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Die Stanze (Ottaverime) ist eine aus Italien stammende Gedichtform, die aus acht elfsilbigen Verszeilen mit dem Reimschema abababcc besteht. Die Stanze weist meist abwechselnd weibliche und männliche Kadenzen und eine Zweiteilung (V. 1-6 und 7-8) mit entsprechendem Wandel im Rhythmus auf.

Beispiel:

Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch ich wohl, euch diesmal festzuhalten?
Fühl ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?
Ihr drängt euch zu! Nun gut, so mögt ihr walten,
Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt;
Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert
Vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert.
(Goethe: Faust I, Zueignung)

Sonderformen der Stanze sind: Siziliane, Nonarime, Huitain, Spenserstrophe

Das erste große, deutsche Stanzenepos war die Versübertragung von Tassos Gerusalemme liberata durch Diederich von dem Werder (Ndr. d. Erstausgabe 1626, hrsg. Gerhard Dünnhaupt, Tübingen 1974).

Siehe auch


Verslehre | Lyrische Form

Ottava rima | Ottava rima

 

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