Stanley „Tookie“ Williams (* 29. Dezember 1953 in New Orleans; † 13. Dezember 2005 im San-Quentin-Gefängnis, Marin County) war ein wegen vierfachen Mordes rechtskräftig verurteilter US-amerikanischer Banden
1981 wurde er wegen vier Morden, die er 1979 bei zwei Überfällen begangen hat, von einem US-amerikanischen Gericht zum Tode verurteilt. Seit seiner Verurteilung war er im San-Quentin-Gefängnis inhaftiert. Dort brachte er sich Lesen und Schreiben bei und begann mit dem Verfassen von Kinderbüchern, in denen er sich gegen Drogen, Gewalt und Rassismus aussprach. Aufgrund dessen ist er von seinen Anhängern insgesamt neunmal für einen Nobelpreis vorgeschlagen worden (fünfmal für den Friedensnobelpreis und viermal für den Literaturnobelpreis). Erstmals wurde er im Jahr 2001 von Mario Fehr nominiert. Williams bestritt bis zu seiner Hinrichtung vehement, die ihm vorgeworfenen Morde begangen zu haben, dennoch hat er sich für die Gründung der Crips öffentlich entschuldigt.
Laut Gerichtsurteil hat Williams während eines Überfalles auf einen Laden im Jahr 1979 den Angestellten Albert Owens getötet. Zeugenaussagen zufolge zwang er ihn, sich auf den Bauch zu legen und schoß ihm dann in den Rücken. Zudem wurde ihm die Tötung des Ehepaares Yen-Yi Yang und Tsai-Shai Yang sowie deren Tochter Yee-Chen Lin zur Last gelegt, die im selben Jahr während eines Raubüberfalles auf ihr Motel in Los Angeles durch Schüsse aus einer Waffe starben, die Williams gehörte. Laut Zeugenaussagen brüstete sich Williams mehrfach mit diesen Morden. Im Falle Owens behauptete er, einen Zeugen des Überfalles beseitigt zu haben („didn't want to leave any witnesses“). Zudem bezeichnete er die Opfer des zweiten Überfalles in Gesprächen mit Freunden angeblich als Buddha-heads.
Das Neunte US-Bundesberufungsgericht (Ninth Circuit of Appeals) wies 1994 ein Rechtsmittel von Stanley Williams zurück, erklärte jedoch, dass sein Schuldspruch durch „Indizienbeweise und Aussagen von Zeugen zustande gekommen war, deren Hintergrund zweifelhaft war und die motiviert waren zu lügen, um so bei der Staatsanwaltschaft entweder im Hinblick auf den Schuldspruch oder das Strafmaß eine Reduzierung zu erwirken“. Das Verfahren gegen Stanley Williams fand außerdem in einem Gerichtsbezirk statt, in dem nur ein Prozent der zur Verfügung stehenden Geschworenen schwarzer Hautfarbe sind. Der Vertreter der Anklage ließ jedoch alle Schwarzen aus der Jury ausschließen (Quelle: Weblink auf Amnesty international).
Williams' Anwälte reichten beim kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger ein Gnadengesuch ein. Für eine Begnadigung, also eine Umwandlung der Todes- in eine lebenslange Haftstrafe setzten sich auch Snoop Dogg, der selbst Mitglied der Crips war, Jesse Jackson, Desmond Tutu, Laurence Fishburne, Danny Glover, Anjelica Huston, Tim Robbins, Susan Sarandon, Jamie Foxx und Faris Al-Sultan ein. Obwohl Arnold Schwarzenegger Gespräche mit den Anwälten des Verurteilten führte, lehnte er das Gnadengesuch ab. Auch der Oberste Gerichtshof der USA sprach sich kurz danach gegen eine Begnadigung aus.
Williams wurde am 13. Dezember 2005 um 0:35 Uhr Ortszeit (9:35 MEZ) mit der Giftspritze hingerichtet. Als Henkersmahlzeit hatte er sich nur ein Glas Milch gewünscht.
Sein Leben wurde in dem Film Redemption - Früchte des Zorns (engl. Redemption: The Stan Tookie Williams Story) mit Jamie Foxx verfilmt.
Stanley Williams war Vater von zwei Söhnen, von denen einer ebenfalls eine Haftstrafe von 16 Jahren Dauer wegen Mordes zweiten Grades (engl. second-degree murder) verbüßt.
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