Sportschießen oder auch Schießsport ist international der sportliche Umgang mit Schusswaffen oder Bogenwaffen (Armbrust, Bogen). Sportliches Schießen bedeutet Schießen nach bestimmten Regeln, die Waffe wird dabei - entgegen ihrer ursprünglichen militärischen Bedeutung als Schusswaffe - als Sportgerät verwendet, ähnlich wie der Speer beim Speerwerfen oder der Degen beim Fechten.
Das deutsche Waffenrecht, welches durch das „Gesetz zur Neuregelung des Waffenrechts“ (WaffRNezRegG) zum 1. April 2003 grundlegend geändert wurde, regelt ebenfalls die besondere Qualifizierung der Aufsichtspersonen für das Training mit Jugendlichen. Beim Bogenschießen gibt es keine Alterseinschränkung.
Seit der Jahrtausendwende kommen immer mehr elektronische Messverfahren auf den Markt. Infrarot-Lichtschranken ergeben ein feines Netz, das den Durchtritt eines Geschosses mit hoher Auflösung und Genauigkeit bestimmt. Diese Messung ist deutlich präziser, als sich eine herkömmliche Papierscheibe drucken lässt und unabhängig von jeglicher Witterungsart.
Nach Vorgabe des Veranstalters können Sonderformen von Wettkämpfen in einem so genannten „Offenen Wettkampf“ geschossen werden. Hierbei ist dann auch die Mischung von männlichen und weiblichen Teilnehmern in einer Mannschaft möglich.
Die Deutsche Schießsport Union (DSU) hat ihren Schwerpunkt im Großkaliberbereich. Weitere Dachverbände sind in Deutschland: der Bund Deutscher Sportschützen (BDS) und der Bund der Militär- und Polizeischützen (BDMP).
In den Sportstatistiken liegen die Verbände der Sportschützen mit ihren Mitgliederzahlen seit Jahren regelmäßig auf dem dritten oder vierten Platz, sowohl auf Bundesebene, wie auf Landesebenen und Kreisebenen, hinter dem Fußball, den Turnern und der Leichtathletik. In der öffentlichen Aufmerksamkeit bei Presse, Funk und Fernsehen kommt das jedoch nicht zum Tragen. Da wird das Sportschießen eher als „Randsportart“ betrachtet, da es prinzipbedingt weniger medienwirksam ist (Ausnahme: Biathlon).
Nach den Befreiungskriegen (1815) setzte ein Aufschwung im Vereinswesen ein, von dem auch der Schießsport profitierte. Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg wurden alle Schützenvereine in Deutschland offiziell von den Siegermächten England, Frankreich, der Sowjetunion und den USA verboten und erst in den folgenden Jahren in der jungen Bundesrepublik wieder erlaubt. Erst ab Mitte des 20. Jahrhundert fing man allerdings an, das Schießen als echte (moderne) Sportart zu begreifen und entsprechend einzelne Disziplinen umzugestalten. Zum Beispiel wurde bis dahin noch auf lebende Tauben geschossen (später Tontauben, heute Wurfscheiben genannt), was z.B. in den USA mit zur Ausrottung einer ganzen Taubenart führte.
Wohl aus dem Grunde, dass der Begründer der Spiele der Neuzeit, Pierre de Coubertin, ein begeisterter Pistolenschütze war, war das Sportschießen bereits 1896 in Athen eine der olympischen Disziplinen. Auf dem Programm standen fünf Wettbewerbe, vor allem mit Militärwaffen. Mit Ausnahme von St. Louis 1904 und Amsterdam 1928, war das sportliche Schießen immer Bestandteil des olympischen Programms.
Die Frauen nehmen seit Los Angeles 1984 in getrennten Wettbewerben teil, früher konnten sie (ab 1968) in die „Männer-Teams“ integriert werden.
Insbesondere die Erlaubnis zur Wiedergründung des Deutschen Schützenbundes 1951, der bereits 1861 in Gotha gegründet worden war, sorgte in Deutschland für einen erneuten Aufschwung im Schießsport. In der Folge wurden ab Mitte der 1950er-Jahren auf Kreis-, Bezirks- und Landesebenen die Strukturen für eine moderne Sportorganisation geschaffen.
