Die Hansestadt Stade ist Kreisstadt des Landkreises Stade in Niedersachsen, zwischen Cuxhaven und Hamburg.
Geografie
Geografische Lage
Stade liegt am Fluss
Schwinge zwischen dem
Alten Land und
Kehdingen, unweit der
Unterelbe. Die umgebende Landschaft ist überwiegend flaches
Marschland. Die Stadt liegt auf einem in diese Landschaft hineinragenden
Geestsporn, der sich bis zu 14 Meter (Spiegelberg, möglicher Standort der vermuteten ehemaligen Burg) über die Marsch erhebt.
Stadtgliederung
Stade besteht neben dem eigentlichen Stadtgebiet aus den vier
Ortschaften
Bützfleth,
Haddorf,
Hagen und
Wiepenkathen. Sie verfügen im Gegensatz zu anderen Teilen der Stadt über eigene kommunale Vertretungsorgane.
Stadtteile
In Stade gibt es mehrere Stadtteile. Das historische Zentrum befindet sich innerhalb der ehemaligen Wallanlagen, umgeben vom Burggraben, auf der
Schwingeinsel. Im Zuge der Umwidmung der Stadtbefestigung zu Grünanlagen wuchs die Stadt Ende des
19. Jahrhunderts an den Ausgangsstraßen. Es entstand zum Beispiel der Stadtteil
Kehdingertors Vorstadt im Norden, die Schiffertors Vorstadt sowie in den
1960er Jahren das
Altländer Viertel im Osten. Die Stadtteile
Campe,
Klein Thun,
Groß Thun im Süden,
Hahle im Südwesten und der
Hohenwedel im Westen gehen auf ehemalige bäuerliche Dörfer zurück, an welche die Stadt Stade heranwuchs. Sie sind heute belebte Wohnvororte unterschiedlicher Prägung. Der Stadtteil
Ottenbeck entstand seit Ende der
1990er Jahre auf dem Gelände der ehemaligen Stader Von-Goeben-
Kaserne.
Geschichte
Stade ist möglicherweise die älteste Stadt Norddeutschlands. Die ersten Siedler kamen bereits 1000 Jahre v. Chr. in die Gegend um Stade. Im
8. Jahrhundert v. Chr. entstand dann eine richtige Siedlung mit Hafen. Im Jahre
994 wurde die Siedlung von den Wikingern geplündert und Stade wurde das erste Mal erwähnt (Stethu). Nach dem Aussterben der
Grafen von Stade (
Udonen) fiel Stade an
Heinrich den Löwen. Nach dessen Entmachtung
1180 war es zwischen dem
Erzbistum Bremen und den
Welfen umstritten - was die Stadt für ihre Zwecke auszunutzen wusste.
1209 verlieh
Kaiser Otto IV. Stade das Stadtrecht, das Bremen
1259 bestätigte - zusammen mit dem
Stapelrecht und der Befreiung von der Heerfahrt. Stade wurde Mitbegründerin der
Hanse.
1279 gab sich der Bürgerrat eine eigene Verfassung, die sogenannten
Stader Statuten. Ab
1361 besaß Stade das Recht, Bündnisse zu schließen und damit zwar nicht rechtlich, aber faktisch den Status einer
Freien Reichsstadt. Seine Blütezeit reichte bis in den
Dreißigjährigen Krieg hinein.
1628 eroberte
Tilly die Stadt, kurz darauf eroberten es die
Schweden (bis
1636). Nach einer dänischen Besatzung eroberten die Schweden sie endgültig
1643 und erhielten sie zusammen mit dem
Erzbistum Bremen im
Westfälischen Frieden auch offiziell zugesprochen. Beim großen Stadtbrand am
26. Mai 1659 brannten zwei Drittel der Stadt nieder. Die Stadt wurde mit unverändertem Grundriss wieder aufgebaut. Die schwedische Herrschaft endete
1712; nachdem Stade kurz zum Königreich von
Dänemark gehörte, wurde es (nach dänischer Belagerung) ab
1715 ein Teil des
Kurfürstentums Hannover. Bis zur Bezirksreform
1978 war Stade in Nachfolge der als preußische Regierung fungierenden Land
drostei Stade Sitz eines niedersächsischen
Regierungsbezirks. Auch als
Garnisonsstadt hatte Stade seit der Schwedenzeit erhebliche Bedeutung. Die aus dem Fliegerhorst Stade hervorgegangene
von Goeben-Kaserne wurde
1994 aufgelöst. Beide Institutionen, Bezirksregierung und Militär, prägten das soziale Leben Stades als Verwaltungs- und Garnisonsstadt bis zur Ansiedlung der Großindustrie Anfang der 1970er Jahre sehr.
Einwohnerentwicklung
(jeweils zum 31. Dezember)
Politik
Stadtrat
Der FDP-Ratsherr hat sich im Stadtrat mit der CDU-Fraktion zu einer gemeinsamen Gruppe zusammengeschlossen. Diese bildet zusammen mit der Wählergemeinschaft die Mehrheit im Rat.
Bürgermeister
Bürgermeister Hans-Hermann Ott ist der letzte, der diesen Posten ehrenamtlich bekleiden wird. Mit der
Kommunalwahl am 10. September 2006 wird es zukünftig auch in Stade einen hauptamtlichen Bürgermeister geben, der neben repräsentativen Aufgaben auch die Verwaltung führen wird. Diese Funktion nimmt bisher der Stadtdirektor wahr.
Wappen_Stadt_Stade.jpg
Wappen
Das Wappen der Stadt Stade zeigt einen Wappenschild mit dem aufwärts gerichteten Petrusschlüssel der
Bischöfe von Bremen auf blauem Grund und ist durch Münzfunde seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesen. Im
19. Jahrhundert wurden flankierend zwei Greife sowie das Spruchband mit den Buchstaben S.P.Q.ST. (Senatus Populusque Stadensis, lateinisch für "Der Stadtrat und die Bürger von Stade") hinzugefügt.
Städtepartnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Stade-AltesRathaus 1.jpg |
Kirche_St._Cosmae.jpg
Theater
Museen
Bauwerke
In der Nähe von Stade überqueren die zwei Hochspannungsleitungen
Elbekreuzung 1 und
Elbekreuzung 2 die Elbe.
Geplante Bauwerke
In den nächsten Jahren soll die Stadt an die
Bundesautobahn 26 angebunden werden, sie wird an der
Elbe entlang von
Hamburg über Stade nach
Drochtersen gebaut und wird dort per
Autobahnkreuz in die
Bundesautobahn 20 eingehen die in Richtung Westen zum
Wesertunnel verlaufen wird und in Richtung Osten durch den geplanten Elbtunnel bei
Drochtersen nach
Schleswig-Holstein gehen.
Wirtschaft und Infrastruktur
In Stade gibt es über 3.200 Betriebe in denen mehr als 25.000 Menschen arbeiten.
Im Industriegebiet an der Elbe sind über 2.800 Menschen in den Betrieben von
DOW Deutschland,
Hydro Aluminium,
Aluminium Oxid Stade GmbH und im Kernkraftwerk Stade beschäftigt. Im Gewerbegebiet Süd arbeiten über 1.800 Beschäftigte im
Airbus-Werk Stade.
Elbeklinikum
Die Stadt Stade unterhält in Kooperation mit der Stadt
Buxtehude einen Verbund der Hospitäler. Seit 2001 sind die Kliniken gemeinsam verwaltet; das Stader Krankenhaus ist seitdem bekannt als die "Elbeklinik Stade". Die gemeinsame Bettenzahl erreicht 836, wobei 266 auf Buxtehude und 570 auf Stade entfallen
[Elbekliniken:"Wer wir sind" http://www.elbekliniken.de/index.php?se=406 ]. Es sind in Stade unter anderem die Fachbereiche
- Kardiologie,
- Gastroenterologie,
- Pädiatrie,
- Allgemeine Chirurgie,
- Gefäßchirurgie,
- Unfallchirurgie,
- Urologie,
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
- Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,
- Augenheilkunde,
- Neurologie und die
- Allgemeine Psychiatrie
vertreten. Im Jahre 2004 wurden in Stade alleine 18.889 Patienten stationär und weitere 46.972 ambulant behandelt
[ "Strukturierter Qualitätsbericht" S4ff. http://www.elbekliniken.de/upl_images/Q-BerichtStade.pdf ].
Ansässige Unternehmen
Große Firmen:
Dow Chemical,
Hydro Aluminium,
Deutsche Airbus,
E.On,
AOS Aluminium Oxid Stade.
Bildung
Im Zentrum der Stadt gibt es zwei Gymnasien, das
Athenaeum und das
Vincent-Lübeck-Gymnasium, sowie vier Fachgymnasien an den Berufsbildenden Schulen (Fachrichtungen:
Informationstechnik,
Ökotrophologie,
Sozialpädagogik und
Wirtschaft).
Es gibt zwei Realschulen, einmal die
Realschule Camper Höhe und die
Realschule Hohenwedel.
Es gibt drei berufsbildende Schulen: BBS I -
Jobelmann-Schule (gewerbliche, technische und pädagogische Fachrichtungen), BBS II - Handelslehranstalt (kaufmännsiche Fachrichtungen) und BBS III (landwirtschaftlich-gärtnerische Fachrichtungen).
Es gibt mehrere Hauptschulen, Grundschulen, Sonderschulen, eine
Waldorfschule sowie eine
Volkshochschule.
Kernkraftwerk
Das
Kernkraftwerk Stade (KKS) wurde
1972 in Betrieb genommen. Ab
1984 wurde dann
Fernwärme an eine benachbarte
Salinenanlage abgegeben (erstmalig für ein Kernkraftwerk in Deutschland). Die
Saline wurde im
Juni 2003 geschlossen, was vermutlich mit der Schließung des Kernkraftwerks zusammenhängt. Aus wirtschaftlichen Gründen befindet sich das Kraftwerk zur Zeit in der Stilllegungsphase. Die offizielle Abschaltung erfolgte am
14. November 2003. Die Nettoleistung betrug vor der Stilllegung 630
MW.
Weitere Kraftwerke
Früher befand sich in der Nähe von Stade noch das
Kraftwerk Schilling, ein ölbefeuertes Wärmekraftwerk.
Zur Zeit ist ein neues Kohlekraftwerk an der Elbe in Planung.
Verkehr
Zur Zeit ist Stade durch die
Bundesstraße 73, die
Bundesstraße 74 und die Regionalbahnstrecke
Hamburg–
Cuxhaven (KBS 121,
Unterelbebahn) – früher auch noch die
Kehdinger Kreisbahn – angebunden. Die B 73 soll durch die
A 26 (im Bau) entlastet werden.
Durch den Ausbau der Küstenautobahn A 20 bzw. A 22 sollen weiter große Firmen an den Industriestandort Stade gelockt werden.
Seit 2004 ist der Landkreis Stade dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) angeschlossen.
2007 soll die Linie S3 der S-Bahn Hamburg von Hamburg bis nach Stade verlängert werden.
Hafen
Stade besitzt den Hafen
Stade-Bützfleth als Seehafen. Der Hafen ist 60 sm von der Nordsee entfernt (gemessen bis
Elbe 1). Der Hafen kann Schiffe mit einer Länge von bis zu 270 m und 14 m Tiefgang abfertigen. Der
Tidenhub beträgt 3,1 m.
In diesem Hafen wird vor allem der Umschlag für das Aluminiumwerk und das Chemiewerk abgewickelt, die beide auch einzelne Kais im Hafen betreiben.
In der Stade selbst gibt es noch den für seinen pittoresken Charme berühmten historischen „Alten Hansehafen“ am Fischmarkt. Da dieser durch eine Straße von der Schwinge abgeschnitten wurde, gibt es zum Dritten den neueren Stadthafen, der besonders während des Sommerhalbjahrs gerne von Freizeitskippern zur Übernachtung genutzt wird.
Behörden und Gerichte
Söhne und Töchter der Stadt
Historische Persönlichkeiten
Weitere bekannte Personen
Weblinks
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