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Staatswissenschaften ist die traditionelle Bezeichnung für diejenigen im weitesten Sinne sozialwissenschaftlichen Studiengänge, die auf das Verstehen und das Management des Staates bezogen sind. Aus heutiger Sicht sind dies:

Siehe auch: Allgemeine Staatslehre

Nach der Differenzierung und Professionalisierung der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre um 1850 entwickelte sich der Ausdruck Staatswissenschaft zum Überbegriff für die Nationalökonomie. Vor den Universitätsreformen der 1960er und 1970er Jahre waren Rechts- und Wirtschaftswissenschaften denn auch gerne in eine "Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät" zusammengefasst. Vom Selbstverständnis der Wirtschaftswissenschaftler her ist der Ausdruck Staatswissenschaft zumeist eine rein historische Reminiszenz.

Die einzige Universität, an der man heute in Deutschland (wieder) Staatswissenschaften studieren kann, ist die Universität Erfurt. Außerdem hat die Universität Passau zum Wintersemester 2005/06 den Bachelorstudiengang "Governance and Public Policy - Staatswissenschaften" eingeführt. In der Schweiz gibt es entsprechende Lehrgänge an der Universität Genf und der Universität St. Gallen. Eine Aktualisierung des Konzepts der Staatswissenschaften, wenn auch nicht des Ausdrucks, liegt im Begriff der Governance.

Auch die Universität der Bundeswehr München bietet seit 1988 einen Studiengang zu Staatswissenschaften an. Dieser interdisziplinäre Studiengang mit der Bezeichnung Staats- und Sozialwissenschaften vereint im Grundstudium die Fächer Öffentliches Recht, Geschichte, Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Grundlagen zu Methoden der sozialwissenschaftlichen Forschung. Im Hauptstudium wählt der Student eines der drei oben erst genannten Fächer als Hauptfach und vertieft dieses. Weiterhin kommt als neues wichtiges Nebenfach die Soziologie hinzu. Der Abschluss erfolgt durch eine Diplomprüfung und die Verleihung des Titels Diplom-Staatswissenschaftler (univ.).

Literatur


  • Wolfgang Drechsler (2001), "On the Viability of the Concept of Staatswissenschaften", European Journal of Law and Economics, vol. 12, pp. 105-111.
  • Klaus König (1970), Erkenntnisinteressen der Verwaltungswissenschaft, Berlin: Duncker & Humblot.
  • Gunnar Folke Schuppert (2003), Staatswissenschaft, Baden-Baden: Nomos.

Weblinks


Wissenschaft

 

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