Stauden (von mittelhochdeutsch „stude“) ist im wesentlichen ein gärtnerischer Begriff.
Stauden sind mehrjährige, ausdauernde (perennierende) krautige Pflanzen, deren oberirdische Pflanzenteile im Gegensatz zu Bäumen und Sträuchern nicht verholzen, sondern krautig weich sind und in der Regel nach jeder Vegetationsperiode absterben. Im Gegensatz zu den anderen krautigen Pflanzen, den Einjährigen und den Zweijährigen, überdauern Stauden mehrere Jahre. Stauden überwintern je nach Art in Form von Rhizomen (im Volksmund Wurzelstöcken, aber es sind Teile des Sprosses), Knollen, Zwiebeln, Stolonen (Ausläufern, Teile des Sprosses) und Wurzelspeicherorganen etc., die sich sowohl unter als auch knapp über der Erdoberfläche befinden können. Aus den Überwinterungsknospen treiben die Stauden in den folgenden Vegetationsperioden immer wieder aus. Abweichend von dieser Regel gibt es unter den Stauden auch eine Reihe wintergrüner Arten, die nicht "einziehen". So ist der Begriff Staude nicht eindeutig umgrenzt, aber der Begriff „Kräuter“, der gelegentlich auch für Stauden verwendet wird, hat sehr viele Bedeutungen und Verwendungen und ist damit noch schwammiger.
Das Spektrum der Stauden reicht von kleinen Sukkulenten (Es sind fleischig-saftige Stauden, die sich besonders der Trockenheit angepasst haben, Sukkulente werden allerdings üblicherweise nicht Stauden genannt.) bis hin zu großen Prachtstauden. Neben den eigentlichen "Blütenstauden" zählen auch die meisten winterharten Farne sowie viele Gräser, Zwiebel- bzw. Knollenpflanzen und Wasserpflanzen zu den Stauden.
Um den unterschiedlichen Standortanforderungen der Stauden gerecht zu werden, werden diese gärtnerisch in unterschiedliche Klassen kategorisiert:
Mit dieser Einteilung wird den unterschiedlichen Bedingungen eines Staudenbeetes Rechnung getragen.
Seit dem Jahr 2000 wird durch den Bund deutscher Staudengärtner alljährlich eine gärtnerisch bedeutsame Pflanzengattung zur Staude des Jahres ernannt.
Bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus bestimmten hauptsächlich heimische Gewürz- und Heilpflanzen die Palette der Stauden in den Gärten. Schmuckstauden fanden sich dort zunächst nur in geringer Zahl. Nachdem das Angebot gartenwürdiger Stauden von anderen Kontinenten ab der Mitte des 18. Jahrhunderts deutlich zugenommen hatte, initiierten seit 1870 englische Staudenenthusiasten wie William Robinson und Gertrude Jekyll die Zusammenstellung von Stauden zu kunstvollen Pflanzungen nach rein ästhetischen Gesichtspunkten. Und in Deutschland weckte der Staudenzüchter und Gartenpoet Karl Foerster in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Begeisterung für die Staudenverwendung im Garten mit Büchern wie dem "Blütengarten der Zukunft".
Während in Großbritannien aufgrund der Gunst des Klimas Stauden vorwiegend nach ihren ästhetischen Qualitäten verwendet werden, richtet sich das Interesse in Deutschland zunehmend auf eine an den natürlichen Standortbedingungen orientierte Staudenverwendung. Die Zuordnung der Stauden zu Lebensbereichen wie Gehölz, Gehölzrand, Freifläche, Steinanlage, Beet oder Wasserrand ermöglicht auf einfache Weise die Zusammenstellung langlebiger Pflanzengemeinschaften für Pflanzplätze unterschiedlichster Art. Die wachsende Zahl gärtnerisch kultivierter Stauden wird vom Arbeitskreis Staudensichtung systematisch geprüft, bewertet und den entsprechenden Lebensbereichen zugeordnet.
Staude (botanik) | Perennial plant | Staŭdo | Planta perenne | Monivuotinen kasvi | Plante vivace | Fjölær jurt | 多年生植物 | Vaste plant | Roślina wieloletnia | Perene | Perennial | Perenner | பல்லாண்டுத் தாவரம் | 多年生植物