Die Stadtbahn Bielefeld wird von der moBiel GmbH, einer Tochter der Stadtwerke Bielefeld, betrieben. Sie bildet neben den ebenfalls von moBiel betriebenen Stadtbussen und den 4 das Stadtgebiet bedienenden Regionalbahnstrecken (11 Bahnhöfe) das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Bielefeld. Die Bahn wird oft als U-Straßenbahn bezeichnet. Sie befördert pro Jahr rund 26 Mio. Fahrgäste. Stadtbahn.svg
| 1 | Schildesche – Jahnplatz – Bethel – Brackwede – Senne |
| 2 | Milse – Baumheide – Jahnplatz – Sieker |
| 3 | Babenhausen-Süd – Jahnplatz – Sieker Mitte – Stieghorst Zentrum |
| 4 | Lohmannshof – Universität – Jahnplatz – Rathaus ( – Obernstraße) |
| 12 | Sieker – Adenauerplatz – Senne | 12 |
| 13 | Schildesche – Jahnplatz – Sieker | 13 |
| 18 | Sieker Mitte – Krankenhaus Mitte – Senne | 18 |
Im Studenten- und Schülerverkehr und zu Veranstaltungen (Spiele von Arminia Bielefeld in der Schüco-Arena, Konzertveranstaltungen) verkehren Einsatzbahnen. Es werden dann durchgehende Bahnen ab Rudolf-Oetker-Halle bzw. Lohmannshof nach Stieghorst, Senne und Sieker eingesetzt oder andere Kombinationen (z. B. Milse - Stieghorst). Diese Linien tragen die Linienbezeichnung der Ziellinie (also nach Senne Linie 1) oder ein E. Eine Ausnahme bildet Linie 10, die auch am späten Abend fährt:
| 10 | Lohmannshof – Universität – Jahnplatz – Stieghorst Zentrum | 10 |
Aufgrund eines profitablen Betriebes und reger Nutzung seitens der Bielefelder Bevölkerung, wurde bereits 1902 mit dem Bau der zweiten Linie begonnen. Diese führte über eine Länge von ca. 5 km vom Hauptbahnhof Bielefeld nach Sieker. Der für 1914 geplante Bau der dritten Linie wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhindert. Erst 1928 wurde sie in Betrieb genommen und vervollständigte die Planungen des Straßenbahnnetzes.
Der Straßenbahnbetrieb musste am 31. März 1945 nach schweren Bombenangriffen vorübergehend eingestellt werden. Die Beseitigung der Kriegsschäden dauerte bis in das Jahr 1950 hinein, wobei der Betrieb auch während des Wiederaufbaus auf allen Linien im eingeschränkten Rahmen weitergeführt wurde. Der Fuhrpark bestand zu diesem Zeitpunkt aus Wagen des Typs GT6, welche später durch Einbau eines Mittelteils zum Typ GT8 erweitert wurden. Diese verkehrten noch bis Anfang der neunziger Jahre auf der Linie 3.
Nach der Beseitigung aller Kriegsschäden begann man, das Streckennetz auszubauen. Neben der Verlängerung der vorhanden Linien 1 und 2 (damals 3) in den sechziger Jahren, ist insbesondere die Eröffnung des ersten Straßenbahntunnels am 21. September 1971 erwähnenswert. Dieser verläuft auf einer Länge von ca. 250 m unter der Herforder Straße und beinhaltet die Haltestelle Beckhausstraße (Linie 2). Der Tunnel ist der erste Abschnitt des heute existierenden Stadtbahnnetzes und ist völlig in diesem aufgegangen.
1978 begann der weitere Ausbau des Tunnelsystems, wobei nun alle drei Linien eingebunden wurden. Der bereits in Planung befindliche Ausbau auf vier Linien wurde hierbei durch Blindstollen bereits berücksichtigt. Auch wurde das bestehende Straßenbahnnetz in den siebziger Jahren noch einmal im geringen Umfang verlängert.
