Star Trek (englisch Wagenzug zu den Sternen) ist der Obertitel für sechs Science-Fiction-Serien mit insgesamt 726 Episoden sowie 10 Kinofilme und hunderte Romane, Computerspiele und andere Werke, deren Inhalte auf der 1966 von Gene Roddenberry geschaffenen Fernsehserie Raumschiff Enterprise (im Original: Star Trek, später Star Trek: The Original Series – TOS) basieren.
Die Geschichten spielen in einer optimistisch-utopischen Zukunft, in der die Menschheit als Einheit Probleme wie Krankheiten, Rassismus, Intoleranz, soziale Ungleichheit und Krieg überwunden und sich mit vielen anderen außerirdischen Spezies friedlich verbündet hat. Die Menschheit hat sich mit vielen anderen Spezies zur Vereinigten Föderation der Planeten zusammengeschlossen, deren wichtigstes Organ die Sternenflotte zur Erforschung und Erkundung des Weltraumes ist. Auf oder um die Schiffe oder Raumstationen der Sternenflotte und deren Angehörigen spielen auch die Serien und Filme, wobei es sich bei Enterprise noch um die irdische Sternenflotte handelt und nicht um die der zeitlich etwas später gegründeten Föderation.
Star Trek ist einer der populärsten Namen in der Geschichte der Science-Fiction-Unterhaltung und eines der bekanntesten Franchises in der Geschichte des Fernsehens.
Die Idee zu einer Science-Fiction-Serie hatte Gene Roddenberry in den frühen 60er-Jahren. Roddenberry hatte die Vision, eine Serie in einer „positiven Zukunft“ spielen zu lassen – eine Bemerkung die im Zusammenhang mit dem Kalten Krieg, der vorangegangenen Kuba-Krise und einem zu dieser Zeit realistischerweise zu befürchtenden Atomkrieg zu verstehen ist. Damals wurde bereits eine Episode gedreht, sie wurde aber nie ausgestrahlt. Zunächst sollte das Raumschiff „Yorktown“ heißen, doch wurde der Name noch vor den Dreharbeiten in „Enterprise“ geändert. 1964 bekam Roddenberry die Möglichkeit, einen Pilotfilm zu drehen. Der Fernsehsender NBC schätzte „The Cage“ („Der Käfig“) jedoch als zu anspruchsvoll ein, weshalb er nicht gesendet wurde.
NBC gab Roddenberry eine zweite Chance: die Besatzung wurde bis auf Leonard Nimoy und Majel Barrett, die später Gene Roddenberry heiratete, nun als Krankenschwester Chapel an Bord, verändert.
Der Grund für die Umbesetzung war, dass die Verantwortlichen bei Paramount die ursprüngliche Charakter-Verteilung für zu mutig und radikal hielten. Man war der Meinung, eine Frau als Erster Offizier und ein „Alien, das aussieht wie Satan“, seien dem amerikanischen Fernseh-Publikum nicht zumutbar.
Mit dieser Umorientierung und Neuverteilung der Rollen ging der wegweisende Gedanke einer Frau in einer hohen Führungsposition verloren und wurde erst in den späteren Serien neu aufgegriffen. Bedenkt man, welche positiven Auswirkungen der erste Kuss zwischen einer schwarzen und weißen Person (Lieutenant Uhura und Captain Kirk) auf die amerikanische Gesellschaft hatte (siehe weiter unten), so stellt sich die Frage, was eine Frau als Erster Offizier eines Raumschiffes für die Gleichberechtigungs-Bewegung hätte bedeuten können.
Der neue Pilotfilm „Where No Man Has Gone Before“ („Spitze des Eisbergs“) war spannungsreicher. Die erste Staffel von Raumschiff Enterprise wurde gedreht. Statt des Pilotfilms zeigte NBC zunächst die Episode „The Man Trap“ („Das Letzte seiner Art“). Die Kritiken für diese Episode waren negativ, die Einschaltquoten schwach.
NBC wollte nach der zweiten erfolglosen Staffel die Serie absetzen, wurde aber durch Fans, die etwa 750.000 Protestbriefe schrieben (offiziell bestätigte Zahlen existieren nicht), davon abgehalten. Eine dritte Staffel wurde produziert, jedoch wanderte die Serie auf einen weit ungünstigeren Sendeplatz, womit das Ende der Serie im Grunde schon vorbestimmt war. Die Produktionskosten wurden möglichst gering gehalten. So konnte die letzte Staffel produziert werden. Die insgesamt 79 Folgen der original Crew wurden von diversen lokalen Fernsehsendern mehrfach wiederholt. In andere Sprachen wurde die Serie erst einige Jahre später übersetzt. Star Trek wurde sukzessiv weltweit bekannt. Dabei entwickelte sich ein Kult um Star Trek, der mittlerweile immense Ausmaße angenommen hat.
