätemarke: Imperial) hervorging. Obwohl alle Großbetriebe aus DDR-Zeiten - wenn auch teilweise erheblich verkleinert - fortbestehen und z. T. beachtliche Investitionen vornehmen, beträgt die Arbeitslosenquote rund 20-25 %. Derzeit läuft die Neuerschließung des Gewerbeparks Staßfurt, die Revitalisierung des Gewerbegebietes Neu-Staßfurt wird vorbereitet.
Verkehrsanbindung Straße: Anschlussstelle Staßfurt an die A14 Magdeburg-Halle-Dresden und (künftig) an die B6n (Nordharzautobahn). Mehrere Landesstraßen sorgen für regionale Verknüpfung.
Schiene: Bf. Staßfurt (RE Magdeburg-Erfurt und RB Magdeburg-Aschersleben). Auch im Schienengüterverkehr wird Staßfurt nach wie vor bedient. Die Strecke Staßfurt-Westeregeln wird durch einen privaten Betreiber im Schienengüterverkehr bedient.
Ansässige Unternehmen
- Sodawerk Staßfurt GmbH& Co. KG
- Stadtwerke Staßfurt GmbH
- Signalbau Bahn GmbH - ab 1. Februar 2006 Balfour Beatty Rail Signal GmbH
- EMDE Industrie-Technik GmbH Chemieanlagenbau und Gießerei
- Achslagerwerk Staßfurt GmbH (AWS)
- Siepe GmbH
- TechniSat
- Wahl GmbH
- Staskol
- RFT digital
- Berufsförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH (Bfw)
- Salzland Druck GmbH & Co. KG
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Öffentliche Einrichtungen
Staßfurt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Staßfurt. Weitere Behörden sind die Zweigstelle Staßfurt des Amtsgericht Aschersleben, das Grundbuchamt des Amtsgericht Aschersleben, eine Außenstelle des Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt, das Finanzamt, eine Außenstelle des Landkreis Aschersleben-Staßfurt, die Arbeitsagentur, eine Außenstelle des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation und das Zentrale Mahngericht Sachsen-Anhalts.
Technisches Hilfswerk (THW)
In Staßfurt befindet sich ein Ortsverband der Bundesanstalt
Technisches Hilfswerk (THW). Es ist der Einzige im Landkreis Aschersleben-Staßfurt. Er umfasst ca. 80 ehrenamtliche Kameraden und besitzt eine ist auf
Bergung/Räumen und
Beleuchtung von Schadenslagen spezialisiert. Außerdem besitzt er im Rahmen der örtlichen Gefahrenabwehr die
Schnell-Eingreif-Gruppe Öl
Die Unterkunft des Ortsverbandes befindet sich in der Maybachstraße.
Webpräsenz des Ortsverbandes
Bildung
An Bildungseinrichtungen sind in Staßfurt ein Gymnasium, Sekundarschulen, Grundschulen, eine Sonderschule und eine Berufsschule vorhanden. Am westlichen Rand Staßfurts liegt das ausgedehnte Gelände des Berufsförderungswerks Sachsen-Anhalt.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Hans Christoph Friedrich Graf von Hacke (* 21. Oktober 1699 in Staßfurt; † 17. August 1754 in Berlin), Namensgeber des Hackeschen Markt in Berlin
- Karl Wilhelm Freiherr von Willisen (* 30. April 1790 in Staßfurt; † 25. Februar 1879 in Dessau), preußischer General und Militärschriftsteller
- Johann Ludwig (»Lutz«) Graf Schwerin von Krosigk (* 22. August 1887 in Rathmannsdorf/Anhalt, heute zu Staßfurt; † 4. März 1977 in Essen), Reichsfinanzminister, Leitender Minister der geschäftsführenden Reichsregierung und Reichsaußenminister
- Rudolf Lehmann (* 16. September 1891 in Staßfurt; † 14. Januar 1984 in Marburg), Historiker
- Hilde Schrader (* 4. Januar 1910; † 26. März 1966), Schwimm-Olympiasiegerin 1928
- Gerhard Funke (* 21. Mai 1914 in Staßfurt, † 22. Januar 2006 in Eutin), deutscher Philosoph
- Eberhard Köllner (* 29. September 1939 in Staßfurt), Ersatzkosmonaut von Sigmund Jähn, der als erster Deutscher an einem bemannten sowjetischen Raumflug teilnahm
- Waltraud Dietsch, geb. Birnbaum (* 26. November 1950 in Staßfurt), deutsche Leichtathletin
- Bettina Schmidt (* 2. Juni 1960 in Staßfurt), nicht mehr aktive Rennrodlerin
- Andreas Wecker (* 2. Januar 1970 in Staßfurt), Kunstturner und Olympiasieger
weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
- Dr. Adolph Frank (* 20. Januar 1834 in Klötze; † 30. Mai 1916 in Berlin-Charlottenburg), Chemiker, begann 1861 weltweit erstmals mit der Verarbeitung des Kalisalzes zu Düngemitteln.
Weblinks
Ort in Sachsen-Anhalt
Staßfurt | Staßfurt