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StarForce ist ein Kopierschutz des russischen Entwicklers Protection Technology. StarForce ist kompatibel mit dem Betriebssystem Microsoft Windows. Seine hauptsächliche Stärke liegt darin, Ausführbare Dateien und DLL-Dateien durch Bytecode einzuhüllen, welcher durch die eigene Virtuelle Maschine (engl.: virtual machine) übersetzt wird.

Es wird angenommen, dass StarForce den physikalischen Winkel zwischen dem Ersten und Letzten geschriebenen Sektor auf der CD misst, welcher auf allen gepressten Kopien gleich ist. Zur Zeit (Stand: Dezember 2005) ist es allerdings noch unmöglich, diesen durch das Brennen einer Kopie zu reproduzieren.

Weiterhin verwendet StarForce, genauso wie die Kopierschutzmechanismen SafeDisc und SecuROM, Schwarze Listen (engl.: blacklists) von Programmen, die optische Laufwerke emulieren, wie zum Beispiel DAEMON Tools und Alcohol 120%. Außerdem lässt StarForce die Verwendung von optischen SCSI-Laufwerken nicht zu, wenn im System optische IDE-Laufwerke vorhanden sind, da viele Emulationsprogramme optischer Laufwerke sich als SCSI-Laufwerke ausgeben. Sind keine IDE-Laufwerke installiert, funktionieren SCSI-Geräte ohne Beeinflussung durch StarForce. Man kann StarForce zB umgehen, wenn man mit einem Programm wie StarForce Nightmare IDE Laufwerke oder ähnliches deaktiviert.

Technische Kritik


StarForce steht unter Kritik, da es eine ganze Reihe von eigenen Gerätetreibern auf dem Computer installiert. Viele Benutzer dokumentierten Fälle, in welchen die StarForce-Treiber zu Systeminstabilität und Abstürzen führten. Dabei sollen bei der CD-Kontrolle durch den installierten Treiber DMA-Datenpakete verloren gehen. Das veranlasst Windows dazu, die Lese-/Schreibgeschwindigkeit der optischen Laufwerke herunterzusetzen und den Leseversuch zu wiederholen. Im Extremfall soll die Geschwindigkeit dann an die des 16-Bit Kompatibilitätsmodus herankommen, mit dem viele moderne Laufwerke inkompatibel sind.

StarForce-Treiber sind nicht WHQL-Zertifiziert, was darauf hinweist, dass sie möglicherweise bekannte Fehler und Inkompatibilitäten aufweisen.

StarForce verringert immer die Leistung von Systemen, auf denen es eingesetzt wird, da es als Systemtreiber bereits beim Start des Computers mit dem Betriebssystem geladen wird und in Folge Hauptspeicher und CPU-Kapazitäten verbraucht, selbst wenn das zu schützende Spiel überhaupt nicht läuft. Diese Leistungsreduzierung bleibt bei aktuellen StarForce-Versionen sogar aktiv wenn das entsprechende Spiel vollständig deinstalliert wurde, da die StarForce-Treiber installiert und aktiv bleiben.

Zudem steht Starforce unter Verdacht, durch diesen Treiber optische Laufwerke unbrauchbar zu machen, resp. zu zerstören.

Darüber hinaus wird bemängelt, dass der Treiber nur im Administrator-Modus installierbar ist und ihm Ring 0 Privilegien zugesprochen werden müssen.

Es wurden auch Unverträglichkeiten mit anderen Kopierschutzmaßnahmen (wie beispielsweise SecuROM) gemeldet.

Um zu beweisen, dass StarForce keine Hardwareschäden verursacht wurde von der Moskauer Firma ein Wettbewerb ins Leben gerufen, bei dem Teilnehmer auf eigene Kosten nach Moskau reisen sollten und dort bei einer erfolgreichen Rekonstruktion von Problemen mit StarForce (auf Systemen der Herstellerfirma) 10.000 USD gewinnen konnten. Die sehr geringe Beteiligung am Wettbewerb sieht StarForce als Bestätigung für die Stabilität ihres Systems.

Ein aktuelles Problem ist, dass Software, die mit älteren Versionen von StarForce ausgestattet ist, auf Systemen, die 64-Bit Windows betreiben, nicht lauffähig ist, da der StarForce Gerätetreiber für die Verwendung unter 32-Bit Systemen programmiert wurde; daher verweigert das Betriebssystem in diesem Falle die Installation. Auch wenn Protection Technology einen 64-Bit-Treiber bereitgestellt hat, ist es nicht möglich, diesen mit der ursprünglich vertriebenen Software mit 32-Bit-Treiber zu verwenden. Von daher ist ein Patch vom Hersteller der geschützten Software ebenso von Nöten, und bisher haben nur wenige Hersteller einen solchen Patch zur Verfügung gestellt. StarForce-geschützte Software, die auf einem 64-Bit Windows funktioniert, kann durch das Vorhandensein einer .x64-Datei im Installationsverzeichnis der Software identifiziert werden.

Unterstützer von StarForce halten entgegen, dass alle dargelegten Stabilitätsprobleme aufgebauscht waren und in neueren Versionen des Kopierschutzes behoben worden sind.