In Deutschland begann das Star-Trek-Zeitalter erst im Jahre 1972. Das ZDF hatte 39 Episoden, also genau die Hälfte der produzierten Folgen, ausgesucht, um sie unter dem Namen „Raumschiff Enterprise“ als Vorabendserie auszustrahlen. Das ZDF stufte die Serie mehr oder weniger als Kinderserie ein und behandelte sie entsprechend. In die deutschen Synchronversionen wurden flapsige Dialoge eingebaut, die dem Original nicht entsprachen (man spricht auch von „Spitzohr-Übersetzungen“). Die Folge „Pon Farr“ etwa, in der es um die nur alle sieben Jahre auftretende „Brunftzeit“ der Vulkanier geht, wurde zum „Weltraumfieber“ entschärft – was im Original „Realität“ ist, wird im Deutschen zu Fieberphantasien von Spock umgedichtet. Auch bei den Folgentiteln hatten die deutschen Übersetzer nicht immer ein glückliches Händchen. Der bekannteste Missgriff dürfte die Übersetzung des Titels der Folge „The Galileo Seven“ (1.16) in „Notlandung auf Galileo 7“ sein. Die Galileo war jedoch die Raumfähre, und die 7 bezog sich darauf, dass die Raumfähre mit 7 Personen besetzt war. Ein weiterer Fehlgriff war die Übersetzung des Titels „That Which Survives“ (3.17) in „Gefährliche Planetengirls“.
Alle diese Unzulänglichkeiten taten jedoch der Beliebtheit der Serie auch in Deutschland keinen Abbruch und konnten den Kult um das Raumschiff Enterprise auch hierzulande nicht verhindern. Im Gegenteil, manchen mit Kirk und Spock aufgewachsenen deutschen Fernsehzuschauern kommen die Originaltexte im direkten Vergleich zu ernst vor.
In den 80er Jahren, als der Erfolg der Star-Trek-Serie auch durch die Kinofilme eine feste Größe geworden war, wiederholte der Privatsender Sat.1 nicht nur die Folgen des ZDF, sondern strahlte auch alle anderen aus, mit einer Ausnahme – „Patterns of Force“, in der es um einen von Nationalsozialisten bevölkerten Planeten geht. Die zusätzlichen Folgen mussten ebenfalls synchronisiert werden, wozu man die Originalsprecher wieder engagierte, sofern sie verfügbar waren. Deswegen klingen McCoy, Uhura und Checkov in den Sat.1-Folgen zwar anders, die Hauptcharaktere Kirk, Spock und auch Scotty und Sulu behielten ihre Stimmen, was dem Wiedererkennungswert sicherlich sehr zuträglich war.
„Patterns of Force“ wurde dann doch noch (unter dem Titel „Schablonen der Gewalt“) übersetzt und ist – wie alle anderen Folgen auch – auf DVD erhältlich. Die Episode wurde Ende der 90er Jahre zum erstenmal auf SAT1 gesendet und danach auch im Premiere-Paket. Ebenfalls in den späten 90ern gab es diese synchronisierte Folge auch als Kaufkassette.
Um 45 Minuten nicht zu überschreiten, hatte das ZDF die Folgen regelmäßig um einige Minuten gekürzt; später wurden sie fürs Privatfernsehen weiter gekürzt, insbesondere fiel den Scheren des Privatfernsehens der Abspann zum Opfer. So wurden besonders vermeintlich für Kinder nicht geeignete Szenen gestrichen – wie beispielsweise in „Charlie X“ („Der Fall Charlie“) die gesichtslose Frau, die sich stöhnend aus einem Nebengang schleppt. Der deutsche Ton auf den DVDs, die erst im 21. Jahrhundert erschienen, enthält daher manche Passagen mit anderen Stimmen, da die meisten Originalsprecher der 70er und 80er Jahre nicht mehr lebten. Die Ersatzstimmen kann man auch da hören, wo die schlimmsten Auswüchse der „Spitzohr-Texte“ oder Sinnentstellungen wie bei „Pon Farr“ korrigiert wurden.
Von 1973 bis 1974 wurden 22 Episoden einer Zeichentrickversion erstellt. 18 dieser Folgen wurden 1976 vom ZDF stark verkürzt ausgestrahlt.
