St. Pantaleon ist ein frühromanischer Kirchenbau in Köln im Bereich der südlichen Altstadt. Die Kirche ist dem heiligen Pantaleon (lateinische Namensform), sowie Cosmas und Damian geweiht. Der griechische Originalname des spätantiken Märtyrers St. Pantaleon lautet Panteeleimon und bedeutet Allerbarmer. Ein Hospital ist daher wahrscheinlich schon sehr früh mit dieser Kirche assoziiert.
Unter der Kaiserin Theophanu wird das Westwerk umgebaut und nach 980 mit einem monumentalen Skulpturenzyklus an der Westfassade außen versehen. Unter einer von drei Engeln flankierten Majestas Domini standen monumentale Heiligenfiguren der Titularheiligen Cosmas und Damian und Pantaleons, sowie darunter weitere Heilige (Albanus/Quirinus und Maurinus - Zuschreibung unsicher). Der heutige Westbau ist eine Konstruktion des 10. Jahrhunderts.
Pantaleon stammte wahrscheinlich aus Kleinasien, dem Gebiet der heutigen Türkei. St. Pantaleon in Köln ist die älteste Pantaleonskirche westlich von Byzanz. Erste Reliquien wurden entweder über Aachen in der Karolingerzeit oder, wahrscheinlicher, bereits früher übertragen. Diese Beziehung zum Oströmischen Reich drückt sich auch noch in einer weiteren Tatsache aus: Kaiserin Theophanu, die Gemahlin Kaisers Otto II., liegt gemäß ihrem Wunsch in der Kirche begraben. Theophanu war die Nichte des oströmischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes - mit ihrer Vermählung mit dem Kaisers des Heiligen Römischen Reiches wurde nach Jahrhunderten des Streites eine friedvolle Koexistenz der beiden mittelalterlichen Römischen Reiche begründet. Auch der Bruder Ottos I., der Klostergründer Bruno I., Erzbischof von Köln liegt gemäß seinem Wunsch in der Krypta der Kirche begraben.
Otto I. bedachte die von ihm gegründete Klosteranlage mit vielen Schenkungen. Neben herrschaftlichem Glanz brachte Theophanu auch den Nikolauskult aus Konstantinopel mit. Sie ließ das dominante Westwerk umbauen. Um 1160 wurde die einschiffige karolingische und ottonische Saalkirche dann unter dem Abt Wolbero zu einer dreischiffigen Basilika erweitert. Im Verlaufe der hochmittelalterlichen Stadterweiterungen und Ummauerung Kölns wurde St. Pantaleon dann in des Stadtgebiet einbezogen.
Während des Spätmittelalters tat sich in der Kirche recht wenig. Andere Klöster in und um Köln wurden erheblich mehr mit Stiftungen bedacht. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde der spätgotische Lettner errichtet, welcher heute die Orgel trägt.
Die französische Besetzung Kölns 1794 brachte die Auflösung des Klosters mit sich. Die Kirche wurde zunächst Pferdestall, in der Preußenzeit nach 1815 dann evangelische Garnisonskirche. Auf dem Mittelturm wurde ein optischer Telegraph installiert, der die schnelle Übermittlung von Nachrichten von und nach Berlin ermöglichen sollte. Nachdem diese Einrichtung durch die Entwicklung der elektrischen Telegraphie nicht mehr benötigt wurde, wurde das Westwerk 1890-92 romanisch restauriert.
Nach der Entmilitarisierung des Rheinlands tauschte die evangelische Gemeinde 1922 St. Pantaleon gegen die wenige hundert Meter entfernte Kartäuserkirche mit ihren Klostergebäuden beim preußischen Staat ein. St. Pantaleon wurde danach katholische Pfarrkirche.
Der zweite Weltkrieg zerstörte das Dach, Teile der Außenmauern und einen Großteil der Inneneinrichtung. Wertvollere Teile, wie zum Beispiel die Schreine, der Hochaltar und der Lettner wurden vorher geschützt oder ausgelagert. Der Wiederaufbau versuchte weitgehend die romanische Architektur wiederherzustellen. So wurde das gewölbte Kirchenschiff wieder durch eine Flachdecke ersetzt. In dem barocken Orgelgehäuse befindet sich seit 1963 eine neue Orgel.
In der linken Seitenapsis entstand 2006 eine Heiligenkapelle für den Opus Dei-Gründer Josemaría Escrivá.
Im Kranz der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns ist St. Pantaleon nicht nur die älteste, sondern auch diejenige mit der reichsten Innenausstattung aus Vorkriegszeiten.
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"St. Pantaleon (Köln)".
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