article

Als eine Statistik bezeichnet man:

  1. namengebend (v. lat.: status = Staat, Zustand; mit griechischer Endung) die (vergleichende) Staatsbeschreibung (oft wird irrtümlicherweise angenommen, der Begriff sei vom Göttinger Kameralisten Gottfried Achenwall eingeführt worden);
  2. die heute als amtliche Statistik fortlebt;
  3. die aber auch unabhängig von der Namensgebung schon seit über 5000 Jahren als Bevölkerungsstatistik und Wirtschaftsstatistik existiert;
  4. davon verallgemeinernd quantitative Erhebungen aller Art, wie zum Beispiel für Markt- und Meinungsforschung (siehe Quantitative Methoden );
  5. deren Ergebnisse, deren Darstellung u.a. die deskriptive Statistik besorgt;
  6. die mathematische Statistik
  7. gewisse Zufallsvariablen, z.B. eine »Teststatistik«;
  8. gewisse Modelle der statistischen Physik: Boltzmann-Statistik, Maxwell-Boltzmann-Verteilung, Fermi-Dirac-Statistik, Bose-Einstein-Statistik

Etymologie


Das Wort Statistik stammt vom lateinischen "statisticum" ("den Staat betreffend") und dem italienischen "statista" ("Staatsmann" oder "Politiker"). Die deutsche Statistik, eingeführt von Gottfried Achenwall (1749), bezeichnete ursprünglich die Lehre von den Daten über den Staat, also Staatstheorie. Im 19. Jahrhundert wurde das Wort durch den Engländer Sir John Sinclair erstmals in seiner heutigen Bedeutung des allgemeinen Sammelns und Auswertens von Daten benutzt.

Übersicht und Einteilung


Die Statistik ist die Zusammenfassung bestimmter Methoden, um Massenerscheinungen zu quantifizieren und interpretieren.

Die Statistik wird in die folgenden drei Teilbereiche eingeteilt:

die deskriptive Statistik (auch beschreibende Statistik oder empirische Statistik): mit der vorliegende Daten in geeigneter Weise beschrieben und zusammengefasst werden. Mit ihren Methoden verdichtet man quantitative Daten zu Tabellen, graphischen Darstellungen und Kennzahlen. Bei einigen Institutionen, z. B. bei der amtlichen Statistik, ist die Erstellung solcher Statistiken die Hauptaufgabe.

die mathematische Statistik (auch schließende Statistik oder induktive Statistik): In der mathematischen Statistik leitet man aus den Daten einer Stichprobe Eigenschaften einer Grundgesamtheit ab. Die Wahrscheinlichkeitstheorie liefert die Grundlagen für die erforderlichen Schätz- und Testverfahren.

die explorative Statistik (hypothesen-generierende Statistik, Data Mining): Methodisch eine Zwischenform der beiden vorgenannten Teilbereiche, bekommt als Anwendungsform jedoch zunehmend eine eigenständige Bedeutung. Mittels deskriptiver Verfahren und induktiver Test-Methoden werden mögliche Zusammenhänge (oder Unterschiede) zwischen Daten in vorhandenen Datenbeständen systematisch gesucht und zugleich in ihrer Stärke und Ergebnissicherheit zu bewerten versucht. Die so gefundenen Ergebnisse können als Hypothesen verstanden werden, die erst dann als statistisch abgesichert betrachtet werden können, nachdem sie von darauf aufbauenden, induktiven Testverfahren mit entsprechenden (prospektiven) Versuchsplanungen bestätigt wurden.

Induktive Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie werden unter dem Oberbegriff Stochastik zusammengefasst.

Schritte der praktischen Umsetzung der Statistik


siehe Erhebung (Empirie)

Schulen und Denkrichtungen


Es wird in Lehrbüchern oft der Eindruck vermittelt es gäbe nur die eine, sich ständig weiterentwickelnde Statistik. Im Gegensatz dazu kann man verschiedene Denkschulen ausmachen, die ein Problem durchaus unterschiedlich analysieren, bewerten und numerisch berechnen:

Software


siehe Statistik-Software

Zitate


siehe *

Literatur


Grundlagen:
  • Lindgren, Bernard W.: Statistical Theory, New York 1993
  • Freedman, Pisani, Purves: Statistics 1998 (Third Edition) ISBN 0-393-97121-x
  • Fahrmeir, Künstler, Pigeot, Tutz: Statistik. Der Weg zur Datenanalyse. Springer Verlag Berlin 2002. ISBN 3-540-44000-3
  • Hartung, Elpelt, Klösener: Statistik: Lehr- und Handbuch der angewandten Statistik. R.Oldenbourg Verlag München 2002. ISBN 3-486-25905-9
    Empfehlenswert für Praktiker.
  • Benninghaus, Hans: Deskriptive Statistik. VS Verlag Wiesbaden. 10.Aufl. 2005.
  • Sahner, Heinz: Schließende Statistik. VS Verlag Wiesbaden 6.Auflage 2005.

