| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Stützerbach.jpg | Karte_Ilmenau_Thueringen_in_Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Landkreis: | Ilm-Kreis |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 640 m ü. NN |
| Fläche: | 11,37 km² |
| Einwohner: | 1.656 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 146 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 98714 |
| Vorwahl: | 036784 |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 70 049 |
| Gemeindegliederung: | 1 Ortsteil |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Suhler Str. 4 98711 Schmiedefeld |
| Website: | www.stuetzerbach.de;" |
| E-Mail-Adresse: | kurverwaltung-rennsteig@web.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Frank Juffa |
| Mehrheitspartei: | SPD |
Die Vielzahl der Quellen in Stützerbachs Umgebung verbunden mit stetig wechselnden Wettereinflüssen (Reizklima) führten dazu, dass sich Stützerbach zum Kneippkurort entwickelte. Besonders Kreislauf-, Herz- und Gefäßerkrankungen, Migräne oder Durchblutungs- beziehungsweise Stoffwechselstörungen werden hier seit 1870 nach den Methoden von Sebastian Kneipp behandelt.
In Stützerbach befindet sich das größte Naturbad Thüringens. Im Jahr 1998 wurde hier ein Senioren-Wohnpark eröffnet, der älteren Bürgern die notwendige Betreuung bietet und die Vorteile der Lage des Ortes nutzt.
Bekannt wurde Stützerbach durch die Besuche Johann Wolfgang von Goethes. Als Staatsminister des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach weilte er oft in Ilmenau und dreizehnmal in Stützerbach.
Von der einst in vielen Teilen der Welt anerkannten Glasindustrie ist nach der Wende 1989/90 nur noch wenig geblieben. Ein Laborgeräte- und Messgerätehersteller wahrt die Tradition der Stützerbacher Glasmacher. Zum ersten Mal in der Welt, beziehungsweise in Deutschland, wurden in Stützerbach die Röntgenröhre, sowie die Glühlampe, ein Isoliergefäß für Thermosbehälter, das industriell gefertigte Thermometer und das uns bekannte Barometer hergestellt, sowie der Normschliff entwickelt (siehe unter "Stützerbach und die Glasindustrie"). Heute versucht sich die Gemeinde stattdessen vor allem als Kneippkurort zu etablieren.
Südlich von Stützerbach entspringt die Lengwitz, der eigentliche Quellfluss der Ilm. Nördlich des Ortes vereinigt sich diese mit den Bächen Taubach und Freibach. Von diesem Zusammenfluss ab wird das Gewässer als die Ilm bezeichnet.
Auch die Gründung der weltbekannten Jenaer Glaswerke geht auf Stützerbacher Glastradditionen zurück. Arbeitete doch 1879 Otto Schott bei der Firma Greiner & Friedrichs und betrieb Entwicklungen, um ein neuartiges, feuerfestes Glas herzustellen. Mehreren anderen Glashütten, die in Stützerbachs Umgebung entstanden, war kein dauerhafter Erfolg beschieden. Um 1910 existierten neben der erwähnten Friedrichshütte noch zwei weitere Glashütten. Nach 1945 verließen die Unternehmer Friedrichs gemeinsam mit vielen Glasbläsern die sowjetische Besatzungszone und siedelten sich in Wertheim an. Noch heute gibt es dort für mehrere Straßenzüge die Bezeichnung "Klein Ilmenau". Die Firma "Greiner und Friedrichs" wurde in Volkseigentum überführt und produzierte als "VEB Westglas" weiter.
