article

U-Bahn.svg | stuttgart_dt8.jpg Die Stadtbahn Stuttgart ist seit 1985 Teil des Schienenschnellverkehrs in Stuttgart. Die Stadtbahn hat die Straßenbahn in Stuttgart nahezu vollständig ersetzt. Betreiber ist die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB).

Das Netz der Stadtbahn Stuttgart umfasst derzeit ( ) 192 km Linienlänge und 115 km Streckenlänge. Neben Stuttgart verkehren einige Stadtbahnlinien auch in den Nachbarstädten Fellbach, Gerlingen, Leinfelden-Echterdingen, Ostfildern und Remseck am Neckar.

Linien


Das Liniennetz der Stadtbahn setzt sich aus den Talquerlinien (U5, U6, U7 und 15), den Tallängslinien (U1, U14), den Diagonallinien (U2, U4 und U9) und den Querlinien (U3, U8 und U13) zusammen.

Linien, die nur zu bestimmten Veranstaltungen verkehren, sind kursiv gesetzt. Endhaltestellen in Klammern werden nur Montag bis Freitag in der Hauptverkehrszeit angefahren.

Linie Stadtbahnstrecke (Spurweite 1435 mm)
U1 FellbachBad Cannstatt – Charlottenplatz – HeslachVaihingen
U2 NeugereutBad Cannstatt – Charlottenplatz – Hölderlinplatz
U3 PlieningenMöhringenVaihingen
U4 Untertürkheim – Ostendplatz – Charlottenplatz – Vogelsang – Botnang
U5 MönchfeldZuffenhausenHauptbahnhofDegerlochMöhringenLeinfelden
Jeder zweite Zug endet bereits am Möhringer Bahnhof bzw. an Werktagen außerhalb der Hauptverkehrszeit (8.30 Uhr bis 15.30 Uhr) an der Haltestelle Degerloch Albstraße.
U6 GerlingenWeilimdorfFeuerbachHauptbahnhofDegerlochMöhringen (– Vaihingen)
U7 Killesberg MesseHauptbahnhof – Ruhbank/FernsehturmHeumadenOstfildern-Nellingen
U8 VaihingenMöhringenDegerlochOstfildern-Nellingen
nur werktags von 05.30 Uhr bis 19.30 Uhr im 20-Minuten-Takt
Ein- und Ausrücker der Linie U7 werden zwischen Möhringen (Betriebshof) und Ostfildern als U8 geführt
U9 Hedelfingen – Raitelsberg – Hauptbahnhof – Vogelsang (– Botnang)
in den Schulferien und außerhalb der Hauptverkehrszeit nur zwischen Hedelfingen und Vogelsang
U11 HauptbahnhofCannstatter Wasen / Daimler-Stadion / Schleyer-Halle
nur bei Volksfesten, Sportveranstaltungen oder Konzerten
U13 (Giebel –) Feuerbach Pfostenwäldle – PragsattelBad CannstattHedelfingen
in den Schulferien und außerhalb der Hauptverkehrszeit nur zwischen Feuerbach und Hedelfingen
U14 Remseck-NeckargröningenMünster – Hauptbahnhof – Rotebühlplatz – Heslach Vogelrain
U16 Feuerbach Pfostenwäldle – PragsattelDaimler-Stadion
nur bei Sportveranstaltungen
U17 Degerloch Albstraße – Hauptbahnhof – Killesberg Messe
Messelinie
U18 VaihingenMöhringen – Waldau
nur bei Sportveranstaltungen

Betriebszeiten


Die Linien U1 bis U7, U13, U14 und 15 fahren von kurz nach 4 Uhr bis ca. 1 Uhr mit unterschiedlichen Taktfolgen: zu Betriebsbeginn alle 15 bis 20 Minuten, von 5 bis 19 Uhr alle 10 Minuten und nach 20 Uhr alle 15 bis 20 Minuten. Samstags über den Tag alle 12 Minuten und am Sonntag erst ab 11 Uhr alle 12 Minuten, zuvor alle 15 Minuten. Die Zugfolgen am Morgen und am Abend bleiben auch Samstag und Sonntag gleich. Die Linie U8 fährt nur Montag bis Freitag von 5 bis 19.30 Uhr alle 20 Minuten, außerdem werden die Ein- und Ausrücker der Linie U7 als U8 bezeichnet.