Vernichtend ist jedoch die Tatsache, daß bei der Installation der StarForce-Treiber die Zugriffsrechte so gesetzt werden, daß Benutzer ohne Administratorrechte die Treiberkonfiguration ändern können, z.B. um einen eigenen Treiber unterzuschieben. Dieser wird dann beim nächstens Systemstart mit Systemrechte ausgeführt, ermöglicht also dem Benutzer, Administratorrechte zu erlangen.

Moralische Kritik


Viele bemängeln, dass das Benutzen von Kopierschutzmechanismen wie StarForce bestimmte fair use-Rechte verletzt, wie zum Beispiel das Recht, Sicherungskopien für den privaten Gebrauch anzulegen. In dem Zusammenhang wird auch oft kritisiert, dass ehrliche Käufer des Originals mehr Probleme und Wartezeiten haben als Benutzer von gecrackten Versionen.

Des Weiteren wurden und werden ausführliche Problembeschreibungen, kritische Anregungen und auch Fragen zum Kopierschutz in den offiziellen Star-Force Support Foren und einigen UbiSoft-Foren kommentarlos gelöscht, Threads bearbeitet und zensiert. Benutzer wurden ohne Warnung gebannt. Moderatoren von UbiSoft Foren wurden aufgrund ihrer kritischen Stellung zu StarForce entlassen (Soulcommander, 13thHouR). Viele namhaften Autoren wurden aufgrund ihrer kritischen Artikel mit rechtlichen Konsequenzen und Androhungen seitens Star-Force eingeschüchtert. Darunter Cory Doctorow von Boing Boing und Aaron McKenna von www.TomsHardWare.com/.

Am 5.März 2006 verlinkte ein Angestellter von Starforce in einem Forum zu einer illegalen Download-Quelle zum gerade erschienenen Spiel Dread Lords von StarDock. Das Beispiel sollte als Beweis für die Notwendigkeit eines Kopierschutzes dienen und ist besonders brisant, da die Demo dieses Spiels noch den umstrittenen Kopierschutz enthalten hat. Später hat Starforce eine öffentliche Entschuldigung gepostet [http://forums.galciv2.com/index.aspx?AID=107193.

Mitarbeiter von StarForce haben sogar nachweislich die englische Version dieser Wikipedia Seite zu ihren Gunsten geändert.

Versionen


Ubisoft, Digital Jesters und Codemasters sind bisher dafür bekannt, StarForce auf neu erscheinender Software zu verwenden. Jedoch sieht Ubisoft in Zukunft von der Verwendung, unter anderem wegen der großen Proteste, ab. StarForce erhebt einen Anspruch darauf, die Piraterie von Computerspielen drastisch reduziert zu haben. Trotzdem rief die Verwendung dieses Systems unter vielen Konsumenten eine negative Reaktion hervor.

Die derzeit bekannten Versionen von StarForce sind:

StarForce Pro 3
Benötigt einen sogenannten CD-Schlüssel, welcher eingegeben werden muss, wenn das Spiel installiert wird. Dieser Schlüssel ist der Selbe für alle Kopien des Spiels, da er die Beschaffenheit des Schutz-Schemas auf dem Master-Medium verschlüsselt. Von daher verwenden die meisten Spiele trotzdem immer noch einen herkömmlichen CD-Schlüssel, ebenso wie für das Online-Spielen. (Beispiele: TrackMania, Chaos League, Etherlords 2)

StarForce Keyless
Hierbei muss kein CD-Schlüssel eingegeben werden. Trotzdem existiert der Schlüssel intern: er ist in einem der TOC-Felder des Mediums gespeichert. (Beispiele: TrackMania Sunrise, Freedom Force vs. The Third Reich)

StarForce Pro 3.7
Unterstützt erstmals auch 64-Bit Systeme. (Beispiel: Sudden Death)

StarForce/Frontline 4.0
Als Neuerungen werden auf der offiziellen StarForce Homepage die automatische Deinstallation des Treibers, vollständige 64bit Unterstützung und der Schutz vor DAEMON Tools 4.0 genannt. (Quelle: Star-Force auf der Cebit 2006)
Nach Gerüchten, und dem darauf folgendem Nachfragen des Spielemagazins Gamestar bei Ubisoft, wurde jedoch bekannt, dass Ubisoft in Zukunft komplett auf StarForce verzichten wird. Ersten Gerüchten zufolge wird auch JoWooD und Koch Media auf StarForce verzichten.

Versuche der Cracker


Trotz allgemeiner Anstrengungen der Cracker-Community ist es noch nicht möglich, den StarForce-Kopierschutz ohne große Umwege zu umgehen, um Spiele trotzdem zum Laufen zu bringen. So lassen sich zwar Programme trotz StarForce ausführen, wozu aber einige (kleine) Systemveränderungen nötig sind.

Im Gegensatz zu den meisten durchschnittlichen Spielern stört Cracker dies nicht, und so kann der StarForce-Kopierschutz, wie die anderen Kopierschutzsysteme auch, in dieser Hinsicht also als wirkungslos angesehen werden.

Es ist auch möglich mit heutiger Kopiersoftware Starforce einfach 1:1 zu übernehmen, sodass kein Crack oder keine Systemveränderung notwendig ist. Beim 1:1 kopieren muss das entsprechende Brennprogramm ähnlich wie damals mit ClonyXXL optimal der CD/DVD und dem Kopierschutz angepasst werden.

Siehe auch


Weblinks


News (alle englisch)

Kopierschutz

StarForce | StarForce

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "StarForce".

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