Starship Troopers ist ein Sciencefiction-Roman von Robert Heinlein aus dem Jahr 1959. Er wurde mit dem Hugo Award 1960 ausgezeichnet und ist bis heute einer der kontroversesten SF-Romane, die je geschrieben wurden.
Starship Troopers wurde von Avalon Hill im Jahr 1976 zu einer Strategiesimulation aufbereitet und war Vorlage für die japanischen Anime-Serie Uchuu no Senshi 1989 sowie für einen gleichnamigen Film von Paul Verhoeven 1997, der die der literarischen Vorlage vorgeworfenen faschistoiden Elemente aufgreift und satirisch überspitzt, sowie 1999 zu der Animations-TV-Serie Starship Troopers Chronicles.
Handlung
Die Geschichte beschreibt aus der Ich-Perspektive die
militärische Karriere von Juan „Johnny“ Rico, der sich zuerst relativ unüberlegt zum
Militärdienst meldet und mit der „Mobilen
Infanterie“ eben der Einheit zugeteilt wird, die bei seinen Präferenzen an letzter Stelle stand. Trotzdem besteht er die harte Ausbildung und macht im
Krieg gegen die so genannten „Bugs“ Karriere, sodass er sich schließlich für eine
Offizierslaufbahn meldet und das Militär als seine Heimat sieht.
An mehreren Stellen nimmt die Diskussion der Rolle des Militärs in der Geschichte von Gesellschaften/Staaten einen erheblichen Raum im Roman ein. Kurz zusammengefasst vertreten die Lehrer der Hauptperson folgende Thesen:
- Militärdienst ist rau und gefährlich; nur wer es wirklich will, sollte ihn ableisten.
- Nur die Staaten/Gemeinschaften überleben, die bereit sind zu kämpfen.
- Nur wer Militärdienst geleistet hat, darf im zivilen Leben mitbestimmen.
- Politisch mitbestimmen darf nur, wer auch bereit ist, seine Gemeinschaft mit der Waffe zu verteidigen.
- Kommunismus war eine große Irrlehre
Grundsätzlich ist es nicht zulässig, Ansichten, die ein Autor Figuren in einem Roman vertreten lässt, auch automatisch ihm selbst zuzuschreiben (siehe Dostojewski). Da jedoch bekannt ist, dass Heinlein keineswegs Pazifist war und dem Kommunismus extrem kritisch gegenüberstand, geschah genau dies oft.
Gesellschaft
Im Roman ist die Menschheit nach dem Zusammenbruch der Nationalstaaten am Ende des 20. Jahrhunderts unter dem Banner der „Föderation“ vereint, einer
demokratischen Weltregierung, in der das aktive und passive
Wahlrecht allerdings nur Personen verliehen wird, die eine mindestens zweijährige Dienstzeit beim Militär bzw. einer dem Militär nahestehenden Tätigkeit abgeleistet haben, auch wer sich nach diesen zwei Jahren weiterverpflichtet erhält das Wahlrecht erst am Ende seiner Dienstzeit. Der Dienst soll als eine Art „Reifeprüfung“ sicherstellen dass die Wähler und Gewählten das nötige Verantwortungsbewusstsein besitzen. Der Zugang zu dieser „Prüfung“ ist dabei prinzipiell offen für jeden ab dem 18. Geburtstag, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Fähigkeiten oder Behinderungen. Bei der medizinischen Untersuchung der neuen Rekruten erwähnt ein Arzt sogar, dass man nur unter einer Bedingung nicht zugelassen werden könne, nämlich, wenn man psychisch nicht in der Lage sei, den
Diensteid zu verstehen. Trotz dieser Faktoren leisten allerdings nur verhältnismäßig wenige „Bürger“ (schließlich sind die Bürgerrechte an den Wehrdienst gebunden) diesen Dienst ab und außer beim Wahlrecht scheint es auch keine Einschränkungen für sie zu geben – der Vater des Protagonisten ist sogar stolz darauf, dass er und der Rest seiner Familie nie gedient haben. Auch das Militär legt großen Wert darauf, dass sich jeder vollkommen freiwillig meldet und nicht aus überzogenen Karriereerwartungen oder Zwang. So will man sicherstellen, dass jeder Soldat aus Überzeugung seine Arbeit tut.