Geschichte


Stadtbahn Stuttgart - Hst Rathaus.jpg

Umstellung der Straßenbahn auf Stadtbahnbetrieb

Die Umstellung der Straßenbahn auf Stadtbahnbetrieb war technisch anspruchsvoll, denn sie beinhaltete eine Umstellung der Spurweite von Meterspur (1000 mm) auf Normalspur (1435 mm). Die Tunnelbauwerke in Stuttgart wurden vorausschauend schon mit einem für Stadtbahnfahrzeuge geeigneten Lichtraumprofil gebaut. Die für den Stadtbahnbetrieb vorgesehenen Strecken wurden zunächst auf ein Dreischienengleis umgebaut. Die dritte Schiene wurde später sukzessive bei den Strecken wieder ausgebaut, auf denen keine Straßenbahnen mehr verkehrten.

Eine weitere Herausforderung ergab sich durch die unterschiedlichen Bahnsteighöhen. Bei den alten Straßenbahnfahrzeugen war der Zustieg nur von der Straße oder von einem Tiefbahnsteig möglich, beim neuen Stadtbahnfahrzeug konnte der Zustieg wahlweise barrierefrei über einen Hochbahnsteig (bevorzugte bzw. endgültige Lösung) oder über einen Tiefbahnsteig erfolgen. Die Stadtbahnfahrzeuge älteren Typs (DT 8.4, DT 8.5, DT 8.7) sind mit sogenannten Klapptrittstufen ausgerüstet, die beim Tiefbahnsteig ausgeklappt werden können. Während der Übergangszeit, als in den Tunnelstrecken noch beide Fahrzeugtypen verkehrten, wurden die Bahnsteige zur Hälfte zu Hochbahnsteigen umgebaut. Der Umbau der zweiten Hälfte war erst auf den Strecken möglich, auf denen keine Straßenbahnfahrzeuge mehr verkehrten.

Seit 1983 wurden drei Vorserienfahrzeuge des Stuttgarter Stadtbahntriebwagens DT8 (DT 8.1 bis DT 8.3) auf dem Abschnitt Plieningen – Möhringen der Linie 3 im Probebetrieb eingesetzt. 1985 wurde die Linie 3 von Plieningen nach Vaihingen als erste Linie komplett auf Stadtbahn umgestellt. Darauf folgten 1986 die Linien 1 und 14, 1989 die Linie 9, 1990 die Linien 5 und 6, 1993 die Linie 7, 1994 die Linie 4 und Linie 11 (damals noch Linie E), 1997 und 1998 die Linie 13 sowie 2000 die Linie 8 und die Linien 16, 17 und 18 als „Veranstaltungslinien“. Zuletzt wurde 2002 die Linie 2 auf Stadtbahnbetrieb umgestellt.

Bis 2008 soll auch die letzte Straßenbahnlinie 15 auf Stadtbahn umgestellt werden, die Bauarbeiten sind bereits in vollem Gange.

Linienchronik

Eröffnungsdatum Stadtbahnlinie neue bzw. umgebaute Streckenabschnitte
28. September 1985 3 Plieningen – Vaihingen Bf
19. April 1986 1 Vaihingen Bf – Fellbach Lutherkirche
12. Juli 1986 14 Österreichischer Platz – Berliner Platz – Staatsgalerie / Mineralbäder – Mühlhausen
24. September 1988 E (Volksfestlinie) Mercedesstraße – Cannstatter Wasen
30. September 1989 U9 Vogelsang – Berliner Platz (Liederhalle) / Stöckach – Raitelsberg – Hedelfingen
3. November 1990 U5, U6 Freiberg – Pragsattel / Feuerbach Pfostenwäldle – Pragsattel / Pragsattel – Möhringen Bf /
Vaihinger Straße – Leinfelden Bf
26. September 1992 U6 Giebel – Feuerbach Pfostenwäldle
19. April 1993 U7 Killesberg – Eckartshaldenweg
13. August 1993 E (Stadionlinie) Cannstatter Wasen – Neckarstadion
3. Oktober 1993 U6 Gerlingen Siedlung – Giebel
24. September 1994 U4 Botnang – Vogelsang / Bergfriedhof – Ostendplatz – Wangener-/Landhausstraße /
Wasenstraße – Untertürkheim Bf
1. Juni 1997 U6 Gerlingen – Gerlingen Siedlung
13. September 1997 U13 Pragsattel – Bad Cannstatt Wilhelmsplatz / Augsburger Platz – Schlotterbeckstraße
27. März 1998 U13 Schlotterbeckstraße – Wasenstraße
23. Mai 1998 U7 Bopser – Ruhbank
22. Mai 1999 U14 Mühlhausen – Neckargröningen
11. September 1999 U7 Ruhbank – Heumaden
9. September 2000 U7, U8 Heumaden – Nellingen
22. Juni 2002 U2 Hauptfriedhof – Bad Cannstatt Wilhelmsplatz
14. Dezember 2002 U2 Berliner Platz (Hohe Straße) – Hölderlinplatz
16. Juli 2005 U2 Hauptfriedhof – Neugereut
11. Dezember 2005 U5 Freiberg – Mönchfeld

