Der Stadtfriedhof Stöcken (oder Stöckener Friedhof) ist ein kommunaler Friedhof der Stadt Hannover. Er wurde 1891 als zweiter Stadtfriedhof (nach dem Stadtfriedhof Engesohde 1864) eröffnet und im Laufe der nächsten Jahrzehnte in mehreren Schritten vergrößert. Der Friedhof umfasst heute 55 ha, seit 1891 wurden hier 170.000 Menschen beigesetzt. Vor allem der im 2. Bauabschnitt in den Jahren 1901-02 vom damaligen Stadtgartendirektor Julius Trip parkartig angelegte Westteil bietet mit seinen alten Rhododendronsträuchen, dem Teich und den historischen Grabdenkmälern eine besondere Attraktion. Auf dem Friedhof befinden sich zahlreiche Gräber prominenter Hannoveranerinnen und Hannoveraner, von denen nur die des niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf, der Verlegerfamilie Madsack und der Opfer des Massenmörders Fritz Haarmann genannt seien. Auch dem bekannten Schlachter und Mörder selbst ist auf dem Stöckener Friedhof ein Denkmal gesetzt. Der Friedhof liegt an der Stöckener Straße 68 im Stadtteil Stöcken.
Eine informative Broschüre des Grünflächenamts der Landeshauptstadt Hannover (s.u. Literatur) führt Besucher/innen auf einem Rundgang entlang 16 ausgewählter Grabstätten über den Friedhof.
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Der erste Bauabschnitt mit streng rechtwinkligem Wegeraster wurde 1889-92 vom Stadtbaumeister Paul Rowald und seinem Kollegen Adolf Narten entworfen. Dieser Bereich wird diagonal vom Haupteingang ausgehend von einer Hauptallee durchschnitten. Erst ein Jahr nach Eröffnung des Friedhofs war die neugotische Kapelle am Haupteingang fertiggestellt, auch sie stammt von Paul Rowald und Adolf Narten. Für die erste Erweiterung des Friedhofs war Gartendirektor Julius Trip (1857-1907) verantwortlich, der auch den Maschpark hinter dem Neuen Rathaus entwarf. Nach dem Vorbild des Ohlsdorfer Friedhofs in Hamburg legte er diesen Teil in sumpfigem Gelände um einen Teich gruppiert als Parkfriedhof an, der von heute hochgewachsenen Bäumen, im Mai wunderbar blühenden Rhododendronbüschen und geschwungenen Wegeverläufen geprägt ist. In den Abteilungen A 30 und A 17 (am Ost- bzw. Südufer des Teiches) findet man auch einige der künstlerisch bemerkenswertesten Grabdenkmäler. Über eine schmale Stelle des Teiches führt eine Holzbrücke, an der Ostseite des Teiches wurde eine romantische Urneninsel (Abt. A 33) angelegt, auch von hier sind die Seerosen auf dem Teich zu bewundern.
Die dritte Erweiterung erfolgte im Norden des bisherigen Friedhofs in den Jahren 1913-18 unter Stadtgartendirektor Hermann Kube (von ihm stammen auch der Stadthallengarten und der Stadtfriedhof Seelhorst). Von der alten Mittelallee ausgehend wurde die Fläche symmetrisch erweitert. In diesem Bereich wurden später die Ruhestätten für die Toten des 1. und 2. Weltkriegs und des Bombenkriegs angelegt. Die letzte Vergrößerung erfolgte 1964/65. Im Nordostteil, der neuesten Friedhofserweiterung, gibt es seit 1989 eine Abteilung (59) für Verstorbene muslimischen Glaubens.
Im Eingangsbereich ist einer der zwei noch existierenden gußeisernen "Bödeker-Engel" aufgestellt, um 1854 von Georg Hurtzig entworfen und in der Königshütte in Bad Lauterberg (Harz) gegossen. Die Engelsfiguren, von denen es einmal 15 im Stadtgebiet von Hannover gab, gehen auf den populären hannoverschen Pastor Hermann Wilhelm Bödeker zurück, der mit ihnen seine Sammlungen zu wohltätigen Zwecken durchführte. Der andere Engel findet sich auf dem Stadtfriedhof Engesohde.
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