| Staphylokokken | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staphylococcus aureus Gram.jpg | ||||||||||||
| Domäne: | Bakterien (Bacteria) |
| : | Firmicutes |
| : | Bacilli |
| : | Bacillales |
| : | Staphylococcaceae |
| : | Staphylococcus |
Sie wurden ehemals zur Familie Micrococcaceae gerechnet, aktuell wurde in der neuen Auflage des BERGEY´S MANUAL of Systematic Bacteriology, 2. Edition vorgeschlagen, sie in eine neue Familie der "Staphylococcaceae" einzuordnen, die fakultativ anaerob (Ausnahme: Staphylococcus aureus subsp. anaerobius, eine schafadaptierte obligat anaerobe Subspezies) wachsen.
Sie besiedeln als Kommensalen die Haut und Schleimhäute von Menschen und Tieren und kommen auch in der Umwelt, einschließlich auf Lebensmitteln, vor.
Die Staphylokokken-Spezies mit der höchsten pathogenen Potenz sowie generell einer der bedeutendsten Krankheitserreger beim Menschen ist die koagulasepositive [meint: eine Verklumpung (Agglutination) bei Mischung von Bakterien mit physiologischer Kochsalz-Lösung und Citratplasma (durch Zusatz von Natriumcitrat ungerinnbar gemachtes Blutplasma)] Spezies:
Die koagulasenegativen [meint: keine Verklumpung (Agglutination) bei Mischung von Bakterien mit physiologischer Kochsalz-Lösung und Citratplasma (durch Zusatz von Natriumcitrat ungerinnbar gemachtes Blutplasma)] Staphylokokken sind in der Regel Besiedler der Haut- und Schleimhäute ohne Krankheitsbedeutung. Jedoch bei immunsupprimierten Patienten (meint: Patienten, bei denen mit Medikamenten die Abwehrfunktion des Immunsystems herabgesetzt worden ist, wie z.B. nach einer Transplantation) und im Zusammenhang mit sog. Polymer-assoziierten Infektionen, d.h. einer Besiedlung von Kunststoffoberflächen (z.B. Katheter, künstliche Herzklappen, künstliche Gelenke), besitzen die koagulasenegativen Staphylokokken medizinische Bedeutung. Hiervon können beim Menschen insbesondere folgende Spezies in Erscheinung treten:
Das sind die für den Menschen am gefährlichsten gewordenen Stämme, die auch und besonders auf Grund der unkontrollierten Anwendung in der Massentierhaltung gegen die gebräuchlichsten, beim Menschen verwendeten Antibiotika wie Methicillin resistent geworden sind.
Bisher traten sie vor allem in Krankenhäusern auf, sind schwer zu bekämpfen und verbreiten sich demzufolge wesentlich schneller als andere Keime.
Das sind Erreger aus der Gruppe der Methicillin-resistente Staphylokokken, die außerhalb von Kliniken auftreten.
cMRSA können neben reinen Besiedlungen auch Abszesse und nekrotisierende Pneumonien verursachen.
Neuere Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass sie doch schon weiter verbreitet sind als erhofft (Atlanta - 25,7 pro 100 000 Einwohner; Baltimore - 18 pro 100 000 Einwohner). In Europa treten diese Erregerarten noch nicht so häufig auf. Sie lassen sich momentan noch mit mehreren Antibiotika bekämpfen, die nur für die Bekämpfung ansonsten therapieresistenter Stämme ausschließlich beim Menschen verwendet werden sollte und hoffentlich auch nur für diesen Zweck benutzt wird.
Ein kalifornisches Forschungsteam aus Ärzten und Molekularbiologen der University of California, San Diego und des Children's Hospital and Health Center in San Diego (USA) unter der Leitung von George Liu haben 2005 die Geheimwaffe des Bakteriums entdeckt. Sie analysierten die Bestandteile der goldschimmernden Oberfläche des Bakteriums, die ihm auch den Namen aureus verliehen hatte, und fanden erstmals Farbpigmente aus der Gruppe der Carotinoiden. Diese Pigmente wirken als Antioxidationsmittel, d.h. sie unterbinden chemische Reaktionen mit Sauerstoff oder anderen oxidierenden Substanzen. Damit schützen sie das Bakterium vor den aggressiven Molekülen, die das menschliche Immunsystem zur Abwehr nutzt. So setzen die weißen Blutkörperchen z.B. Sauerstoffmoleküle im Kampf gegen Krankheitserreger ein. Damit bestände nunmehr zumindest theoretisch die Möglichkeit einen Wirkstoff zu finden, der die Entstehung der Enzyme des Bakteriums verhindert, die in ihm die schützenden Farbpigmente bilden. Ohne diesen Schutz wären dann die gefährlichen Bakterien so schwach, dass der menschliche Körper mit seinen natürlichen Abwerhrmechanismen sie leicht besiegen könnte Journal of Experimental Medicine (JEM) Bd. 202, S. 209.
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