Die Mondlandung 1969 löste in den USA eine starke Begeisterung für den Weltraum und die Weltraumfahrt aus. Die fast tägliche Wiederholung der Serie in den lokalen Fernsehstationen, ihre ungewöhnliche Art, verpackt in die Zukunftsthemen, Kritik an damaligen gesellschaftlichen Zuständen (Rassendiskriminierung, Vietnamkrieg etc.) zu üben und eben jene Weltraumbegeisterung sorgten für eine in den 70er-Jahren stark ansteigende Popularität von Star Trek.
Inzwischen plante NBC eine Phase Two. Die Arbeiten wurden jedoch mit dem Auftakt zu Star Wars ausgesetzt. Anschließend wurden die Pläne mehrfach geändert; eine Zeit lang hieß es immer wieder, ein Kinofilm würde gedreht und dann sollte es doch wieder eine Fernsehserie werden. Später fiel dann die Entscheidung von Paramount Pictures zu Gunsten eines Kinofilms, der mit dem Titel Der Film am 6. Dezember 1979 Premiere hatte. Dieser war ein großer finanzieller Erfolg, wurde jedoch von der Kritik verrissen. Die Filme Der Zorn des Khan (4. Juni 1982), Auf der Suche nach Mr. Spock (1. Juni 1984) und Zurück in die Gegenwart (26. September 1986) folgten, doch hatte Roddenberry schon seit dem zweiten Film nur noch eine beratende Funktion inne, während Harve Bennett leitende Positionen einnahm.
Im Jahr 1986 beschloss Paramount die Produktion einer neuen Serie: „ Das nächste Jahrhundert“ (Abkürzung TNG). Diese hatte am 28. September 1987 Premiere. Die Serie bot einige Veränderungen: die Handlung spielt rund einhundert Jahre nach der von „Raumschiff Enterprise“. Eine neue Besatzung wurde aus bekannteren Schauspielern zusammengestellt. Das neue Raumschiff, die USS Enterprise NCC 1701-D, war größer, stärker und moderner. Mit zeitgemäßen Trickeffekten wurden neue Standards für spätere Produktionen gesetzt. Der große Erfolg, den Paramount Pictures mit dieser Serie hatte, führte dazu, dass bis 1994 sieben Staffeln produziert wurden. Eine angedachte achte Staffel wurde nicht gedreht, um der Seriencrew den Weg auf die Leinwand zu ebnen. Außerdem stellen diese sieben Staffeln pro Serie als Aufbaustruktur die Mehrheit an den Star-Trek-Serien.
Am 13. Januar 1993 wurde die erste Folge der Serie „ Deep Space Nine“ (Abkürzung DS9) ausgestrahlt. Hier spielt das Geschehen nicht wie bei den beiden anderen Serien auf einem Raumschiff, sondern auf der Raumstation Deep Space Nine, welche die Menschen von einer feindlichen Alienrasse, den Cardassianern, übernommen hatten. In späteren Folgen wurde zunehmend das auf Deep Space Nine stationierte Kriegsschiff USS Defiant als Schauplatz eingeführt. Die Station liegt am Rand feindlichen Territoriums, und gewinnt an strategischer Bedeutung als die Menschen durch ein Wurmloch Kontakt mit einem eroberungsgewillten Sternenreich, dem Dominion unter der Herrschaft von Formwandlern, machen. Die Geschichte verläuft zunächst parallel zu der von Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert. Am 2. Juni 1999 wurde die letzte Folge der siebten Staffel ausgestrahlt.
Mit dem Ende von „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ begannen die Entwickler mit der Produktion einer vierten Star-Trek-Serie: „ Raumschiff Voyager“ (Abkürzung VOY). Die Mannschaft des Raumschiffs Voyager verschlägt es in den Delta-Quadranten; die Entfernung zur Erde beträgt 70.000 Lichtjahre, eine voraussichtlich 75 Jahre lange Heimreise beginnt. „Star Trek: Raumschiff Voyager“ hatte am 16. Januar 1995 Premiere. Nach sechs Jahren wurde am 23. Mai 2001 auch die letzte Folge von „Star Trek: Raumschiff Voyager“ gesendet. Wie auch bei „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“, wurden bei diesen beiden Nachfolgeserien jeweils sieben Staffeln gedreht.
Seit dem 26. September 2001 wurde die fünfte Serie „ Enterprise“ produziert. Sie spielt als Prequel rund einhundert Jahre vor der Handlung von „Raumschiff Enterprise“ und somit vor der Gründung der Vereinten Föderation der Planeten, allerdings wurde in den USA (trotz guter Kritiken) aufgrund von stetig sinkenden Quoten die vorzeitige Absetzung der Serie nach der vierten Staffel im Februar 2005 bekannt gegeben. Die letzte Folge wurde am 13. Mai 2005 ausgestrahlt, in Deutschland am 09. Juli 2006.
