St. Veit (früher St. Veit ob Graz) ist eine Ortschaft im Stadtgebiet von Graz, im Bezirk Andritz gelegen. Der Ort liegt auf einem der Stadt Graz zugewandten Südhang auf etwa 400 m Seehöhe etwas erhöht über der Stadt.
Die ehemalige Gemeinde St. Veit wurde nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 im Zuge der Bildung von „Groß-Graz“ eingemeindet und bildet gemeinsam mit Ober- und Unterandritz heute den zwölften Stadtbezirk von Graz. Das frühere Gemeindegebiet von St. Veit ob Graz teilt sich heute in die Katastralgemeinden Graz Stadt-St. Veit (Stadtgemeinde Graz) und Gratkorn-St. Veit (Marktgemeinde Gratkorn).
Pfarrkirche St. Veit
Den Ortskern dominiert die Pfarrkirche St. Veit, die dem ehemals
Gabriach (von
slawisch gaber – „Weißbuche“) genannten Ort auch ihren Namen gab. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Pfarrkirche im Jahr
1226.
1662 wurde die Kirche in der heutigen
Renaissanceform errichtet. Entworfen wurde sie von dem
italienischen Baumeister
Domenico Sciassia, der auch die
Basilika von Mariazell errichtet hat.
1680 wurde der
barocke
Hochaltar von
Hans Adam Weißenkirchner erbaut.
1713 wurde der imposante Kirchturm errichtet (
1951 erneuert). Zuletzt wurde die Kirche
1972 und
2004 außen,
1976 und
1999 innen renoviert.
1996 wurden neue
Glocken installiert.
Ein markanter Torbogen verbindet als überdachter Übergang über die Straße hinweg den Pfarrhof und die Pfarrkirche miteinander.
Die wirtschaftlich relativ starke Pfarre St. Veit umfasst neben der eigentlichen Ortschaft St. Veit auch Weinzödl, St. Gotthard, Teile von Oberandritz und das Gemeindegebiet von Stattegg. Eine Filialkirche befindet sich in Kalkleiten.
Wirtschaft und Infrastruktur
In St. Veit bestehen heute neben der Pfarrkirche (mit Pfarrhof, Pfarrzentrum und Kirchenwirt) ein
Kindergarten und eine
Volksschule. Außer einem kleinen Nahversorger und zwei Gaststätten ist die dörfliche Wirtschaft allerdings weitgehend zum Erliegen gekommen. Im Ortsgebiet befinden sich noch einige landwirtschaftliche Betriebe mit
Viehzucht (insbesondere
Pferdezucht) und
Ackerbau (hauptsächlich für den Eigenbedarf). Die meisten Gewerbe- und Einzelhandelsbetriebe haben sich entlang der ins etwa einen Kilometer entfernte Oberandritz führenden St. Veiter Straße angesiedelt.
An den öffentlichen Verkehr ist St. Veit über die Autobuslinie 53 (führt zur zwei Kilometer entfernten Straßenbahnendhaltestelle in Unterandritz und zum Hauptbahnhof) angeschlossen.
Das ehemalige Postamt 8046 Graz-St. Veit, das unter anderem auch die gesamte Gemeinde Stattegg versorgte, wurde mit 1. Juni 2002 geschlossen. Die Postleitzahl besteht aber weiter.
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
Über St. Veit gelangt man auf die
Rannach, auf der sich ein pflanzenkundlicher
Alpengarten befindet und die ein beliebtes Naherholungsgebiet der Grazer ist. Über das Tal des
Gabriachbachs ist zu Fuß der Rielteich, ein beliebtes Ziel für Spaziergänge mit einem kleinen „Naturerlebnispark“, sehr gut zu erreichen. Am südwestlichen Rand von St. Veit befindet sich seit Mitte der
1990er-Jahre ein Neun-Loch-
Golfplatz.
Persönlichkeiten
Bekannteste Persönlichkeit des Ortes ist
Lois Steiner, der in St. Veit Volksschuldirektor war und sich insbesondere als Sammler
steirischer Volkslieder verdient gemacht hat. Nach ihm wurde auch ein kurzer Weg im Ortszentrum benannt. Ein geschätzter Gönner der örtlichen Volksschule war im
19. Jahrhundert Josef Körösi, der Gründer der nahegelegenen Maschinenfabrik Andritz (heute
Andritz AG).
Berühmtester Einwohner St. Veits ist der ehemalige steirische Landeshauptmann Josef Krainer.
Weblinks
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