Das Rechtssystem der Föderation unterscheidet sich ebenfalls stark von modernen Systemen, da es eher das Ziel ist, den Verbrecher durch Bestrafung so zu _Instrumentelle_Konditionierung.29, dass er die Verfehlung nicht wiederholen will. Das normale Mittel dafür sind öffentliche Auspeitschungen. Eine weitere Besonderheit ist, dass für Militärangehörige auch bei außerhalb des Dienstes begangenen Verbrechen das militärische Recht angewandt werden kann, inklusive der „31 Bruchlandungen“, auf die im Regelfall der Tod durch den Strang steht. Das heutige Rechtssystem, insbesondere dessen Umgang mit jugendlichen Straftätern, wird hingegen als Irrweg angesehen, besonders von Ricos Lehrern, und sogar mitverantwortlich für den Zusammenbruch der alten Weltordnung gemacht.
Die Bugs
Die
Bugs (
engl. „Insekten“ bzw. „Ungeziefer“) oder „Pseudo-
Arachnida“ sind eine außerirdische, spinnenähnliche Spezies vom
Planeten Klendathu und die Hauptgegner der Menschen im so genannten „Bugkrieg“. In Heinleins Roman werden die Bugs aber trotz ihrer fremdartigen Erscheinung als eine intelligente Spezies beschrieben, die in der Lage ist,
Laserwaffen, Städte (wobei über die Art dieser Städte nichts gesagt wird) und sogar
Raumschiffe zu bauen. Auch im Umgang mit anderen Spezies sind die Bugs im Roman nicht nur auf Angriffe beschränkt, sondern sie sind auch in der Lage, Gefangene zu nehmen und Bündnisse zu schließen. Ihre Gesellschaft ist aufgeteilt in die normalen Krieger und Soldaten, die von einer Führungs
kaste aus Königinnen und den sogenannten „Brainbugs“ („Gehirnbugs“) kontrolliert werden und deren Befehle bedingungslos ausgeführt werden. Dies macht die Bugs zu gefährlichen Kämpfern, da sie Aktionen besser koordinieren können als die Menschen und ihre Soldaten nur von ihrem Lebenszweck, dem Kämpfen, beseelt sind. Auch große Verluste scheinen für sie kein Problem darzustellen, da sie in der Lage sind, in kurzer Zeit eine große Anzahl von Kriegern aus vorher gelagerten
Eiern auszubrüten, die direkt nach dem Schlüpfen in den Kampf ziehen können. An einer Stelle bemerkt Rico zynisch, dass es immer noch ein Sieg für die Bugs sei, wenn die Mobile Infanterie tausend Bugs töten und dabei einen Soldaten verlieren würde.
Die Mobile Infanterie
Die Mobile Infanterie oder kurz MI bilden das
Heer der Föderation. Es handelt sich dabei um ausschließlich männliche Soldaten (in der Verfilmung sind beide Geschlechter vertreten) in selbstangetriebenen, gepanzerten
Exoskeletten, die jede Bewegung des Trägers mitmachen und durch künstliche
Muskeln verstärken, was dem Träger eine immense Kraft, Beweglichkeit und Widerstandsfähigkeit verleiht und es möglich macht, einzelne Soldaten mit großen Mengen an Waffen auszustatten. Normalerweise werden die Infanteristen von einem Raumschiff in „Kokons“ aus dem
Orbit abgeworfen. Nach der Landung erfüllen sie ihre Einsatzziele und bewegen sich dann zu einer Landezone, wo sie von einem Landungsschiff aufgenommen und zu ihrem Schiff zurückgebracht werden.
Ein großer Teil des Romans ist der Beschreibung der Mobilen Infanterie aus der Sicht Ricos gewidmet, von der rigorosen Ausbildung, die nur 187 von 2009 Rekruten schaffen, über das Leben eines Soldaten bis hin zu den Vorgehensweisen im Kampf.
Wie auch viele andere Elemente in Heinleins Buch unterscheidet sich die Mobile Infanterie stark von realen Einheiten. Der größte Unterschied ist das Konzept „jeder kämpft“. Jedes Mitglied einer Einheit nimmt aktiv an Kampfhandlungen teil, auch Positionen wie Koch oder Priester sind nur Nebentätigkeiten von Soldaten, und bei größeren Operationen kämpfen auch die höchsten Offiziersränge. Nach realen Maßstäben etwas befremdlich ist ebenfalls das Konzept einer Armee aus „idealen Soldaten“, die vollkommen freiwillig kämpfen sollen und aus diesem Grund auch zu fast jedem Zeitpunkt die Möglichkeit haben, sich versetzen zu lassen oder den Dienst zu quittieren.
Weblinks
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