Stadtbahn.svg Die Stadtbahn ist ein zu den Bahnen gehörendes Verkehrsmittel im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV, Stadtverkehr).
Der Begriff ist nicht mehr eindeutig definiert. Er wird in verschiedenen Städten für unterschiedlich ausgeprägte ÖPNV-Verkehrssysteme verwendet. In den meisten Fällen wurde der Begriff Stadtbahn eingeführt, um die Weiterentwicklung der Straßenbahn zu einem höherwertigen Verkehrsmittel zu verdeutlichen.
Stadtbahnstrecken können – anders als die völlig vom übrigen Verkehr abgetrennten U-Bahnen – niveaugleiche Kreuzungen mit dem Straßenverkehr haben. Die meisten Stadtbahnen sind Schnellstraßenbahnstrecken durch vom übrigen Straßenverkehr getrennte Streckenabschnitte, die teilweise auch in Hochlage, teilweise unterirdisch geführt werden. Somit können speziell in dicht bebauten Innenstädten auch Merkmale einer U-Bahn vertreten sein.
In jüngerer Zeit verkehren Stadtbahnen auch auf klassischen Eisenbahnstrecken in weiter entfernte Vororte, so dass sie S-Bahnen ähneln. Auf solchen Stadtbahnstrecken wurden in der Anfangsphase normale Straßenbahnwagen eingesetzt. Inzwischen überwiegen speziell entwickelte Stadtbahnwagen wie beispielsweise in Köln/Bonn, Rhein/Ruhr, Frankfurt am Main oder Stuttgart. Diese sind häufig auch für den Betrieb auf normalen Eisenbahnstrecken nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) zugelassen (Köln/Bonn, Karlsruhe).
In den meisten Netzen werden für den Stadtbahnbetrieb Hochbahnsteige angelegt, die das stufenlose Einsteigen in diese Fahrzeuge ermöglichen. Für Bereiche mit niedrigen Bahnsteigen besitzen viele Stadtbahnwagen so genannte Klappstufen. In jüngerer Zeit entstanden auch Stadtbahnwagen in Niederflurbauweise, beispielsweise in Chemnitz oder in Karlsruhe.
Einige reine Straßenbahnbetriebe bezeichnen ihre Netze ebenso als Stadtbahn (Erfurt). So wurde 1996 die Erfurter Straßenbahn per Stadtratbeschluss in „Stadtbahn“ umbenannt. Damit ist die Abgrenzung, ob es sich um eine Straßen- oder Stadtbahn handelt, inzwischen recht fließend.
Die ersten Stadtbahnnetze mit U-Bahnstrecken wurden 1966 in Stuttgart (Stadtbahn Stuttgart) und 1968 in Frankfurt am Main (Stadtbahn Frankfurt am Main) und in Köln (Stadtbahn Köln) eröffnet. Außer in Frankfurt wurden zuerst normale Straßenbahnfahrzeuge eingesetzt. Die Main-Metropole setzt auf einigen Linien bis heute straßenbahnkompatible Stadtbahnwagen mit Klappstufen ein (U 5, U 6). In Stuttgart werden nur von Meter- auf Normalspur umgerüstete Strecken als Stadtbahn bezeichnet.
Die Tunnelanlagen wurden daher so ausgelegt, dass diese von normalen Straßenbahnwagen befahren werden konnten. Da die meisten Betriebe Einrichtungswagen einsetzten, entstanden in der Überzahl der Stadtbahnstädte in den Tunnelbahnhöfen Seitenbahnsteige - zuerst in niedriger Ausführung. Mit dem Übergang zu speziellen Stadtbahnwagen werden auf Stadtbahnstrecken vermehrt Mittelbahnsteige eingebaut. Diese entstanden gleich als Hochbahnsteige, die Seitenbahnsteige wurden in fast allen Betrieben mit Stadtbahnwagen zu Hochbahnseigen umgebaut.
Im Ruhrgebiet (Stadtbahnnetz Rhein-Ruhr) sowie Frankfurt am Main und Stuttgart tragen Stadtbahnlinien das von reinen U-Bahnsystemen (Berlin, Hamburg, München) bekannte U-bahn sig jcornelius.gif vor der Liniennummer. Die Zugänge zu den Bahnsteigen oder Bahnhöfen der Stadtbahnen sind ebenfalls mit diesem Hinweisschild ausgestattet. In Hannover (Stadtbahn Hannover; Eröffnung 1975) sind dagegen nur die Zugänge der Haltestellen in Tunnelstrecken und die oberirdischen Stationen mit Hochbahnsteigen mit einem modifizierten U-bahn sig jcornelius.gif-Zeichen versehen (farbliche Absetzung der oberen beiden Enden des U). Die oberirdischen Stationen werden in absehbarer Zukunft alle mit Hochbahnsteigen ausgerüstet sein, so dass dann alle Stationen mit dem U-bahn sig jcornelius.gif gekennzeichnet sind. Nur Karlsruhe verwendet das S-Bahn-Symbol. In weiten Bevölkerungskreisen werden diese Netze daher auch als U-Bahn wahrgenommen. Der Begriff „Stadtbahn“ hat sich nicht im allgemeinen Sprachgegebrauch durchgesetzt. Das ist vielen Betrieben recht, da sich die Marke „U-bahn sig jcornelius.gif-Bahn“ als sehr werbewirksam erweist. Ein späterer Übergang zu reinem U-Bahnbetrieb war bei den meisten Stadtbahnen (Frankfurt am Main, Hannover, Stuttgart) berücksichtigt, doch diese Entwicklung erscheint derzeit sehr unwahrscheinlich.
Das Stadtbahnnetz in Köln wird künftig in ein Hochflurnetz mit normalem Stadtbahnwagenbetrieb und in ein Netz für Niederflur-Stadtbahnen aufgeteilt werden. Die Hochflurstrecken bilden mit dem 1974 eröffneten Bonner Stadtbahnsystem betrieblich eine Einheit unter Einbeziehung zweier früherer Eisenbahnstrecken der Köln-Bonner Eisenbahn.
In Düsseldorf (Stadtbahnnetz Rhein-Ruhr) soll die derzeit in Planung befindliche Wehrhahnlinie als erste Stadtbahnlinie in Düsseldorf mit Niederflurstadtbahnwagen betrieben werden.
In Hannover ist die Umwandlung der „klassischen“ Straßenbahn in eine reine Stadtbahn seit 1996 weitgehend abgeschlossen, in Stuttgart wird dies bis 2010 der Fall sein. In anderen Städten wird neben der Stadtbahn weiter an der klassischen Straßenbahn (Düsseldorf, Frankfurt, Essen), allerdings in Niederflurausführung, festgehalten werden. In Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen und Bochum werden im Tunnel liegende Meterspurabschnitte (außer Duisburg) als Straßenbahnlinien geführt und mit herkömmlichen Trambahnwagen befahren. Duisburg fährt Tram- und Stadtbahnlinien auf gemeinsamen Strecken. In Bielefeld (Stadtbahn Bielefeld) wird auf Dauer die Stadtbahn als U-Straßenbahn in Meterspur betrieben werden. Ein Umrüstung auf Normalspur ist jedoch möglich.
Beim Tunnelbau wird zwischen dem Ausbau in Straßenbahn-Manier mit vielen niveaugleichen Kreuzungen und Abzweigen (typisch für Köln und Stuttgart) und der Bauweise in U-Bahn-Manier mit meist kreuzungsfrei ausgeführten Abzweigen (Dortmund, Frankfurt, Hannover) unterschieden. Die Trassierungselemente der Stadtbahn-Tunnelstrecken entsprechen denen einer U-Bahn. Allerdings ist der Ausbau zum Teil teuerer, da Stadtbahnen im Gegensatz zu Voll-U-Bahnen ihren Strom durch Oberleitungen erhalten. Daher muss das Tunnelprofil größer als bei mit Stromschienen fahrenden U-Bahnen gehalten werden. In wenigen Fällen kommt eine an die Tunneldecke konstruierte Stromschiene zur Anwendung. OePNVSystemeDeutschlandJanuar2003.jpg
Weitere Stadtbahnnetze in Deutschland ohne Tunnel-, aber mit einbezogenen Eisenbahnstrecken befinden sich in:
Stadtbahnsysteme wurden auch in Großbritannien heimisch. Das Netz in Newcastle upon Tyne besteht seit 1984. Dort wurden neben neue Tunnelanlagen auch Eisenbahnstrecken ins Netzwerk einbezogen. Auch Manchester und Birmingham erhielten Stadtbahnsysteme. In London entstand mit der Docklands Light Railway ein System, das auf Stadtbahntechnik mit den entsprechenden Fahrzeugen basiert, aber mit Stromschiene betrieben wird. Ein Teil der dort beschafften Wagen ist inzwischen nach Umbauten auf dem Essener Stadtbahnstrecken im Einsatz. In Porto (Portugal) entstand in jüngerer Zeit ebenfalls ein Stadtbahnsystem, das neue Tunnelstrecken und von Meter- auf Normalspur umgerüstete Eisenbahnstrecken benutzt.
In Polen existiert eine kreuzungsfreie Stadtbahnlinie in Posen. Die Strecke trägt eine Bezeichnung Schnelle Straßenbahn (Szybki tramwaj) und wurde im Einschnitt und als Hochbahn gebaut. Eine weitere gleichartige Strecke in Posen ist derzeit im Bau. Ebenfalls wird eine Stadtbahnlinie in Krakau gebaut, mit einem Tunnel und zwei unterirdischen Stationen. Sie soll jedoch von Niederflurfahrzeuge bedient werden.
Im Osten Asiens erhielt die philippinische Hauptstadt Manila ein Stadtbahnsystem. Dieses wurde so gut wie kreuzungsfrei gebaut und wird mit Fahrzeugen der belgischen Straßenbahn-Standartbauart (Lüttich, Oostende) sowie Tatra-Wagen aus tschechischer Produktion betrieben.
Darüber hinaus sind in den folgenden Städten Systeme angedacht:
Schienenfahrzeug | ÖPNV | Stadtbahn
Letbane | Light rail | Tram-train | ライトレール | Stadtbahn | Szybki tramwaj | Легкорельсовый транспорт | Mestna železnica
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