article

Eine Sprachstörung oder ein Sprachfehler ist eine Störung der gedanklichen Erzeugung von Sprache. Im Gegensatz dazu ist bei der Sprechstörung primär die motorische Erzeugung von Lauten betroffen.

Von einem Sprachfehler oder einer Sprachstörung ist immer der Gesamtablauf einer Sprache einer Person betroffen. Sprachaufbau und Sprachvermögen sind beeinträchtigt. Sprachfehler sind nicht mit Sprechfehlern zu verwechseln, bei denen nur die Laut- und Stimmbildung gestört sind.

Klassifikation


Es sind folgende Arten von Sprachstörungen zu unterscheiden:

Einteilung der Sprachfehler und Sprachstörungen (nach Kainz, Jussen und Heese):

Vollständiges Ausbleiben der Sprachentwicklung


Dies ist natürlich die gravierendste Sprachstörung überhaupt. Taubstummheit (Surdomutitas) ist eine Folge angeborener oder erworbener Gehörlosigkeit, Hirnschäden können ebenfalls zu Stummheit führen.

Gehemmte Sprachentwicklung


Unter Dysgrammatismus versteht man die Unfähigkeit, Sätze nach den Regeln der Grammatik und Syntax richtig zu bilden. Fehler der Wortbeugung (z.B. ein schön Mädchen) und Fehler der Wortstellung im Satz (z.B. Ich heim gehe bald) sind Zeichen einer dysgrammatischen Sprachstörung. Fehlt die Fähigkeit, sich grammatikalisch korrekt auszudrücken, gänzlich, spricht man von Agrammatismus.

In Folge einer allgemeinen geistigen und körperlichen Entwicklungsverzögerung kann beim Kind auch die Sprachentwicklung verzögert sein. Als Ursachen gelten Geburtstraumata, Schädigungen im prä-, peri- und postnatalen Stadium sowie Schädigungen psychischer Art (Milieudefekte).

Von Sprachverlust oder Aphasie ist dann die Rede, wenn die Fähigkeit Sprache zu gebrauchen oder zu verstehen ursprünglich vorhanden war und dann ganz oder teilweise durch ein neurologisches Ereignis verloren ging; dabei ist Sprachverlust eigentlich eine falsche Bezeichnung, denn die Sprache selbst ist erworben aber nicht mehr in vollem Maße anwendbar (alle oder einzelne Modalitäten und linguistische Ebenen können betroffen sein). Das kann durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, Tumoren, Hirnentzündungen oder Hirntraumata geschehen. Ist das Sprachvermögen nur zum Teil gestört, spricht man von Entwicklungsdysphasie.

Mit Sprachverlust gehen u.U. auch Beeinträchtigungen oder Ausfälle der Lesefähigkeit (Dyslexie oder Alexie), Schreibfähigkeit (Dysgraphie oder Agraphie) und Rechenfähigkeit (Dyskalkulie oder Akalkulie) einher.

Man unterscheidet vier Formen der Aphasie (so genannte Standardsyndrome):

  • Broca-Aphasie: Trotz weitgehend funktionierendem Sprachverständnis ist die Sprachproduktion gestört. Telegrammstil als markantes Kennzeichen (Agrammatismus).
  • Wernicke-Aphasie: Hier ist bei weitgehend erhaltener Sprachproduktionsfähigkeit das Sprachverständnis gestört. Kreation von Satzverschränkungen, Neologismen, endlosen und inhaltslosen Reden (Logorrhoe), sowie fehlendem Störungsbewußtsein.
  • Amnestische Aphasie: Die Wortfindung ist gestört (Wortfindungsstörungen - WFS), Sprachproduktionsfähigkeit und Sprachverständnis sind vorhanden.
  • Globale Aphasie: Darunter versteht man eine das Sprachverständnis und die Sprachproduktion gleichermaßen umfassende, weit ausgreifende Störung.

Neben diesen werden noch die Formen der Nicht-Standard-Syndrome unterschieden:

  • Leitungs-Aphasie
  • Transkortikale Aphasie (Transkortikal-motorische Aphasie und Transkortikal-sensorische Aphasie)
  • nicht klassifizierbare Aphasie
  • Rest-Aphasie

Bei einem hohen Prozentsatz der Aphasiker geht die Erkrankung mit einer Einseitenlähmung einher (Hemiparese). --84.144.160.101 16:34, 3. Jun 2006 (CEST) siehe auch: Sprache

language disorder | language disturbance | trouble de langage

Neurologie | Psychische Störung | Klinische Linguistik | Logopädie

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Sprachstörung".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld