Die Initiative Violett-Weiß ist ein Zusammenschluss von Anhängern des Salzburger Fußballvereins „Austria Salzburg“. Sie gründete sich im Anschluss an die Übernahme des Vereins durch Red Bull und die Umbenennung in Red Bull Salzburg.
Als Reaktion auf die traditionsfeindliche Umgestaltung des Vereins von Seiten des neuen Eigentümers gründeten Fans die Initiative Violett-Weiß, deren Ziel zunächst der Erhalt der violett-weißen Vereinstradition war. Agiert wurde dabei auf mehreren Ebenen: Einerseits wurde mit Verantwortlichen des Vereins verhandelt, andererseits wurden Aktionen wie die friedliche Stürmung und Besetzung des Platzes während eines Freundschaftsspiels durchgeführt.
Die Gespräche scheiterten endgültig, als Red Bull als einzigen Kompromiss eine violette Kapitänsschleife, auf den Trikots lediglich ein kleines violettes Logo des Sponsors Adidas und violette Stutzen für den Torwart anbot. Im Laufe der ersten Hälfte der Saison 2005/06 spaltete sich das Fanlager der Austria in traditionelle violette Fans und neue Red Bull Fans. Protestspruchbänder, -gesänge, weiterhin violette Choreographien und die von den Fans weiterhin getragenen violetten Trikots und Schals waren ebenfalls Ausdruck der Ablehnung von Red Bull und Dietrich Mateschitz.
Während der Gespräche, verstärkt aber nach deren Scheitern, kam es zu diversen Zwischenfällen zwischen den traditionsbewussten Fans und der Führung von Red Bull Salzburg. Für weitere Aufregung sorgte die Umwandlung des Fansektors von einem Steh- in einem Sitzplatzsektor und pauschal ausgesprochene Stadionverbote gegen vermeintliche Randalierer aus violetten Fan-Kreisen, die jedoch zum Teil wieder rückgängig gemacht wurden.
Der neue Verein hat bereits mehr als 800 Mitglieder und eine große Anhängerschaft. Um möglichst schnell in den Spielbetrieb einsteigen zu können, wurden Verhandlungen mit PSV Schwarz-Weiß Salzburg geführt, die vorerst zu einer Spielgemeinschaft führten. Das erste Ligaspiel des PSV SW Salzburg in den violett-weißen Trikots, welche die Vereinswappen beider Vereine trugen, fand am 8. April gegen Eugendorf statt. Zum Ende der Saison wurde jedoch die Kooperation von Seiten des PSV-Gesamtvereins in einer umstrittenen PSV-Generalversammlung wieder beendet. Daraufhin begann die neue Austria in der Saison 2006/07 als komplett eigenständiger Verein in der untersten Spielklasse, 2. Klasse Nord.
Die Vereinsneugründung als letzter Schritt des Protests hat seine Vorläufer in England. Bereits bei ähnlichen Fällen in London, wo der AFC Wimbledon als Reaktion auf den Umzug des Wimbledon FC gegründet wurde, und Manchester (nach dem Kauf von Manchester United durch Malcolm Glazer kulminierten die Proteste im neuen Verein FC United of Manchester) konnten die neuen Vereine über einen längeren Zeitraum hinweg ihre Anhänger binden.
Insgesamt haben sich Anhänger aller österreichischen Erstligisten mit Spruchbändern und Choreographien mit der Initiative Violett-Weiß soldidarisiert, ebenso die Fans der meisten Zweitligisten. Auch in Deutschland haben die Fans vieler Bundesligisten ihre Solidarität bekundet, zum Teil auch die Kurven in den unteren Ligen. Insgesamt handelt es sich um 23 Fußball-Fanklubs aus Österreich und 53 aus Europa, die ihre Solidarität mit der Initiative erklärt haben. Ein derartiger Zusammenschluss und -halt unter den Fans ist in der österreichischen und europäischen Fußballgeschichte neu. Auch prominente Fußballer und Trainer wie Hans Krankl, Paul Scharner, Toni Pfeffer, Ernst Dospel und Herbert Prohaska unterstützen die Initiative der violetten Fans.
Auch diverse Fernsehsender wie das ZDF oder arte dokumentierten im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 verstärkt die Tätigkeiten der Initiative Violett-Weiß und die Gründung des neuen Vereins, um über den Umgang der Fußballfans mit der Kommerzialisierung ihres Sports zu informieren.
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