Außerdem kam am 9. Juni 1988 der Film „ Am Rande des Universums“ in die Kinos, der jedoch weit weniger einnahm als seine Vorgänger.
Roddenberry trat immer mehr in den Hintergrund bei der Produktion von Star Trek und übernahm nun vor allem Überwachungsarbeiten. Sein Nachfolger wurde Rick Berman. Roddenberry starb 1991 im Alter von 70 Jahren nach schwerer Krankheit. Seine Urne wurde ursprünglich von der Besatzung der Raumfähre Columbia ins All mitgenommen, allerdings wieder zurückgebracht. Eine private Firma machte Roddenberrys Witwe, Majel Barrett Roddenberry, das Angebot, die Urne in einem Satelliten unterzubringen. Seitdem umkreist die Asche des so genannten „Großen Vogels der Galaxis“ die Erde.
Im gleichen Jahr kam ein neuer Film mit dem Titel „ Das unentdeckte Land“ in die Kinos, welcher ein großer Erfolg wurde. Der Streifen um eine politische Verschwörung und die ersten Friedensverhandlungen zwischen Föderation und Klingonen zeigte die letzte Reise der Besatzung aus TOS und wurde zu einem zufriedenstellenden Abtritt der alten Enterprise-Crew.
Da „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ sehr erfolgreich war, beschloss man, einen Kinofilm zu der Serie zu produzieren. Am 18. November 1994 kam also der siebte Star-Trek-Film „ Treffen der Generationen“ in die Kinos: Captain Picard aus „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ trifft auf Captain Kirk aus „Raumschiff Enterprise“. Der Film wurde stark kritisiert, dennoch erfüllte er seine finanziellen Erwartungen.
Am 22. November 1996 kam der achte Film „ Der erste Kontakt“ in die Kinos. Mit diesem bislang erfolgreichsten Star-Trek-Film hatte sich die neue Mannschaft um Captain Picard etabliert.
Am 11. Dezember 1998 hatte der neunte Kinofilm „ Der Aufstand“ Premiere.
Am 13. Dezember 2002 startete der zehnte Kinofilm, „ Nemesis“, in den amerikanischen Kinos. Der Film handelt von Shinzon (Tom Hardy), einem Klon von Captain Picard (Patrick Stewart), der versucht, mit Hilfe eines übermächtigen Schiffes den Planeten Remus (Nachbarplanet von Romulus) zu befreien, dessen Bewohner im Romulanischen Imperium unterdrückt werden. Im Laufe der Handlung stirbt mit dem Androiden Data, der mittlerweile zu einem der beliebtesten Mitglieder der Crew geworden war, ein Kernmitglied der Next-Generation-Crew. Als halbherziger Ersatz wird nach Lore ein weiterer „Bruder“ Datas mit Namen B4 eingeführt. Der wohl letzte Film um die Mannschaft von Jean-Luc Picard war im Kino ein großer finanzieller Misserfolg und deckte die Kosten erst mit seiner DVD-Veröffentlichung. Nemesis stieß auch bei den Fans auf ein geteiltes Echo.
Die Next-Generation-Darsteller Marina Sirtis, Patrick Stewart und Jonathan Frakes haben angedeutet, dass keine weiteren Filme basierend auf „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ produziert werden; Brent Spiner (dessen Figur Data in Nemesis starb und der sich nach eigenen Aussagen für zu sehr gealtert hält, um einen ewig jungen Androiden mimen zu können) und Leonard Nimoy sind außerdem nicht mehr interessiert, ihre Rollen zu spielen. Die vorzeitige Absetzung von „Star Trek: Enterprise“ und der finanziell enttäuschende Film „ Nemesis“ haben die Zukunft des Star-Trek-Franchise in Frage gestellt. Einige Fans dachten laut darüber nach, ob Paramount Star Trek eine Zeitlang zur Ruhe legen oder sogar ganz einstellen sollte.
Viele unter den Trek-Fans wünschen sich die Ablösung der beiden kreativen Köpfe Rick Berman und Brannon Braga, die für die letzten Serien und Filme verantwortlich waren. Mit der vierten Staffel von „Star Trek: Enterprise“ kam dann auch die ersehnte Ablösung in Form von Manny Coto, welcher schon seit der dritten Staffel zum Stab der Serie gehörte. Dieser stieg nun zum Executive Producer auf und versuchte, der Serie mehr Bezüge zur Originalserie „Raumschiff Enterprise“ zu geben. Rick Berman und Brannon Braga haben seither nur noch eine überwachende Funktion bei „Star Trek: Enterprise“. Außerdem schrieben sie das Drehbuch für die letzte Folge.
Auch wegen seiner schlechten Kritiken wurde „Star Trek: Enterprise“ für die vierte Staffel nochmals generalüberholt. Wie seine Vorgänger TNG, DS9 und Voyager brauchte auch Enterprise die ersten Staffeln dazu, um eine konsistente Basis zu finden und hat sich von der ursprünglich beabsichtigten Richtung der Story ebenfalls weit entfernt. Die an der Materie vorgenommenen Änderungen unter Manny Coto führten allerdings nicht zu einem Quotenaufschwung, obwohl sowohl von Fans als auch von Kritikern eine enorme Leistungssteigerung anerkannt wurde, woraufhin im Februar 2005 die Absetzung der Serie Enterprise mit Ende der vierten Staffel bekannt gegeben wurde. Rick Berman und alle anderen Beteiligten waren sich einig, dass Star Trek mit dem Ende von Enterprise nicht sterben würde, aber aus allen Richtungen wurde eine mehrjährige Pause für das Franchise angeraten. Ob diese Pause angesichts des 2006 anstehenden 40-jährigen Jubiläums tatsächlich eingehalten werden wird, bleibt abzuwarten.
Überraschend wurde im April 2006 die Verpflichtung des Regisseurs J. J. Abrams, der schon bei Impossible III Regie führte, für einen neuen Film bekannt gegeben. Der Wandel in der Chefetage von Paramount ist vermutlich auf Direktor Brad Grey zurückzuführen, der Paramount ein festeres Profil geben möchte. Am Prequelkonzept soll wohl festgehalten werden. Anfangs hieß es, es würde um Kirk und Spock gehen und ihre ersten Abenteuer an der Akademie. Abrams wies dieses Gerücht aber zurück. Er habe zwar gesagt, dass die Originalserie seine Lieblingsserie ist und Kirk und Spock seine Lieblingscharaktere, aber er hat nichts verlauten lassen, dass es im neuen Film um Kirk und Spock als Kadetten an der Akademie gehe. Abrams hat noch keine konkreten Ideen für den elften Star-Trek-Kinofilm. Bevor er ein Drehbuch schreibt, möchte er sich erst alle Star-Trek-Episoden ansehen, denn außer der Originalserie hat er von den vier anderen Serien bisher nur eine Hand voll Episoden gesehen. Bisher gibt es nur eine Ankündigung des geplanten Fertigstellungsjahres 2008.
Am 8. September 2001 feierte Star Trek 35-jähriges Jubiläum. In all den Jahren wurden den Serien zahlreiche Emmys verliehen und Star Trek wurde oft für verschiedene weitere Auszeichnungen nominiert. So wurde zum Beispiel Der Film für den Oscar im Bereich Spezial Effekte nominiert. Viele der Schauspieler und Produktionscrew-Mitglieder arbeiteten an weiteren Oscar-prämierten Filmen.
1998 schloss die Viacom einen Vertrag mit Activision, der letzteren erlaubte, Star-Trek-Videospiele zu produzieren. Unter dieser Vereinbarung entstanden einige erfolgreiche Spiele wie zum Beispiel Bridge Commander, Armada und die Reihe Elite Force. Im Jahr 2003 zog Activision allerdings vor Gericht und warf Viacom vor, ihren Teil des Vertrages nicht einzuhalten. Activision behauptete nämlich, dass Viacom durch Missmanagment zum Popularitätsverlust von Star Trek beitrug, was sich letzten Endes auch auf den Absatz von Star-Trek-Computerspielen auswirkte. Deshalb löste man den Vertrag auf und forderte Ersatz für die eingefahrenen Verluste. 2005 wurde der Streit jedoch außergerichtlich beigelegt. Doch ist weiterhin unklar, ob Activision demnächst wieder Star-Trek-Spiele herausgeben wird.
Ende Januar 2006 unterzeichnete Bethesda Softworks einen Lizenzvertrag für zwei Star-Trek-Spiele. Star Trek: Legacy ist für den Herbst 2006 angekündigt. In diesem Spiel ist das ganze Star-Trek-Universum vorhanden, von Captain Kirk bis hin zur Enterprise NX-01. Es wird ein Einzelspielerkampagnenmodus geben, wo man mit der Crew von Kirk, der Crew von Picard und der Crew von Captain Archer das Universum sichern kann. Das Spiel wird es für Xbox 360 und den PC geben.
Die Fans, die sich selbst Trekkies oder Trekker nennen, gründeten weltweit Fanklubs und treffen sich bis heute überregional auf so genannten Star-Trek-Conventions. Regionale Treffen nennen sich TrekDinner.
Von der Fangemeinde wurden rund 400.000 Briefe an die NASA geschickt, mit der Bitte ein Space Shuttle „Enterprise“ zu nennen. Dies wurde 1976 nach der Fertigstellung des ersten Space Shuttles tatsächlich realisiert. Der NASA-Orbiter Enterprise flog allerdings nie ins All, sondern wurde nur zu Testflügen innerhalb der Atmosphäre genutzt.
Die Fangemeinde kommt zu Treffen oft in aufwendigen, der Serie nachempfundenen Kostümen. Manche feiern sogar ihre Hochzeiten nach klingonischem Ritus, wobei sie auch die klingonische Sprache sprechen.
Star Trek beinhaltet eine komplexe fiktionelle Technologie, welche immer zu erklären versucht wird. Erfindung wie der Warpantrieb oder das Beamen erscheinen somit durchschaubarer und in sich logisch geschlossen. Auch Zitate finden gelegentlich Verwendung in populären Publikationen (zum Beispiel „Widerstand ist zwecklos“). So brachte zum Beispiel Lawrence M. Krauss 1995 sein Buch Die Physik von Star Trek auf den Markt, in dem er nach Lösungen für die Technologie des Star Trek-Jahrhunderts sucht.
Es gibt zahlreiche komische Formate, die die Star-Trek-Reihe zitieren. Parodien, die konsequent Ereignisse und Charaktere der Serie durch den Kakao ziehen, sind beispielsweise der Film Galaxy Quest oder die Comicserie Sev Trek. Auch Michael Mittermeier hat Star Trek mehrmals in seinen Sketchen aufgegriffen. In Futurama gibt es regelmäßig Anspielungen auf Star Trek und Gastauftritte von (dann animierten) Charakteren. Zitiert wird Star Trek in zahlreichen anderen Comedys, beispielsweise im Film Spaceballs von Mel Brooks.
Wegen seiner derben Tiefschläge höchst umstritten ist das deutschsprachige Online-Satiremagazin ST-Enterprise, welches vermeintliche oder tatsächliche Schwächen der Serie unverblümt bloßstellt. Dies geschieht auf eine Weise, die von manchen Fans als unfair oder schlichtweg gehässig und zudem als extrem pubertär empfunden wird. Trotz aller Kritik gehört die Website für einige Fans inzwischen zur vielzitierten Vorzeigesatire im Bereich Star Trek. Dies ist wohl auch auf den Mangel ähnlicher Seiten zurückzuführen, die dieses Thema ebenso pragmatisch, frech und weiträumig abhandeln.
Weitere Parodien:
Roddenberry war ein leidenschaftlicher Fürsprecher egalitärer Politik und benutzte die Serien häufig, um seine Vision einer auf diesen Prinzipien basierenden zukünftigen Gesellschaft zu vermitteln. Ein wichtiges weibliches Crewmitglied, Nyota Uhura, wurde von Nichelle Nichols gespielt, die eine der ersten schwarzen Frauen war, die eine größere Rolle im amerikanischen Fernsehen spielen durften. Nur zwei Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatte Star Trek einen japanischen Offizier, Hikaru Sulu (George Takei). In der zweiten Staffel wurde dann sogar ein russischer Charakter, Pavel Chekov (Walter Koenig), hinzugefügt. Der Film Das unentdeckte Land spielt sehr offen auf den endenden Kalten Krieg an. Genau so tauchen in Der erste Kontakt starke Elemente des dritten Weltkrieges auf.
Der vulkanische Erste Offizier Spock wurde von den Verantwortlichen bei den Fernsehsendern zunächst für nicht fernsehtauglich erklärt, da sein entfernt satanisches Aussehen die Zuschauer möglicherweise hätte beunruhigen können. Spock wurde jedoch zu einem der beliebtesten Charaktere in der Serie und bildete durch seine friedliche, logische und kühle Art einen Gegenpol zu Dr. McCoys leidenschaftlicher, altmodischer und feuriger Persönlichkeit.
Heutige Zuschauer empfinden die Darstellung von Frauen und Minderheiten in der alten Serie als rückwärtsgewandt, aber das Programm war für seine Zeit fortschrittlich und gewagt. Star Trek zeigte den ersten Kuss im Fernsehen zwischen einem weißen und einem schwarzen Charakter in den Vereinigten Staaten. In einer Episode, die Gedankenkontrolle als Ausrede für diesen Tabubruch verwandte, wurden Captain Kirk und Uhura gezwungen, sich zu küssen. Allerdings verdeckt Kirks Kopf im letzten Moment die Sicht auf den Kuss. Szenen, in denen der Kuss deutlich zu sehen war, wurden zwar gefilmt, es wurde aber als zu risikoreich angesehen, diese zu senden. Viele US-Bundesstaaten verboten damals eine Ausstrahlung dieser Folge, was sich auch bei einer Episode aus Deep Space Nine wiederholte, in der ein Kuss zwischen zwei Frauen zu sehen war.