Für Wettkämpfe nach den Regeln des Deutschen Schützenbundes gibt es zur Angleichung an das Leistungsvermögen so genannte Wettkampfklassen. Als Berechnungszeitraum gilt das Sportjahr.
| Wettkampfklassen | - bgcolor="#FFFFFF" | Schülerklasse | unterteilt in männlich/weiblich: unter 14 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Jugendklasse | unterteilt in männlich/weiblich: 15 - 16 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Juniorenklasse B | unterteilt in männlich/weiblich: 17 - 18 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Juniorenklasse A | unterteilt in männlich/weiblich: 19 - 20 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Schützenklasse | nur Männer: 21 - 45 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Damenklasse | nur Frauen: 21 - 45 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Altersklasse | nur Männer: 46 - 55 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Damenaltersklasse | nur Frauen: 46 - 55 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Seniorenklasse | nur Männer: ab 56 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Seniorinnenklasse | nur Frauen: ab 56 Jahre |
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| Schülerklassen in den Bogenwettbewerben (unterhalb Landesverbände) | - bgcolor="#FFFFFF" | Schülerklasse A | unterteilt in männlich/weiblich: 13 - 14 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Schülerklasse B | unterteilt in männlich/weiblich: 11 - 12 Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Schülerklasse C | unterteilt in männlich/weiblich: unter 11 Jahre |
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Internationale Wettkämpfe werden in der Regel in der leistungsstärksten Wettkampfklasse, der Schützenklasse und der Damenklasse (21 - 45 Jahre), durchgeführt.
Die Seniorenklasse wird auf unteren Verbandsebenen auch weiter unterteilt,
Kleinkaliberwaffen dürfen mit schriftlicher Zustimmung der Erziehungsberechtigten ab 14 Jahre, sonstige „scharfe“ Waffen erst ab 16 Jahren geschossen werden. Ab da ist die Alterseinteilung wie bei den Luftdruckwaffen.
Körperbehinderte können grundsätzlich ebenfalls an allen Schießsportdisziplinen teilnehmen. Hierfür sind im Regelwerk des Deutschen Schützenbundes verschiedene Sonderregeln eingeführt worden. So dürfen einige Körperbehinderte zum Beispiel Wettkämpfe auch im Sitzen durchführen.
Vereine können zu Wettkämpfen außer Einzelschützen auch Mannschaften melden. Diese bestehen in der Regel aus drei Teilnehmern einer Altersstufe, getrennt nach männlichen und weiblichen Teilnehmern. Vereine nehmen nicht als Ganzes an Wettkämpfen teil, sondern mit diesen Einzelschützen oder Mannschaften. Dabei kann es vorkommen, dass innerhalb eines Vereines die Wettkämpfer, je nach Leistungsstärke, sowohl in Kreis- oder Bezirksklassen oder auch in Landesligen oder der Bundesliga starten.
Für die Wettkämpfe gibt es, zusätzlich zur Alterseinteilung, eine Klasseneinteilung, in der mit unterschiedlichen Mannschaftsstärken an Wettkämpfen teilgenommen wird. Einige Verbände (z.B. Hessen und Bayern) haben aus historischen Gründen statt der Bezirksklasse/-liga eine Gauklasse/-liga.