Triebwagen


Speziell für Stuttgart und die topographischen Gegebenheiten wurde von DUEWAG, AEG, Siemens, SGP (technische Ausstattung) und Lindinger & Partner (Design) der Triebwagen-Typ DT 8 entwickelt. DT 8 steht für Doppeltriebwagen mit acht Achsen. Es gibt mittlerweile elf Serien, wobei die Serien 8.1 bis 8.3 Prototypen waren, die zwischen 1981 und 1982 gebaut und 1990 ausgemustert bzw. verschrottet wurden.

Der erste reguläre Typ 8.4 mit 40 Exemplaren (Baujahr 1985 und 1986) ist mit Klapptrittstufen, die den Ausstieg auch an Tiefbahnsteigen möglich machen, ausgerüstet. Der nachfolgende DT 8.5 hatte nur geringfügige Änderungen zu verzeichnen (neun Züge zwischen 1988 und 1989). 1989 und 1990 erfolgte auch die Fertigung des Typs 8.6, der im Gegensatz zu den vorhergehenden Triebfahrzeugen keine Klapptrittstufen mehr besitzt (32 Doppeltriebwagen). 1992 entstanden die sechs Einheiten des DT 8.7, der wieder mit Klapptrittstufen ausgerüstet ist. 1993 folgte dann die Lieferung von elf Doppeltriebwagen ohne Klapptrittstufen (DT 8.8) und 1996 kamen nochmals 16 DT 8.9 zu den SSB, ebenfalls nur für Hochbahnsteige gerüstet.

Mit einem leicht veränderten Design und einem Durchgang zwischen den Triebköpfen hielt in den Jahren 1999 und 2000 der Typ DT 8.10 Einzug (23 Triebwagen), der für den Einsatz an Hochbahnsteigen vorgesehen ist. 2004 und 2005 wurden 27 weitere Doppeltriebwagen geliefert, die zwar baugleich mit den DT 8.10 sind, aber als DT 8.11 bezeichnet werden.

Auf den Linien U1, U4 und U13 können nur die Baureihen DT 8.4, 8.5 und 8.7 fahren, da die Haltestellen dieser Linien noch nicht komplett auf Hochbahnsteige umgerüstet sind. Auf den übrigen Linien können alle Typen verkehren. Im Moment (April 2006) fahren die Linien U6, U7 und U11 (nur zu Großveranstaltungen) montags bis samstags tagsüber in Doppeltraktion (80-Meter-Züge), wobei die Typen 8.4 bis 8.9 untereinander kompatibel sind, nicht jedoch mit der Baureihe DT 8.10/8.11.

Einige Stadtbahnzüge wurden auf Namen von Stadtbezirken oder angrenzenden Gemeinden getauft, vornehmlich dann, wenn die Stuttgarter Straßenbahnen AG dem Verkehr eine neue Stadtbahnstrecke übergaben. Hier die einzelnen Namen:

Nummer Taufdatum Name des Zuges
3011/3012 19.04.1986 Vaihingen
3025/3026 19.04.1986 Stadt Fellbach
3027/3028 30.09.1989 Hedelfingen
3029/3030 19.04.1986 Bad Cannstatt
3035/3036 30.09.1989 Wangen
3039/3040 30.09.1989 Vogelsang
3043/3044 24.09.1994 Untertürkheim
3063/3064 12.07.1986 Mühlhausen
3065/3066 24.09.1994 Botnang
3095/3096 24.09.1994 Gaisburg
Nummer Taufdatum Name des Zuges
3097/3098 12.07.1986 Münster
3131/3132 30.11.1990 Große Kreisstadt Leinfelden-Echterdingen
3135/3136 26.09.1992 Weilimdorf
3139/3140 30.11.1990 Feuerbach
3167/3168 30.11.1990 Zuffenhausen
3187/3188 02.10.1993 Stadt Gerlingen
3303/3304 22.05.1999 Große Kreisstadt Remseck am Neckar
3305/3306 11.09.1999 Sillenbuch
3307/3308 11.09.1999 Heumaden

