Hier Fehlt ein Link auf die OECD und die englische Bezeichnung des Schlagwortes. Denn Destatis listet nur 25 Nationen diesbezüglich. Das ist für einen internationalen Vergleich zu wenig. Wenn du Infos dazu hast, bitte ergänze diese hier.
Die Staatsquote auch Staatsausgabenquote ist eine wirtschaftswissenschaftliche Kennzahl. Sie soll den Anteil der staatlichen und staatlich bedingten wirtschaftlichen Aktivität an der wirtschaftlichen Gesamtleistung einer Volkswirtschaft aufzeigen.
Die Staatsquote ist (in den meisten Fällen) definiert als das Verhältnis der Summe der Haushaltsausgaben von Bund, Ländern und Kommunen sowie der gesetzlichen Sozialsysteme (Parafisci) zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) (manchmal auch zum Bruttosozialprodukt (BSP)).
Allerdings sind alle Berechnungen stets umstritten. So legen manche Wirtschaftswissenschaftler auch das Volkseinkommen anstatt des BIP oder BSP als Maßstab an. Des Weiteren können auch die Staatseinnahmen anstatt der Staatsausgaben als Grundlagen für die Berechnungen genommen werden. Berücksichtigt man den Faktor der in Deutschland kontinuierlich zunehmenden Staatsverschuldung, so dürften jedoch die Staatsausgaben relevanter sein.
Man unterscheidet oft zwei Staatsquoten, eine im engeren Sinn und eine im weiteren Sinn. Die Staatsquote i. e. S. ist wie folgt definiert.
Die Staatsquote i. w. S. ist wie folgt definiert:
Hierbei: = Konsum; = Investitionen; = Ausgaben für Sozialtransfers und Subventionen; = Bruttoinlandsprodukt; = Zinsausgaben.
Letztere ist eigentlich keine echte Quote, da sie sich mit der privaten Ausgabenquote und der Auslandsabgabenquote nicht zu 100 % addiert. Sie wird oftmals jedoch als aussagekräftiger angesehen, da sie angibt, wie viel durch die Hand des Staates geht.
Als Quellen für die Staatsquote dient einerseits die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, andererseits die Finanzstatistik.
| Land | 2003 | 2004 |
|---|---|---|
| Belgien | 51,0 | 49,3 |
| Dänemark | 56,4 | 56,3 |
| Deutschland | 49,1 | 47,5 |
| Finnland | 50,8 | 50,7 |
| Frankreich | 54,0 | 53,7 |
| Griechenland | 48,8 | 47,5 |
| Großbritannien | 43,2 | 43,7 |
| Irland | 34,4 | 34,3 |
| Italien | 49,4 | 48,6 |
| Luxemburg | 45,1 | 46,0 |
| Niederlande | 49,0 | 48,6 |
| Österreich | 50,6 | 49,9 |
| Portugal | 47,6 | 48,4 |
| Schweden | 58,7 | 57,2 |
| Schweiz | 38,7 | 38,4 |
| Spanien | 38,6 | 39,0 |
In Japan betrugen die Ausgaben des Staates im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt 2004 etwa 38 % und in den USA etwa 34 %. (Die USA, Japan und die BRD sind die drei größten Volkwirtschaften der Welt, vgl. Triade.)
Die Frage nach dem Verhältnis von Staatsquote und Wirtschaftswachstum ist in der Wirtschaftswissenschaft nicht eindeutig zu beantworten. Berechnungen berücksichtigen oft nur wenige Faktoren, obgleich auch viele andere Elemente für eine gut funktionierende Politik und Wirtschaft von großer Wichtigkeit sind.
Offenbar ist eine gewisse Staatsquote für ein hohes Wirtschaftswachstum notwendig: Läge die Staatsquote bei 0 %, so ließen sich Marktversagen nicht mit Hilfe von Institutionen beseitigen, Sozialleistungen nicht leisten, Anarchie läge vor. Läge die Staatsquote hingegen bei 100 %, so wäre jedes individuelle ökonomische Handeln unterbunden, Despotie läge vor. Die Wahrheit liegt somit – wie so oft in der Volkswirtschaftslehre – zwischen den vorgenannten Extrempolen. Die nebenstehende Abbildung verdeutlicht die Zusammenhänge.
Steigende Staatsquoten werden durch das wagnersche Gesetz beschrieben. Einen (unbefriedigenden) Erklärungsversuch bietet die Peacock-Wiseman-Hypothese.
Das popitzsche Gesetz geht von einem Zusammenhang zwischen steigender Staatsquote und steigendem Anteil des Zentralstaats an den Gesamtstaatsausgaben aus.
Nachteil der Staatsquoten ist, dass Ausgaben mit geringer Budgetintensität nicht ausreichend erfasst werden. Bürokratieüberwälzungskosten bleiben unberücksichtigt.
Die Staatsquote in Deutschland liegt nach vorläufigen Angaben zurzeit bei 47,2 % (2005). In Deutschland wird derzeit von vielen wirtschaftsliberalen Wirtschaftswissenschaftlern gefordert, die Staatsquote zu senken, damit sich mehr ökonomische Dynamik entfalten könne. Die Staatsquote ist in den vergangenen zwei Jahren um 1,5 % gesunken.
Gewerkschaftsnahe Ökonomen fordern eine Orientierung an den skandinavischen Ländern, die zeitgleich mit einer hohen Staatsquote ein dynamischeres Wachstum aufwiesen.
Zu beachten ist, dass die verschiedenen Quoten immer in einem Gesamtzusammenhang zu sehen sind: In Deutschland ist beispielsweise die Steuerquote relativ niedrig, da die Sozialsysteme hier zum Großteil über Beiträge finanziert werden und in den skandinavischen Ländern eher über das Steuersystem. Die Staatsquote bezieht hingegen explizit die Sozialsysteme mit ein.
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