| Klasseneinteilung | - bgcolor="#FFFFFF" | 2. Kreisklasse | 3er-Mannschaften | - bgcolor="#FFFFFF" | 1. Kreisklasse | 3er-Mannschaften | - bgcolor="#FFFFFF" | 3. Bezirksklasse | 3er-Mannschaften | - bgcolor="#FFFFFF" | 2. Bezirksklasse | 3er-Mannschaften | - bgcolor="#FFFFFF" | 1. Bezirksklasse | 3er-Mannschaften | - bgcolor="#FFFFFF" | Kreisliga | 5er-Mannschaften | - bgcolor="#FFFFFF" | Bezirksliga | 5er-Mannschaften | - bgcolor="#FFFFFF" | Bezirksoberliga | 5er-Mannschaften | - bgcolor="#FFFFFF" | Verbandsliga | 5er-Mannschaften | - bgcolor="#FFFFFF" | Regionalligen | 5er-Mannschaften | - bgcolor="#FFFFFF" | Bundesliga | 5er-Mannschaften |
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Obwohl sowohl Bogen- als auch Schusswaffen lebensgefährliche Verletzungen verursachen können, ist Sportschießen ein eher ungefährlicher Sport, da der Schießbetrieb nur auf zugelassenen Schießständen und nur unter ständiger Aufsicht stattfinden darf.
Sowohl Luftgewehr als auch Luftpistole, sind für viele der Anfang für das sportliche Schießen. Schießstände für Luftdruckwaffen sind in vielen Orten vorhanden und leicht einzurichten, müssen jedoch von einem offiziellen Schießstand-Sachverständigen abgenommen werden. Anders als bei den „Schießbudengewehren“ auf dem Jahrmarkt, wird bei Luftdruckwaffen nicht mit Kugeln, sondern mit so genannten Diabolos mit 4,5 mm Durchmesser geschossen, die eine geradere Flugbahn und ein sauberes Einschussloch gewährleisten.
Die Auswertung der Schießergebnisse wird heute in der Regel mit elektronischen Auswertemaschinen vorgenommen, die bis auf 1/100 mm genau auswerten können. Insbesondere im Finale größerer Wettkämpfe werden auch die Zehntel eines Ringes zum Ergebnis hinzu addiert. Statt der sonst üblichen „einfachen Zehn“ kann mit einer elektronischen Auswertung bis zu „10,9“ erreicht werden, was einem Schuss entspricht, der im absoluten Mittelpunkt des Ringspiegels liegt.
Das größte Angebot für das sportliche Schießen besteht im Bereich der „Feuerwaffen“. Beim Sportschießen werden in der Regel keine „Gebrauchswaffen“ verwendet, sondern speziell entwickelte Sportwaffen. Die Spitzenathleten benutzen hochgezüchtete Sportwaffen, wie die Schnellfeuerpistole, die Freie Pistole oder das Kleinkalibergewehr der Biathleten und die Bögen der Bogenschützen.
Ebenfalls großer Beliebtheit erfreut sich auch das Großkaliberschießen mit Kurz- und Langwaffen welches überwiegend vom BDS betrieben wird. Auch dort sind die gleichen Voraussetzungen an Mensch und Technik gestellt wie beim Luftgewehr-Schießen- Die Tatsache, daß Waffen im Großkaliber-Bereich um einiges lauter sind kontert der Schütze hierbei selbstverständlich per Gehörschutz, Alles in Allem ist aber trotzdem noch die "Angst vor dem Schuß/Knall" zu überwinden, was einem sauberen Auslösen des Schußes oft im Weg steht... Geschossen werden beim GK-Sport sowohl Revolver alsauch Pistolen und im Langwaffenbereich geht die Bandbreite beim Einzellader-Gewehr loß und Hört beim Selbstlade-Gewehr auf. Bei den Langwaffendisziplinen ist es hierbei oft möglich über eine geschlossene (Diopter) oder offene (Kimme&Korn) Visierung zu schießen. Eine typische Distanz für Kurzwaffen-Disziplinen ist 25m während bei den Langwaffen oft 100m das minimum sind und sich das Spektrum bis zu 300m hochschraubt.
Damit finden grundsätzlich alle für die Schusswaffen geltenden Regelungen auch auf die Armbrust Anwendung, insbesondere aber die Sicherheitsbestimmungen beim Schießen.
Der Gesetzgeber hat jedoch den Begriff „Schießen“ etwas eigenwillig definiert: (Es schießt), „wer mit einer Schusswaffe Geschosse durch einen Lauf verschießt, Kartuschenmunition abschießt, mit Patronen- oder Kartuschenmunition Reiz- oder andere Wirkstoffe verschießt oder pyrotechnische Munition verschießt.“ Waffenrechtlich wird mit der Armbrust also gar nicht geschossen.
Da eine Armbrust aber eine Waffe ist (sie ist ja den Schusswaffen gleichgestellt), darf sie von Jugendlichen unter 18 Jahren nur unter fachkundiger Aufsicht genutzt werden, gemäß § 2 Abs. 1 WaffG „Umgang mit Waffen oder Munition“. Eine Altersuntergrenze gibt es dabei jedoch nicht.
International hat man sich in den letzten Jahrzehnten bemüht, die Disziplinen so zu modifizieren, dass sie ihren ursprünglich militärischen bzw. waidmännischen Charakter verlieren. Beste Beispiele sind die ehemalige Disziplinen „Keilerschießen“, „Tontaubenschießen“ und „Schnellfeuer“ (noch früher Duell). Der Keiler wurde durch normale runde Scheiben ersetzt - und heißt heute „Laufende Scheibe“, die Tontaube heißt heute Wurfscheibe und die Schnellfeuerscheiben sind mittlerweile ebenfalls rund und haben ihr stilisiertes menschliches Aussehen verloren. Alle drei Disziplinen sind olympisch.
Große internationale Wettkämpfe, einschließlich der Olympischen Spiele, werden mit Ausnahme von Wurfscheiben Skeet und Wurfscheiben Trap, nur mit kleinkalibrigen Waffen oder Luftdruckwaffen durchgeführt.
Des Weiteren kann man die Disziplinen in dynamische und statische Disziplinen einteilen. Der Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass bei dynamischen Disziplinen die Ziele oft beweglich sind, und nur innerhalb eines Zeitfenster getroffen werden dürfen. Besonders in großkalibrigen Disziplinen, aber nicht bei denen des DSB, sind beim dynamischen Schießen oft auch Standortveränderungen vorgeschrieben, und die Geschwindigkeit zur Schussabgabe wird mit bewertet.
Die Regeln für alle nachfolgend angegebenen olympischen Schießdisziplinen gelten in der gleichen Weise für alle nationalen Olympischen Komitees, die mit ihren Sportlern an den Olympischen Spielen im Schießsport teilnehmen. Trefferaufnahme-Bogenschießen.jpg
Zumindest zeitweise Olympische Disziplinen waren/sind:KK-liegend.jpg
In der Disziplin „Luftgewehr Dreistellungskampf“ (wie KK-Dreistellungskampf) schießen nur Jugendliche bis zu einem Alter von einschließlich 15 Jahren. Hier werden lediglich 10 Schuss (Schülerklasse) bzw. 20 Schuss (Jugendklasse) pro Disziplin geschossen.
Weitere Disziplinen sind:
Da aber der Schießsport auch von vielen Menschen ausgeübt wird, die berufsmäßig mit Waffen zu tun haben (Polizisten, Militär) gibt es auch noch etliche Disziplinen, die deutliche Anleihen aus diesen Bereichen zeigen. Beispiele hierfür sind „Westernschießen“ und „praktische Flinte“, die in Deutschland vom Bund der Militär- und Polizeischützen und dem Bund Deutscher Sportschützen angeboten werden. In der Regel werden viele dieser Disziplinen, trotz ihrer Popularität (vor allem in den USA) und internationaler Wettkämpfe, nicht von den Nationalen Olympischen Komitees gefördert. Dies soll den Schießsport weiter vom Gedanken der „Wehrertüchtigung“ fern halten.
Großkaliber-Disziplinen mit Standortänderungen sind nicht im Wettkampfkatalog des Deutschen Schützenbundes enthalten.
