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Die Sprachtypologie ist ein System (eigentlich mehrere solcher Systeme) zur Klassifizierung von Sprachen anhand grammatischer Merkmale. Die typologische Klassifikation unterscheidet sich von der genetischen Klassifikation, welche Sprachen nach primären etymologischen Ursprüngen, das heißt nach ihren Ursprachen, in Sprachfamilien einordnet, und von der geographischen Klassifikation, welche Sprachen nach geographischen Kriterien in Sprachbünden gruppiert.
Eine typologische Klasse wird Sprachtyp genannt.

Es bestehen verschiedene Ansätze zur Sprachtypologie.

Morphologische Sprachtypologie


Zu den frühesten Typologien gehört die von August Wilhelm Schlegel und Wilhelm von Humboldt. Sie teilten die Sprachen aufgrund morphologischer Kriterien in synthetische und analytische Sprachen ein.

Die Arbeit der beiden Sprachforscher stieß auf Kritik, weil sie chauvinistisch die flektierenden Sprachen, zu denen auch das Deutsche gehört, als weiterentwickelt einstufte und verschiedene theoretische Mängel aufwies.

Wortstellungstypologie


Ein neuerer Ansatz ist die Universalienforschung von Joseph H. Greenberg, die nach allgemein auftretenden Strukturgesetzmäßigkeiten in den Sprachen der Welt sucht. Ein Beispiel hierfür ist die Wortstellungstypologie, die auf syntaktischen Kriterien beruht. Es klassifiziert Sprachen nach der Reihenfolge von Subjekt, Objekt und Verb im Satz. Den jeweiligen dieser Sprachtypen einer Klasse nennt man häufig auch einfach nur selbst "Typ der Sprache":

In fast allen Sprachen geht allerdings das Subjekt dem Objekt voraus, so dass die folgenden drei Typen nur sehr vereinzelt auftreten:

Beim Deutschen und Niederländischen wird diese Klassifikation dadurch erschwert, dass das Verb oft in mehrere Teile über den Satz verteilt wird, und Subjekt wie Objekt auch dazwischen platziert werden können, beispielsweise: "Im Wald habe ich einen Fuchs gesehen". Diese Sprachen werden daher häufig als V2-Sprachen klassifiziert, da sich das gebeugte Verb (unabhängig von der Position von Subjekt und Objekt) in jedem Fall an der zweiten Stelle eines Hauptsatzes befindet. Häufiger wird allerdings die im Nebensatz verwendete Reihenfolge als Grundwortstellung angenommen, in diesem Beispiel also "dass ich im Wald einen Fuchs gesehen habe". In der Nebensatz-Stellung nimmt das Subjekt eine feste Position ein und die einzelnen Teile des Verbs können nicht voneinander getrennt werden, so dass das Deutsche dementsprechend als SOV klassifiziert werden kann.

Einige Sprachen, insbesondere stark flektierende, bereiten bei der Einordnung in dieses System besondere Probleme, da sie im Grunde jede beliebige Reihenfolge von Verb und Objekt zulassen. Beispiele sind Latein und die polnische Sprache.

Relationale Typologie


Die relationale Typologie bezieht für ihre Klassifizierung die Umsetzung grammatischer Relationen ein (Siehe Aktiv-, Ergativ- und Nominativsprachen).

Phonologische Sprachtypologie


Je nach Forschungsinteresse kann man typologischen Betrachtungen Kriterien aus allen Teildisziplinen der Linguistik zu Grunde legen. Aus phonologischer Perspektive kann man Sprachen beispielsweise in akzentzählende beziehungsweise silbenzählende einteilen. Siehe auch: Sprechrhythmus.

Siehe auch


Weblink


Linguistik

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