100_1421.jpg Rekord-Spritze.jpg Als Spritze bezeichnet man ein medizinisches Instrument, das zur Verabreichung (Injektion) von flüssigen Medikamenten – sogenannten Injektabilia – verwendet wird. Umgangssprachlich wird der Begriff Spritze auch für den Vorgang der Injektion selbst verwendet ("Er hat eine Spritze bekommen." statt "Er hat eine Injektion bekommen.").
Nach dem Ort der Verabreichung wird unterschieden zwischen
Injektionen wirken im Allgemeinen schneller und besser als oral gegebene Medikamente, da sie auf dem Weg zum Wirkort weniger physiologische Schranken überwinden müssen. Demgegenüber steht das Infektionsrisiko durch Eintrag von Bakterien in den Körper und andere Risiken, die je nach Injektionsweg zu beachten sind.
Auch die intramuskuläre Injektion bei normal großen und schweren Patienten ist nicht besonders schwierig, wird aber meist von geschultem Personal ausgeführt, da sie mit größeren Risiken behaftet ist. Es können schmerzhafte Verletzungen der Knochenhaut auftreten, oder eine versehentliche intravenöse oder intraarterielle Injektion. In bestimmten Situationen ist die intramuskuläre Injektion kontraindiziert, beispielsweise bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Störungen der Blutgerinnung. Stoffmengen bis zu 20 ml können verabreicht werden. Oft wird der intramuskuläre Weg gewählt, wenn ein schneller Wirkungseintritt gewünscht ist, oder eine orale Verabreichung nicht in Frage kommt. Häufig intramuskulär gegebene Mittel sind Schmerzmittel und Kortikoide. Hauptzugangspunkt, insbesondere bei Impfungen, ist der Deltamuskel.
Die intravenöse Injektion ist technisch schwieriger, wenn zuerst eine Venenpunktion durchgeführt werden muss. Ist bereits ein venöser Zugang vorhanden, beispielsweise eine Venenverweilkanüle, wird sie gegenüber der intramuskulären Injektion bevorzugt. Vorteile sind ein besonders schneller Wirkungseintritt und die Möglichkeit, größere Mengen an Flüssigkeit zu verabreichen. Allerdings liegt darin auch ein Risiko, da manche Medikamente bei schneller Verabreichung Nebenwirkungen haben, die sonst selten sind. Weitere Risiken liegen in der Embolisierung von Blutgefäßen und vasovagalen Reaktionen („Kreislaufkollaps“).
Bei der intracutanen Injektion wird das Medikament direkt unter die Hautoberfläche in die Lederhaut (Cutis/Korium) injiziert, z. B. zur Allergie- und Tuberkulosediagnose.
Bei der intraartikulären Injektion wird das Medikament direkt in ein Gelenk injiziert.
Bei der Intraperitoneal-Injektion wird das Medikament in die Bauchhöhle injiziert.
Bei der Intrapulmonal-Injektion wird das Medikament in die Lunge injiziert.
Bei der Intraossär-Injektion wird das Medikament in den Knochen injiziert.
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