Im deutschsprachigen Raum verursachte die Folge Patterns of Force (dt. Schablonen der Gewalt) Diskussionen über die Serie. In dieser Folge landet die Besatzung der Enterprise auf einem Planeten, auf dem sich ein Nazi-Regime etabliert hat. Aufgrund der Darstellung der Nazi-Symbole wurde diese Folge nie (im Rahmen der Serie) im deutschsprachigen Fernsehen ausgestrahlt, im Rahmen von Themenabenden im Fernsehen (zum Beispiel Kunststücke im ORF) wurde sie jedoch in der englischen Originalfassung ausgestrahlt. Erst 1996 erschien die deutsche Synchronisation auf einer Kauf-VHS-Kassette unter dem Titel Schablonen der Gewalt.
Das nächste Jahrhundert bot neue Informationen über das Star-Trek-Universum. Die Föderation hat eine Überflusswirtschaft ohne Geld, die durch fortschrittliche Replikator-Technologie ermöglicht wird. Arbeit, Kauf und Verkauf sind nicht notwendig, da es keine Knappheit gibt, die die Erfüllung aller materiellen Bedürfnisse und Wünsche begrenzen könnte . Bestimmte Ressourcen sind allerdings immer noch begrenzt, darunter diejenigen zum Betrieb von Warpantrieben und Replikatoren, und interplanetarer Handel ist nicht unüblich. Gier und Neid sind in dieser Gesellschaft stark reduziert. Die Charaktere in Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert erklärten oft, dass der Zweck der Föderation und ihrer Arbeit das allgemeine und das persönliche Wohlergehen ist.
Viele Folgen greifen philosophische Themen auf (zum Beispiel in der Episode Wem gehört Data?). Die pazifistische und tolerante Botschaft der Serien übt eine besondere Anziehung auf viele Fans aus. Es gibt jedoch auch Plots, die unter den Fans durchaus umstritten sind und schwache Episoden sind immer der Kritik der Fans ausgesetzt.
Informationen zu den einzelnen Serien, mit einer Zusammenfassung der Handlung, Informationen über die jeweiligen Raumschiffe und Stationen, einer Übersicht zu den Figuren und eine Auflistung aller Episoden finden sich in den folgenden Artikeln:
Seit 2001 wurden verschiedene DVDs mit „Special Editions“ der Kinofilme veröffentlicht. Dabei wurden Star Trek I, II und VI um Szenen ergänzt. Insgesamt zeichnen sich diese Editionen besonders durch einheitliche Aufmachung und digital überarbeitete Ton- und Bildqualität aus. Im November 2004 erschien Treffen der Generationen. Der erste Kontakt und Der Aufstand kamen bis Juni 2005 in den Handel. Nemesis folgte Anfang November 2005.
Siehe Hauptartikel: Star-Trek-Spiele.
Siehe Hauptartikel: Personen im Star-Trek-Universum
Die wichtigsten Raumschiffe aus den Filmen und Serien:
Die Vereinte Föderation der Planeten (v. engl. United Federation of Planets, UFP) ist eine interplanetare Allianz des Star-Trek-Universums, zu deren bedeutendsten Mitgliedern die Erde gehört, und wurde 2161 gegründet. Das Büro des Föderationspräsidenten befindet sich auf der Erde in Paris. Die Vereinte Föderation der Planeten umfasst (im 24. Jahrhundert) über 150 souveräne Sternensysteme sowie diverse Kolonien, die über 8000 Lichtjahre verteilt sind. Amtssprache ist der sog. Linguacode (der auch Föderationsstandard genannt wird). Innerhalb der Vereinten Föderation der Planeten gibt es praktisch kein Geld. Zu den Gründungsmitgliedern der Föderation gehören unter anderen die Planeten Erde, Vulkan, Andoria und Tellar.
Wirtschaft:
Die Wirtschaft innerhalb der Föderation ist nicht darauf bedacht Gewinne zu erzielen, sondern mit ihren Produkten und Dienstleistungen zu helfen, die Menschheit und die gesamte Föderation zu verbessern. Als Folge dieses Wirtschaftssystem, welches sich in der Mitte der 21. Jahrhunderts etablierte, und auf Grund der Entwicklung der Replikatortechnologie wurde Handel mit Geld und Edelmetallen unnötig. Zum Handel mit anderen Welten benutzt die Föderation die universelle Währung der Zukunft, das sog. goldgepresste Latinum, welches auf Grund seiner bestimmten Molekülstruktur nicht replizierbar ist.
