Stéphane Mallarmé (* 18. März 1842 in Paris als Étienne Mallarmé, † 9. September 1898 in Valvin, Vulaines-sur-Seine, nahe Fontainebleau) war ein französischer Schriftsteller. Seine Gedichte gelten als Hauptwerke des Symbolismus, er gilt mit Rimbaud und Baudelaire als einer der wichtigsten Wegbereiter der modernen Lyrik.
In einer persönlichen und künstlerischen Krise begann er 1864 sein "Lebensprojekt" Hérodiade, in dem er in einer Bearbeitung des biblischen Salome-Stoffs die Suche nach der Reinheit und Schönheit der Dichtung thematisiert. Sein langes, schließlich 110 Alexandriner umfassendes Gedicht L'après-midi d'un faune schrieb er ab 1865 in der Hoffnung, es im Théâtre Français in Paris zur Aufführung kommen zu lassen, was jedoch abgelehnt wurde. 1866 konnte er erstmals zehn Gedichte in der Zeitschrift Le Parnasse Comtemporain des wichtigen Dichterkreises der Parnassiens um Théophile Gautier veröffentlichen, dessen Auffassung von Literatur er zunächst teilte. Zu seinen Bekannten zählten Leconte de Lisle und José-Maria de Heredia. Er zog mehrmals um: 1866 nach Besançon, wo er eine Korrespondenz mit Paul Verlaine begann, und 1867 nach Avignon, von wo aus er mit der Veröffentlichung seiner Prosagedichte begann.
Im Juli 1871 wurde sein Sohn Anatole in Sens geboren. Kurz darauf gelang Mallarmé der lange ersehnte Wechsel aus der Provinz in die Hauptstadt Paris. In dieser Zeit arbeitete er u. a. an Übersetzungen der Werke Edgar Allan Poes. 1872 lernte er den jungen Dichter Arthur Rimbaud kennen, und ab 1873 setzte er sich verstärkt mit dem Impressionismus auseinander, angeregt durch seine Freundschaft mit dem Maler Édouard Manet. Auch Émile Zola lernte er durch Manet kennen. 1874 gab er ohne Erfolg einige Nummern der Zeitschrift La dernière Mode heraus, deren einziger Redakteur er war. Vorher mehrmals von Verlegern abgelehnt, erschien 1876 eine Ausgabe von L'après-midi d'un faune mit Illustrationen Manets.
Seit 1877 veranstaltete Mallarmé seine bald schon legendären Mardis (Dienstagstreffen), bei denen er jahrelang junge Dichter wie Émile Verhaeren, Maurice Maeterlinck, Oscar Wilde, Joris-Karl Huysmans, Paul Valéry, André Gide, W. B. Yeats, Rainer Maria Rilke und Stefan George in seiner Wohnung in der Rue de Rome empfing. 1878 lernte er Victor Hugo kennen.
1879 starb sein Sohn Anatole im Kindesalter. 1883 wurde Mallarmés Werk durch Verlaines Poètes maudits einer größeren Öffentlichkeit nähergebracht. Von 1884 bis 1889 verband ihn eine Freundschaft und Liebesbeziehung mit Méry Laurent. 1886 veröffentlichte er sein erstes Gedicht ohne Satzzeichen, M'introduire dans ton histoire, und wurde im gleichen Jahr nach Verlaines Tod zum Prince des Poètes gewählt. Nach seiner Pensionierung zog er 1894 nach Valvin um, wo er einige Jahre an verschiedenen literarischen und theoretischen Projekten arbeitete und 1898 starb. Er wurde auf dem Friedhof von Samoreau (Hauts-de-Seine) begraben.
Durch die Lektüre Hegels kam Mallarmé zur Auffassung, dass, wenn „der Himmel tot“ sei, das Nichts der Ausgangspunkt des Schönen und Idealen sein müsse. Zu dieser Philosophie gehörte seiner Meinung nach eine in Rhythmus, Satzbau und Wortschatz neuartige Poesie. Über das L’art pour l’art der Dichter um Gautier hinausgehend sieht er in der poetischen Sprache einer poésie pure (reinen Dichtung) die einzige Möglichkeit, zu reinen Ideen vorzudringen. Die wirklichkeitsnahe beschreibende Lyrik des Realismus lehnte Mallarmé ab, vielmehr betrachtete er die Suggestion als Grundlage der neuen Poesie.
Portrait of Stéphane Mallarmé (Manet).jpg: Stéphane Mallarmé]]
Als Symbolismus bezeichnet, ähnelte seine Auffassung von Literatur dem Impressionismus in der bildenden Kunst. Aufgrund der extremen Ausprägung der suggestiven Sprache in Mallarmés Werk wurde er auch als „der Symbolistischste der Symbolisten“ bezeichnet. Als Erneuerer der französischen Lyrik hält Mallarmés Einfluss bis heute an. Seine Zweifel an der herkömmlichen Funktion von Sprache machten ihn zum Wegbereiter der modernen Lyrik. Viele seiner Ideen wurden später von Vertretern des Dadaismus, Surrealismus, Futurismus und Dekonstruktivismus (zum Beispiel Jacques Derrida) wieder aufgegriffen.
Durch den oft absichtlich unklaren Stil und die subtile Beziehung von Schrift, Klang und Bedeutung gilt sein Werk als schwer übersetzbar. Beim lauten Lesen werden Assoziationen und Bedeutungen hörbar, die in der Schriftform nicht offensichtlich sind, zum Beispiel können die Worte „ses purs ongles“ („ihre reinen Nägel“) beim Hören als „c’est pur son“ („das ist reiner Klang“) aufgefasst werden.
Nicht zuletzt die klangliche, musikalische Qualität der Sprache Mallarmés inspirierte bedeutende Komponisten zu Vertonungen seiner Werke. Ein Hauptwerk des musikalischen Impressionismus ist Claude Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune für Orchester (1894), von dem Mallarmé begeistert war und das 1912 auch Wazlaw Fomitsch Nischinski als Grundlage seines für die Ballets Russes choreographierten Balletts L’après-midi d’un faune diente. Claude Debussy, Maurice Ravel, Darius Milhaud, Pierre Boulez und weitere Komponisten vertonten Gedichte Mallarmés als Lieder. Zu späten Werken, wie dem als eine Wortpartitur angelegtem Poem Un coup de dés und dem Fragment gebliebenen Igitur gibt es bemerkenswerte, rein musikalische Annäherungen und Anverwandlungen von Michael Denhoff.
Außerdem zahlreiche literaturtheoretische Artikel. Posthum erschienen u. a. Poésies (1899), Pour un tombeau d'Anatole (1962) sowie Briefe (1959-1971).
Mann | Franzose | Geboren 1842 | Gestorben 1898 | Autor | Symbolismus (Literatur) | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Französisch) | Lyrik | Salonière
Стефан Маларме | Stéphane Mallarmé | Stéphane Mallarmé | Stéphane Mallarmé | Stéphane Mallarmé | Stéphane Mallarmé | Stéphane Mallarmé | Stéphane Mallarmé | ステファヌ・マラルメ | მალარმე, სტეფან | Stefans Malarmē | Stéphane Mallarmé | Stéphane Mallarmé | Stéphane Mallarmé | Малларме, Стефан | Stéphane Mallarmé
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Stéphane Mallarmé".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world