Spezialgebiete:

  • Schulze, P.M., Prinz, A., Schweinberger, A.: Angewandte Statistik und Ökonometrie mit WinRATS, Oldenbourg-Verlag: München, Wien 2006, ISBN 3-486-58033-7
  • Jay Bennett (ed.): Statistics in Sport, New York 1998, ISBN 0-340-70072-6
  • Levine, Berenson, Stephan: Statistics for Managers, New Jersey 1999
  • Lambacher-Schweizer: Stochastik Leistungskurs, Für die Sekundarstufe II. LS Mathematik. Hrsg. v. August Schmid u. Wilhelm Schweizer. KLETT. Nachdr. 1999. ISBN 3-12-739370-9
    Didaktisch gut gemacht, viele Aufgaben mit Lösungen in einem separaten Lösungsband.
  • Volker Oppitz/Volker Nollau: Taschenbuch Wirtschaftlichkeitsrechnung, Carl Hanser Verlag 2003, 400 S., ISBN 3-446-22463-7
  • Newbold, Carlson, Thorne: Statistics for Business and Economics, New Jersey 2003
  • Dietrich, Schulze: "Statistische Verfahren zur Maschinen- und Prozessqualifikation", 4. Auflage, Carl Hanser Verlag, München 2003. ISBN 3-446-22077-1
  • Bleymüller, Gehlert, Gülicher: Statistik für Wirtschaftswissenschaftler. Verlag Franz Vahlen München 2004. ISBN 3-8006-3115-6
  • Dolic, Dubravko: Statistik mit R, Oldenbourg 2004, ISBN 3-486-27537-2
  • Josef Schira: Statistische Methoden der VWL und BWL Theorie und Praxis, Pearson Studium 2005, ISBN 3-827-37163-5
  • Rainer Schlittgen "Das Statstiklabor - Einführung und Benutzerhandbuch", Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2005, ISBN 3-540-22389-4

Lexika:

  • Rönz, Strohe: Lexikon Statistik, Gabler-Verlag 1994, ISBN 3-409-19952-7
  • Volker Oppitz: Gabler Lexikon Wirtschaftlichkeitsberechnung, Gabler-Verlag 1995, 629 S., ISBN 3-409-19951-9

Popularliteratur:

  • Walter Krämer: So lügt man mit Statistik, 7. überarb. Auflage, Campus Verlag, Frankfurt/New York 1997. ISBN 3-593-35689-9

Siehe auch


Weblinks


  • Statistiker, Natur der Arbeit (auf englisch
  • http://www.emilea.de/index.html Multimediale, internetbasierte und interaktive Lehr- und Lernumgebung EMILe@-stat
  • http://www.statsoft.com/textbook/stathome.html guter Überblick der wichtigsten statistischen Verfahren (Englisch)
  • http://www.statistik.tuwien.ac.at/public/dutt/vorles/inf_bak/node1.html Zusammenhängender Text über die Grundlagen
  • http://socr.stat.ucla.edu/ Statistics Online Computational Resources (SOCR) - Sammlung statistischer Methoden zur Online Datenanalyse u.v.m. (engl.)
  • http://www.statistik-portal.de/ Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Deutschland
  • http://www.statistik.admin.ch/ Bundesamt für Statistik der Schweiz
  • http://www.statistik.at Statistik Austria, Österreich
  • http://www.rosuda.org/Software/ Software zur interaktiven statistischen Datenanalyse
  • http://www.klein-singen.de/statistik/ Die Kunst mit Statistik zu lügen: Mit zahlreichen Beispielen aus Politik, Gesellschaft, Medizin und Wissenschaft wird das Verständnis des Lesers geschärft, zukünftig skeptischer Zahlenspielereien von (falschen) Experten zu begegnen.
  • http://isi.cbs.nl International Statistical Institute
  • http://www.statistiklabor.de

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