Nach 23 Jahren Bauzeit wurde die Bielefelder Stadtbahn am 28. April 1991 eröffnet. Neben der Einführung neuer Fahrzeuge (M8C bzw. M8D), Hochbahnsteigen und Beschleunigungsmaßnahmen (eigene Trassen, Ampelschaltungen etc.) trug der Tunnelbetrieb maßgeblich zur Leistungssteigerung des Stadtbahnnetzes bei.
In den 90er Jahren wurde das Netz durch eine Verlängerung der Linie 3 in östlicher Richtung (Sieker Mitte bis Stieghorst, 5 Haltestellen, 1995/96) und vor allem durch den Bau der neuen Linie 4 (Rathaus – Universität, 7 Haltestellen, 2. April 2000) zusätzlich gestärkt. In Jahr 2002 wurde die Linie 4 um zwei weitere Haltestellen erweitert und endet heute an der Haltestelle Lohmannshof. Die Haltestelle Universität ist der größte oberirdische Haltepunkt des Stadtbahnnetzes. Eine überdachte Brücke verbindet Stadtbahn und Parkhäuser (Park and Ride) mit dem Uni-Haupteingang.
Heute gibt es 7 unterirdische Bahnhöfe: Jahnplatz und Hauptbahnhof (alle Linien), Beckhausstraße (Linie 2, eröffnet 1971), Wittekindstraße und Nordpark (Linie 3, eröffnet 1991) sowie Siegfriedplatz und Rudolf-Oetker-Halle (Linie 4, eröffnet 2000). Die Haltestelle Baumheide (Linie 2, eröffnet 1978) liegt unter einem Brückenbau und ist daher einer unterirdischen Haltestelle ähnlich.
Im Herbst 2002 wurde der Frühverkehr am Wochenende eingeschränkt: samstags bis ca. 7 Uhr und sonntags bis ca. 9 Uhr fahren nur noch Busse (Nachtlinien) auf einem radial angelegten Frühverkehrsnetz zum Treffpunkt Jahnplatz. Dadurch ist an Wochenenden ein Verkehrsangebot rund um die Uhr entstanden. Allerdings ist der Hauptbahnhof im Frühverkehrsnetz kaum eingebunden, denn keine Frühverkehrslinie fährt ihn direkt an (nur 3 von 8 Linien haben Haltestellen in Bahnhofsnähe).
An der Haltestelle Jahnplatz können an beiden Bahnsteigen 3 Züge (Kurzzüge mit M8C) hintereinander halten. Dies wurde jahrelang für einen direkten Anschlussbetrieb in den Abendstunden (und sonntagsmorgens) genutzt. Fahrgastzunahmen im Abendverkehr und eine bessere Fahrzeugnutzung (der 30-Minuten-Anschlussbetrieb führte zu Standzeiten von fast 30 Minuten z. B. in Milse) ermöglichten im Herbst 2003 eine Taktverdichtung zum 15-Minutentakt, dadurch wurden auch Langzüge z. B. nach Senne und Lohmannshof möglich.
| Technische Daten M8C | |
| Typ | 8-achsiges Stadtbahn-Fahrzeug |
| Motoren | Gleichstrommotoren |
| Hersteller | Duewag/ABB |
| Antriebsachsen | 4 |
| Leistung | 2 x 150 kW |
| Höchstgeschwindigkeit | 70 km/h |
| Kühlung | Luft |
| Leergewicht | 38.000 kg |
| Länge über Kupplung | 26.640 mm |
| Breite | 2.300 mm |
| Höhe | 3.620 mm |
| Sitzplätze | 50-54 |
| Stehplätze | 86-92 |
| Technische Daten M8D | |
| Typ | 8-achsiges Stadtbahn-Fahrzeug |
| Motoren | Drehstrommotoren |
| Hersteller | Siemens/Adtranz |
| Antriebsachsen | 4 |
| Leistung | 2 x 95 kW |
| Höchstgeschwindigkeit | 70 km/h |
| Kühlung | Wasser |
| Leergewicht | 34.000 kg |
| Länge über Kupplung | 26.890 mm |
| Breite | 2.300 mm |
| Höhe | 3.620 mm |
| Sitzplätze | 63 |
| Stehplätze | 91 |
| Technische Daten MB4 | |
| Typ | 4-achsiger Stadtbahn-Beiwagen |
| Motoren | keine |
| Hersteller | Siemens/Adtranz |
| Antriebsachsen | keine |
| Leistung | keine |
| Höchstgeschwindigkeit | 70 km/h |
| Kühlung | keine |
| Leergewicht | 16.100 kg |
| Länge über Kupplung | 14.420 mm |
| Breite | 2.300 mm |
| Höhe | 3.620 mm |
| Sitzplätze | 26 |
| Stehplätze | 55 |
Der erste ist ein Schienenschleifwagen, welcher mittels einer Schleifeinrichtung unterhalb des (hier im Gegensatz zum Originalfahrzeug) vierachsigen Mittelteiles Unebenheiten auf den Schienen beseitigt. Durch die Beseitigung dieser sog. Riffeln werden zum einen die Beanspruchungen an den Gleisanlagen und Fahrzeugen und zum zweiten störende Vibrationen verringert.
Der Wagen 1990 wurde aus zwei GT8-Fahrzeugen (Baujahr 1960 und 1963) zusammengestellt, um einen Zwei-Richtungs-Betrieb sicherzustellen. Dazu wurden zwei Treibköpfe und ein Mittelteil zu einem neuen Fahrzeug zusammengestellt.
| Technische Daten Schienenschleifwagen | |
| Typ | 8-achsiger Gelenktriebwagen |
| Motoren | 4 Gleichstrommotoren |
| Hersteller | Duewag/Kiepe/Schörling/Eigenbau |
| Antriebsachsen | 8 |
| Leistung | 4 x 110 kW |
| Höchstgeschwindigkeit | 60 km/h |
| Kühlung | Luft |
| Leergewicht | 34.850 kg |
| Länge über Kupplung | 26.000 mm |
| Breite | 2.200 mm |
| Höhe | 3.580 mm |
| Sitzplätze | 1 |
Der zweite in Eigenregie umgebaute GT8-Wagen ist der sog. Sparrenexpress. Hierbei handelt es sich um einen Partywagen, welcher gemietet werden kann und mit den Gästen das gesamte Streckennetz befährt. Für diesen Zweck wurde im Wagen teilweise die Bestuhlung entfernt und stattdessen eine Theke, Tanzfläche und Toiletten eingebaut. Die Wagen aus dem Jahr 1963 (es wurden ebenso wie beim Schleifwagen zwei Triebköpfe verwendet) wurde 1999 für diesen Zweck angepasst.
| Technische Daten Sparrenexpress | |
| Typ | 8-achsiger Gelenktriebwagen |
| Motoren | Gleichstrommotoren |
| Hersteller | Duewag/MGB/Eigenbau |
| Antriebsachsen | 8 |
| Leistung | 2 x 110 kW |
| Höchstgeschwindigkeit | 50 km/h |
| Kühlung | Luft |
| Leergewicht | 28.150 kg |
| Länge über Kupplung | 25.750 mm |
| Breite | 2.200 mm |
| Höhe | 3.185 mm |
| Sitzplätze | 28 |
| Stehplätze | 22 |
Darüber hinaus verfügt moBiel über mehrere Fahrzeuge mit einer Schienenfahreinrichtung, wodurch ein Fahrbetrieb sowohl auf der Straße als auch Schiene möglich ist. Diese werden hauptsächlich für Wartungs- und Montagearbeiten bzw. als Schienenreinigungsfahrzeug verwendet.
An den unterirdischen Bahnhöfen ist das Rauchen verboten. Da an der oberirdischen Haltestelle Rathaus alle Linien halten, hat sich diese zu einer zentralen Umsteigestation für Raucher entwickelt.
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