Die 1936 erschienene Schrift „Sprache, Wahrheit und Logik (Language, Truth and Logic)“ von Alfred Jules Ayer behandelt eine Reihe zentraler philosophischer Fragenkomplexe auf der Grundlage des logischen Empirismus. Das Werk gilt bis heute als eine seiner bedeutendesten Programmschriften. Im Mittelpunkt steht die Kritik an der Metaphysik, die die Regeln des sinnvollen Sprachgebrauchs missachte.
Ayers Hauptstoßrichtung zielt auf die Eigenschaft metaphysischer Aussagen. Er unterscheidet zwischen Sätzen, Aussagen und Propositionen. Eine Aussage ist das, „was Sätze ausdrücken“ (14), das Gemeinsame zweier ineinander übersetzbarer Sätze (11f.). Aussagen können sinnvoll oder sinnlos sein. Propositionen sind sinnvolle Aussagen. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich zumindest grundsätzlich verifizieren lassen. Diese Eigenschaft können analytische und empirische Aussagen aufweisen. Das Verifikationsprinzip lässt sich nach Ayer wie folgt definieren:
Analytische Propositionen beziehen sich „auf die Struktur der Sprache“ (92) und ihre durch Konvention überkommenen Regeln. Empirische Propositionen haben „eine wirkliche oder mögliche Wahrnehmung“ zum Inhalt (17) und sind daher zumindest prinzipiell verifizierbar. Metaphysische Aussagen stellen nun nach Ayer weder analytische noch empirische Propositionen dar. Sie geben vor, dass sie „sich auf eine die Grenzen aller möglichen Sinneserfahrung transzendierende ‚Realität’“ beziehen (42). Ayer bestreitet nicht, dass sich metaphysische Aussagen auf innere Gefühle beziehen können; der Bezug auf ein „transzendentes Seiendes“ mache aber ihre Verifikation grundsätzlich unmöglich:
Für Ayer ist der psychologische Grund metaphysischer Aussagen in dem „Aberglauben“ zu suchen, „jedem Wort oder jeder Wendung, die das grammatische Subjekt eines Satzes sein kann, müssse irgendwo ein wirklich Seiendes entsprechen“ (55). Ayer nennt als Beispiele den Begriff des „Nichts“ und die Wirklichkeit von „Allgemeinbegriffen“ (55). Das von Ayer angebotene Therapiemittel stellt die logische Analyse der Sätze dar. Diese habe die „Umwandlung von Sätzen über materielle Dinge in Sätze über Wahrnehmungsinhalte“ zum Ziel (83). So sei z.B. „das Symbol ‚Tisch’ in Begriffen von bestimmten Symbolen definierbar *, die für Wahrnehmungsinhalte stehen – nicht ausdrücklich zwar, doch in ihrer Verwendung“ (82).
Logische und mathematische Aussagen haben nach Ayer den Status notwendiger und allgemeingültiger Wahrheit, da sie durch keine sinnliche Erfahrung widerlegt werden können. Ayer führt diese „Notwendigkeit“ gewissermaßen auf psychologische Gründe zurück:
Empirische Propositionen sind nach Ayer stets hypothetisch; sie können niemals „als notwendig und allgemeingültig erwiesen werden“ (94). Eine Ausnahme stellen die sog. „Basispropositionen“ dar. Sie sind dadurch charakterisiert, „dass sie sich ausschließlich auf einen einzigen Efahrungsinhalt beziehen“ (15). Sie werden eben durch das „Auftreten der Erfahrung, auf die allein sie sich beziehen“ verifiziert.
In Bezug auf ethische Fragestellungen vertritt Ayer einen Emotivismus. Moralische Sätze lassen sich demnach weder als analytische noch als empirische Propositionen verstehen. Sie dienen vielmehr dem Ausdruck von Gefühlen oder von Einstellungen des Sprechers und sollen bei anderen Gefühle hervorrufen, um so Handlungen auszulösen:
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