Die Handelsbeziehungen dieses Unternehmens, die in die gesamte Welt reichten, machten den Ort über seine kulturhistorische Bedeutung hinaus bekannt. In den 1980er Jahren wurde das Stützerbacher Glaswerk Teil des "VEB Kombinat Technisches Glas Ilmenau". Nach der Wende verlor es mit dem Niedergang der Ilmenauer Glasindustrie gänzlich an Bedeutung und wurde 1995 schließlich durch die Treuhandanstalt abgerissen. Neben der Glasherstellung spielte im Ort die Weiterverarbeitung eine große Rolle. In Heimarbeit wurden von Glasbläsern Schmuck- und Gebrauchsartikel gefertigt. Früh schon suchten die Stützerbacher nach neuen Märkten. Franz Ferdinand Greiner entwickelte hier 1830 im heutigem Gasthaus und Hotel "Zum Deutschen Kaiser" gemeinsam mit Wilhelm Berkes das erste industriell zu fertigende Thermometer Deutschlands und machte den Ort zu einem damaligen Zentrum der Thermometerindustrie. Seine aufblühende Firma stellte 64 verschiedenen Sorten von Aerometern und Thermometern sowie weitere physikalische und technische Instrumente her. Mundglasblaeser074a.jpg Da er ohne Nachkommen verstarb, übernahm sein Schwiegersohn Reimann mit wenig Erfolg die Firma. 1870 meldete er somit Konkurs an. Der Geschäftsführer der Unternehmens von Franz Ferdinand Greiner, Ephraim Greiner gründete im Gundlachschen Haus eine eigene Firma. Daneben existierten noch einige kleinere Werkstätten. 1862 gründeten Otto Friedrichs, der älteste Sohn des Glashüttenbesitzers Ferdinand Friedrichs I. und Wilhelm Greiner die Glasinstrumentenfabrik Greiner & Friedrichs in Stützerbach. Auch die Stützerbacher Hütten wandten sich der Herstellung von Laborglasgeräten zu und belieferten u.a. Justus von Liebig und die Jenaer Universität. In der DDR schlossen sich die Glasbläser in einer PGH zusammen, deren Produktionsräume sich in der o.g. Gasinstrumentenfabrik befanden. Später ging die Genossenschaft in den "VEB Kombinat Technisches Glas Ilmenau" ein. Nach 1990 wurde auch diese Produktion eingestellt. 1991 wurde von den Nachkommen der Unternehmerfamilie Friedrichs eine neue Firma im Ort gegründet.
Nachdem in den neunziger Jahren das alte Glaswerk Stützerbach fast vollständig abgerissen wurde, entstand 1992 aus der alten Produktionshalle für Mikroliterspritzen, die Firma ILS – Innovative Laborsysteme Stützerbach. Das Unternehmen mit ca. 20 Mitarbeitern ist der einzige Hersteller für Mikroliterspritzen in Deutschland überhaupt. Ende der neunziger Jahre wurde dann die Ruine des alten Pförtnerhauses, welches auch noch von den Abrissarbeiten verschont blieb, durch eine neue Halle mit dem alten Gebäude verbunden um mehr Platz für neue Maschinen zu schaffen. 2006 wird außerdem eine weitere Halle errichtet.
Am 3. August 1776 schrieb Goethe ein kleines Gedicht, das später unter "Einschränkungen" veröffentlicht wurde.
Die wildreiche Gegend lockte die Herren des Weimarer Hofes häufig in den Ort, wo sie in Ermangelung einer geeigneten Unterkunft (das Jagdschloss Dianenburg auf dem Schlossberg war wegen Baufälligkeit bereits abgerissen), bei reichen Bürgern nächtigten. Sie kamen im Hause Gundlachs unter, hielten sich aber auch beim Kaufmann Johann Elias Glaser in der Auerhahnstr. 12 auf. Beide Häuser existieren heute noch, in ersterem befindet sich das Goethemuseum. Toll war das Treiben der beiden Herren, die bis in die Nacht im Gasthaus "Zum weißen Roß" mit den Bauernmädels tanzten und, so Goethe in seinem Tagebuch, "liederliche Wirtschaft trieben". Das Gasthaus konnte nicht erhalten werden, es befand sich auf dem Gelände des heutigen Senioren-Wohnparks.
Anlässlich einer 1783 zu Ehren des Herzogs von Kurland gegebenen Jagd im Gebiet zwischen Ilmenau-Manebach und Stützerbach wurde als standesgemäße Unterkunft das "Große Gabelbachhaus", heute ebenfalls Goethemuseum, unterhalb des Kickelhahns erbaut. Im Finsteren Loch, im oberen Schortetal fand ein Jagdlager statt, das Goethe in seinem Gedicht Ilmenau poetisch verarbeitete.
Der große Bruch des mittleren Freibachteiches in der Nacht des 9. Mai 1739 verwüstete die Bergwerksanlagen und brachte so den Bergbau für Jahrzehnte zum Erliegen.
Auf den Wanderwegen rund um Stützerbach wurden Quellläufe eingefasst und in Arm- oder Beinbecken geleitet. Das erfrischend klare Wasser, verbunden mit dem Reizklima und den Wandermöglichkeiten ermöglichte die Heilbehandlung nach dem Kneippschen Prinzip. Zusätzlich stand eine Wassertretanlage im Ort zur Verfügung.
Durch Stützerbach verläuft der 124 km lange Ilmradweg.
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