In zwei Wettkampfteilen werden 2x30 Schuss abgegeben. Im ersten Teil, dem „Langsamlauf“ bewegt sich die Scheibe in fünf Sekunden über eine Breite von 10 Metern, dieser Bereich wird „Schneise“ genannt und nur dort ist die Scheibe sichtbar. Beim zweiten Teil, dem „Schnelllauf“, ist die Scheibe doppelt so schnell, bewältigt also die Strecke in 2,5 Sekunden. Hat der Schütze innerhalb dieser Zeit keinen Schuss abgegeben so wird eine Null gewertet. Zu Beginn ist die Scheibe auf der rechten Seite und läuft dann nach links, der so genannte „Linkslauf“, beim nächsten Schuss folgt der „Rechtslauf“. Zu Beginn des Schießens nimmt der Schütze die Waffe in den Hüftanschlag. Sie darf erst in die Schulter gehoben werden, wenn die Scheibe sichtbar wird.
Zusätzlich zum Normalprogramm gibt es noch das „Mix-Programm“, auch hier werden 2 Durchgänge geschossen, allerdings weiß der Schütze vor dem Schuss nicht ob die Scheibe 5 oder 2,5 Sekunden zu sehen ist und muss so individuell reagieren.
Später ging man dazu über, auch mit dem Luftgewehr „Laufende Scheibe“ zu schießen. Der Vorteil liegt im geringeren Platzbedarf und Stände sind schnell einzurichten. Die Entfernung beträgt nur noch 10 Meter und die Schneise ist zwei Meter breit. Die Disziplin „Laufende Scheibe Luftgewehr“ ist auch hier die einzige, bei der auf dem Luftgewehr eine Zielhilfe in Form eines Fernrohres erlaubt ist.
Es gibt folgende Disziplinen:
Wie der Name schon sagt, ist der Zimmerstutzen zum Schießen (auch) in geschlossenen Räumen bestimmt. Während der kalten Jahreszeit zog sich der begüterte Schütze (der sich ein großkalibriges Sportgewehr, einen so genannten Feuerstutzen, leisten konnte) in den geheizten Ballsaal seines Schützenhauses zurück, um mit dem Zimmerstutzen für die nächste Wettkampfsaison zu trainieren. Wer sich keinen Feuerstutzen leisten konnte und daher vom Verein des begüterten Schützen als Mitglied erst gar nicht aufgenommen wurde, war Mitglied eines Schützenvereins, der (wenn überhaupt) nur über eine Anlage für das Schießen mit dem Zimmerstutzen verfügte. Gab es auch diese Schießanlage nicht, schoss man in einer Gaststätte im Nebenzimmer oder auf der Kegelbahn. Noch heute gibt es Schützenvereine, die sich "Zimmerschützengesellschaft" o.ä. nennen, auch wenn sie inzwischen eine moderne Schießanlage ihr Eigen nennen und ihre Mitglieder Gaststätten nur noch zur Versorgung mit Zielwasser aufsuchen. Das sportliche Schießen mit dem Luftgewehr übrigens kam erst in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf, davor wurden Luftgewehre als (im Sinne des Wortes) Kinderspielzeug betrachtet.
Von der technischen Seite her betrachtet ist ein Zimmerstutzen ein Gewehr mit gezogenem Lauf, der jedoch, bedingt durch die Art der Munition (siehe unten) nur zwischen 15 und 30 Zentimeter lang ist. Dieser Lauf ist (um eine ausreichende Visierlinie zu erreichen) in ein Trägerrohr eingebracht, auf dem auch die vordere Visiereinrichtung befestigt ist. Der Lauf ist wegen des geringen Antriebs des Geschosses nicht länger, als zu dessen Drallstabilisierung notwendig, damit die abgefeuerte Kugel nicht durch die Reibung im Lauf mehr als nötig abgebremst wird. Bei frühen Zimmerstutzen befindet sich der kurze Lauf meist im vorderen Teil des Trägerrohrs und wird mittels einer ausschwenkbaren Klappe, dem so genannten Ladelöffel, geladen. Grund hierfür ist einerseits, dass oft Feuerstutzen mit "ausgeschossenen" (= abgenutzten) Läufen durch Ausbohren und Einlöten des kleinkalibrigen Läufchens zu Zimmerstutzen umgebaut wurden, andererseits sollte die Waffe natürlich wie ein "richtiges" Gewehr aussehen und sich auch so anfühlen. Die Entfernung zwischen der hinten liegenden Abzugsmechanik und dem am vorderen Ende der Waffe angebrachten Lauf wurde mitunter durch einen halbmeterlangen Schlagbolzen überbrückt, der sich im ursprünglichen Lauf der Waffe (der nunmehr als Trägerrohr diente) oder auch seitlich außerhalb befand. Spätere Zimmerstutzen sind technisch meist weitgehend mit einem Kleinkalibergewehr identisch; der kurze Lauf befindet sich am hinteren Ende des ansonsten leeren Trägerrohrs. In Serie gefertigt wurden Zimmerstutzen zuletzt nur noch bei der Firma Anschütz in Ulm; auch dieser Hersteller hat die Produktion dieser Waffen jedoch mittlerweile eingestellt.
Die Munition besteht normalerweise aus einer losen Blei-Rundkugel mit einem Kaliber (Durchmesser ) von 4,4 bis 4,65 Millimetern, wobei das genaue Kaliber durch eine zusätzliche "Nummer" angegeben wird, die auf dem Lauf (oder vielmehr dem Trägerrohr) eingeschlagen ist. 4,4 mm misst die Kugel "Nummer 7"; die Kugel "Nummer 12" hat einen Durchmesser von 4,65 Millimetern (der Grund für die Kalibervielfalt dürfte sein, dass die Zimmerstutzenläufchen früher nicht mit der heute möglichen Präzision gefertigt werden konnten). Ferner gehört zum Schießen eine winzige Hülse mit Randfeuerzündung, jedoch ohne Pulverladung, die hinter der Kugel in den Lauf eingelegt wird (es gibt auch Hülsen mit eingepresster Kugel und Schützen, die die Kugeln zuhause in die Hülsen drücken). Beim Schuss wird die Kugel mangels Pulverladung allein von der explodierenden Zündmasse durch den Lauf getrieben. Hierdurch bedingt ist die Schusspräzision eines Zimmerstutzens meist erheblich schlechter als bei einem modernen Match- Luftgewehr, weil sich bei der winzigen Menge des Treibmittels Abweichungen um so stärker auswirken. Mancher Schütze bedient sich daher (mitunter geheimnisvoller) Mittelchen zum Einsalben der Kugeln, um die Schusspräzision zu verbessern; das Einölen der Kugeln vor dem Verschießen ist allgemein üblich. Interessant ist schließlich, dass in den letzten 20 Jahren die Hersteller von Match- Luft- und Kleinkalibergewehren die Idee des kurzen Laufes wieder aufgegriffen haben, wenn auch mit anderer Begründung: Je kürzer die Zeit sei, in der sich das Geschoss im Lauf befindet, desto weniger Zeit habe der Schütze, den Schuss zu verwackeln.
Die „aufgelegten“ Disziplinen sind mit der Ausgabe 2005/06 der Sportordnung des DSB, gültig ab 29. April 2005 als Teil 9, in das offizielle Regelwerk des Deutschen Schützenbundes aufgenommen worden. Die Regeln bei Wettkämpfen wurden von den normalen Freihand-Wettbewerben adaptiert. Auf Bundesebene hatte der Deutsche Schützenbund 2003 als „Krücke“ eine so genannte „Seniorenmeisterschaft“ eingeführt, die einer Deutschen Meisterschaft entsprach. An diesem Wettkampf durften allerdings nur Schützen/Schützinnen ab 56 Jahre teilnehmen. Im Jahr 2006 werden die ersten Deutschen Meisterschaften nach den neuen Regeln in der Sportordnung durchgeführt, jedoch ebenfalls nur für Schützen / Schützinnen ab dem 56. Lebensjahr.
Beim aufgelegten Schießen werden Serien mit 30 Schuss geschossen. Da die Schießleistungen im oberen Bereich sehr eng beieinander liegen (300 Ringe bei 30 Schuss = 30 mal die „Zehn“ sind keine Seltenheit), wird hier nur noch elektronisch ausgewertet.
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