In einer Folge von Raumschiff Enterprise wird auch mit sog. "Föderationsdukaten" bezahlt.
Regierung, Recht und Gesetz:
Oberstes Gesetz ist die Verfassung der UFP, die 2161 ratifiziert wird. Die Vereinte Föderation der Planeten hat eine strenge demokratische Tradition mit einem gewählten, gesetzgebenden Föderationsrat, der aus Repräsentanten aller Mitgliedswelten besteht und in San Francisco, Nordamerika regelmäßig zusammenkommt. Er wird geleitet vom Föderationsratspräsidenten, der seinen Sitz in Paris hat. Persönliche Freiheiten und Rechte werden geschützt, worüber das Oberste Gericht der Föderation wacht.
Die Sternenflotte ist eine der wichtigsten Institutionen der Vereinten Föderation der Planeten. Ihr Auftrag ist es, Forschungsmissionen durchzuführen, die Verteidigung der Föderation sicherzustellen, und weitere Aufgaben zu erfüllen, die in der Verfassung der Föderation genannt werden (alle Sternenflottenmitglieder sehen sich gemeinhin als Forscher, das Hauptaugenmerk liegt in der Erforschung des Raumes).
Die Sternenflotte bestand schon vor der Gründung der Föderation als Forschungs- und Verteidigungsorganisation der Erde, nach Gründung der Föderation stellte man sie unter das Kommando der Föderation. Das Kommando der Flotte hat das Sternenflottenkommando (v. engl. Starfleet Command), dessen Vorsitz der Sternenflottenoberkommandierende innehat. Zusammen mit dem Admiralsstab entscheidet er (in Absprache mit dem Föderationsrat und dem Föderationspräsidenten) über die Geschicke der Sternenflotte. Das Hauptquartier der Flotte befindet sich auf der Erde im Presidio von San Francisco, wo auch die Sternenflottenakademie beheimatet ist. Die Sternenflotte unterhält ein Netz von planetaren und orbitalen Stationen bzw. Außenposten (darunter Schiffswerften und Forschungseinrichtungen) im gesamten Raum der Föderation. Sie ist verantwortlich für die Aktivitäten der Flotte und ist dem Föderationsrat rechenschaftspflichtig. Unterstellt ist das Kommando direkt dem Föderationspräsidenten.
Die Sternenflotte untergliedert sich in verschiedene Abteilungen. Einige davon sind die Flotte an sich, die Medizinische Abteilung oder auch die Abteilung Raumschiffkonstruktion und der Geheimdienst. Die Sternenflotte übernahm zahllose Vorgehensweisen, Dienstgrade und auch Traditionen aus der irdischen Marine und Seefahrt. So werden Schiffstaufen zum Beispiel auf altertümliche Art zelebriert: Eine Sektflasche wird am Rumpf des neuen Schiffes zerschlagen.
Die Eröffnungsmelodie der ersten Star-Trek-Serie wurde von Alexander Courage komponiert und verwendet ein Theremin. Der Anfang der Melodie ist auch in mehreren Stücken von Jerry Goldsmith enthalten, welcher die Eröffnungsmelodie für die Serie Star Trek: Raumschiff Voyager komponierte. Ebenfalls erschuf er die Soundtracks für die Filme Star Trek: Der Film, Star Trek V: Am Rande des Universums, Star Trek: Der erste Kontakt, Star Trek: Der Aufstand sowie Star Trek: Nemesis. Sein Thema aus dem ersten Kinofilm (1979) konkurriert mit dem klassischen Enterprise-Thema, dessen Beliebt- und Bekanntheitsgrad zwar größer ist, musikalisch aber hinter dem gewaltigen musikalischen Aufwand des Kinofilms zurücksteht. Das wird auch den Ausschlag gegeben haben, Auszüge dieses Themas als Titelmusik in die Fernsehserie, Star Trek: Das nächste Jahrhundert, einfließen zu lassen.
Die Soundtracks zu Star Trek II: Der Zorn des Khan und Auf der Suche nach Mr. Spock wurden von James Horner komponiert. Leonard Rosenman komponierte den Soundtrack zu Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart und Cliff Eidelman den zu Das unentdeckte Land. Dennis McCarthy komponierte den Soundtrack zu Star Trek: Treffen der Generationen und die Eröffnungsmelodie zur Serie, Star Trek: Deep Space Nine. Sämtliche Musik der Serie Star Trek: Enterprise bis auf den Titelsong, der von Diane Warren geschrieben wurde, stammt ebenfalls aus der Feder Dennis McCarthys.
Weitere Informationen zu den Soundtracks sind bei www.startreksoundtracks.com zu finden.
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