Betriebshöfe


Der Einsatz der Stadtbahnzüge erfolgt von drei Betriebshöfen aus. Der Betriebshof 1 Heslach wurde am 2. Mai 1985 eröffnet und ist mit einer Werkstatt und einer Waschanlage ausgestattet. Hier sind 40 Züge untergebracht, die auf den Linien U1, U4, U9, U13 und U14 verkehren. Durch das stetig wachsende Stadtbahnnetz waren neue Abstellanlagen vonnöten. So entstand 1989 der Betriebshof 2 Möhringen, der 1994 erweitert wurde und in dem heute 60 Stadtbahnen abgestellt sind. In dem Depot befindet sich zudem die Hauptwerkstatt der SSB und eine Waschanlage. Vom Betriebshof in Möhringen folgt der Wageneinsatz der Linien U1, U3, U5, U6, U7 und U8. Zum Depot gehören auch die Abstellanlagen Gerlingen (seit 1997, zehn Züge) und Waldau (seit 1998, fünf Züge). Am 10. Mai 2000 wurde der letzte Betriebshof in Aldingen (Nr. 3) seiner Bestimmung übergeben. Er bietet die Kapazität für 60 Züge, gegenwärtig sind dort 40 Doppeltriebwagen stationiert. Ebenso wie in den anderen Betriebshöfen sind auch in Aldingen eine Waschanlage und eine Werkstatt vorhanden. Die Linien U2, U13 und U14 werden von hier aus eingesetzt.

Im Betriebshof 5 Cannstatt sind die letzten Straßenbahnen untergebracht, die bis 2007 auf der Linie 15 verkehren. Zukünftig ist hier das neue Straßenbahnmuseum geplant, das sich gegenwärtig noch in Zuffenhausen befindet. Der Betriebshof 10 Marienplatz beherbergt die drei Zahnradbahnen des Typs ZT4, die auf der Linie 10 verkehren.

Projekte


Allgemein
  • Bau von Aufzügen sowie Umbau aller Stationen auf Hochbahnsteig zum besseren Einsteigen für behinderte Menschen oder Personen mit Kinderwagen
Straßenbahnlinie 15
  • Stadtbahnmäßiger Ausbau der Strecken Olgaeck – Ruhbank/Fernsehturm und Pragfriedhof – Löwentor unter Beibehaltung der Meterspur für den Museumsverkehr, also Umbau auf Dreischienengleis (begonnen im September 2005, geplante Fertigstellung bis Ende 2007)
  • Bau einer Kehranlage zwischen Zuffenhausen Kelterplatz und Schozacher Straße für Einsatzwagen und als provisorische Wendeanlage für die Teilinbetriebnahme zwischen 2007 und 2010 (Bauausführung: Mitte 2006)
  • Umstellung des Abschnittes Zuffenhausen – Stammheim (teilweise im Tunnel) auf Stadtbahn (bis 2010)
Linie U6
  • Verlängerung von Möhringen Bahnhof über Möhringen Freibad und den Stadtteil Fasanenhof (neue Haltestellen: Bonhoefferkirche und Europaplatz) zum Gewerbegebiet Fasanenhof Ost. Der Baubeginn hängt von der zukünftigen Finanzierungssituation ab, die Fertigstellung erfolgt frühestens Ende 2009.
  • Fortführung vom Gewerbegebiet Fasanenhof Ost zur Neuen Messe am Flughafen
Linie U5
  • Wiederaufbau der 1990 stillgelegten Strecke zwischen den Stadtteilen Leinfelden und Echterdingen (Hinterhof) und evtl. unterirdische Fortführung
Sonstiges
  • Neubau einer neuen Stadtbahnlinie (U12) vom Hauptbahnhof über Mittnachtstraße, Löwentor, Hallschlag und Münster nach Mühlhausen bzw. Remseck in Verknüpfung mit dem Projekt „Stuttgart 21
  • Weiter in der Diskussion, aber noch nicht in konkreter Planung befinden sich u.a. der „Lückenschluss“ von Mönchfeld nach Mühlhausen (U5), die Erschließung des Gewerbegebietes Wallgraben zwischen Möhringen und Vaihingen und die Fortführung der „Neuen Messelinie“ Richtung Filderstadt und darüber hinaus.
  • Langfristig wird darüber nachgedacht, die Strohgäubahn ins Streckennetz aufzunehmen und über Stuttgart bis Neuhausen auf den Fildern durchzuführen. Dafür müssten allerdings erst noch Zweisystem-Triebwagen entwickelt werden, die dann gemäß dem Karlsruher Modell auch auf DB-Strecken verkehren würden.

Siehe auch


Weblinks


Stadtbahn | Verkehr (Stuttgart)

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Stadtbahn Stuttgart".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld