Stabschrecken gehören zu den Gespenstschrecken (Ordnung: Phasmatodea). Sie werden in zwei artenreiche Familien gegliedert: die Phylliidae und die Phasmatidae.
Als Gemeinsamkeit besitzen sie alle eine längliche Gestalt, die sehr an Zweige oder kleine Äste erinnert. Die größten dieser Tiere erreichen eine Körperlänge von 28 cm und die kleinsten werden lediglich knapp 2 cm lang. Die Mehrheit der Arten ist in den tropischen Zonen rings um den Globus beheimatet. Die nächsten Vorkommen in Europa sind in Großbritannien an der Küste von Cornwall, wo wegen des Golfstroms ein mildes Klima herrscht, das dem mediterranen Klima ähnelt. Auch im Mittelmeerraum, etwa in Südfrankreich oder Norditalien, gibt es europäische Stabschreckenarten.
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Lebensweise
Stabschrecken verharren tagsüber meist am gleichen Ort und bewegen sich fast ausschließlich wie ein Ast im Wind; während der Dämmerung und der Nacht ändern die nachtaktiven Tiere ihren Standort und gehen dabei auf Nahrungssuche. Ihre längliche Form und ihre Färbung gibt ihnen im Gebüsch und auf Ästen eine hervorragende Tarnung, die noch durch ihr Bewegungsverhalten verbessert wird (
Mimese).
Stabschrecken sind Pflanzenfressende Insekten. Es können Brombeerblätter angeboten werden. Diese werden von Stabschrecken bevorzugt verzehrt und sind immergrün, d.h. das die Brombeersträucher auch im Winter grüne Blätter tragen.
Das Abwehrverhalten gegenüber Feinden ist bei Stabschrecken sehr interessant. In der Regel sitzen sie auf Sträuchern und ahmen deren Äste nach, d.h. sie wiegen sich wie Äste im Wind. Wenn dieses Verhalten keine Wirkung zeigt, sind sie fähig ihre Gliedmaßen abzuwerfen, was vor allem die Nymphen dieser Phasmidengruppe bevorzugt.
Fortpflanzung
Stabschrecken sind in der Regel zweigeschlechtlich, jedoch ist auch bei den meisten sexuellen Arten eine parthenogenetische Vermehrung der Weibchen möglich. Von einigen wenigen Arten sind gar keine Männchen bekannt. Sie pflanzen sich ausschließlich durch
Parthenogenese fort. Als Beispiel werden
Acanthoxyla-Arten aus Neuseeland aufgeführt.
Haltung
Einige im Handel befindliche Arten lassen sich unaufwendig in einfachsten Terrarien halten und vermehren. Die pflegeleichteren Arten können bei
Zimmertemperatur gehalten und mit leicht erhältlichen Futterpflanzen versorgt werden. Aber auch unter den Stabschrecken gibt es Spezialisten die besondere Lebensbedingungen benötigen und nur von erfahrenen Haltern betreut werden sollten.
Beispielarten
Literatur
- Kallas, Meyer, Schmidt, Lippe: Kleintiere im Terrarium. Haltung und Zucht wirbelloser Tiere. Landbuch Verlag, Hannover 1996.
- Siegfried Löser: Exotische Insekten, Tausendfüßer und Spinnentiere. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 1991.
- Bradler, Koch, Seiler: Phasmiden. bede-Verlag, Ruhmannsfelden 2000.
- Zompro, Oliver: Revision of the Genera of the Areolatae. Goecke & Evers Verlag, Keltern 2004.
Weblinks
- phasmidenwelt.de – umfangreiche Internetseite zum Thema Stabschrecken
- insectissima.de – Alles über die Haltung exotischer Wirbelloser im Terrarium
- Wikibookprojekt - Über Aquaristik und Terraristik von Wirbellosen
- http://www.roland-stoermer.de - DigitalFoto und Seite über Stabheuschrecken und Ameisen
Fluginsekten