sperrenskizze.jpg Ein Sprengschacht ist ein in die Straße eingelassenes Bauwerk, das es den NATO-Truppen im Kalten Krieg erlauben sollte, den Vormarsch starker militärischer Verbände des Warschauer Pakts zu bremsen. Vor allem im Bereich des Fulda Gap wurden solche Schächte in viele Straßen eingelassen. Heute werden diese Schächte immer mehr zurückgebaut, da deren Unterhalt auf die Dauer zu teuer wird.
Meist wurden drei, in kurzen Abständen hintereinanderliegende Schächte verwandt. Seltener arbeitete man mit zwei bzw. vier bis sechs Schächten hintereinander. Beim Bau solcher Schächte wurde darauf geachtet, dass durch die Detonation der Ladung ein Vormarsch der feindlichen Truppen möglichst stark verzögert wird, die benachbarte Infrastruktur, wie etwa die Kanalisation, möglichst wenig in Mitleidenschaft gezogen wird.
Der Explosionskrater einer solchen Sprengung sollte ein etwa doppelt so breites wie tiefes Loch erzeugen. Als Maßgabe galt, dass ein solcher Krater so gestaltet werden sollte, dass ein Panzer nicht einfach hindurch fahren konnte. Im Krater selbst sollten Minen gelegt werden, ebenso wie in der näheren Umgebung, um eine Umfahrung zu verhindern.
Entgegen der Annahme der Öffentlichkeit waren diese Schächte nicht mit Sprengstoff bestückt. Hätte sich ein Ernstfall angekündigt, so hätten Pioniere die vorgesehenen Ladungen aus den so genannten Sperrmittelhäusern (Depotbunkern) geholt und diese in die Schächte versenkt.
Die Lage der Sprengschächte war artilleristisch vermessen, um die wartenden Gegner direkt unter Beschuss nehmen zu können.
Die Annahme, dass für jeden Schacht eine bestimmte Menge Sprengstoff vorgesehen war, ist nicht ganz korrekt. Die Tiefe des Schachtes, die Art des umgebenden Gesteins, sowie die gewünschte Trichtergröße spielten eine Rolle bei der Berechnung der Sprengkraft.
Die bei solchen Analysen gewonnenen Ergebnisse wurden in einem Sperrheft hinterlegt. Als effektive Faustformel galt 100 kg je laufendem Meter Straße.
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