Spionage ist die Auskundschaftung und Erlangung fremder Geheimnisse oder geschützten Wissens durch Wirtschaftsunternehmen oder Staaten. Die erlangten Informationen werden dann im eigenen wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Machtbereich verwendet. Annähernd sämtliche Nationen bedienen sich der Spionage, um andere Staaten (unabhängig der feindseligen oder freundlichen Einstellung zum eigenen Staat) auszuspionieren. Die übliche Staatenpraxis ist jedoch, diese durchaus völkerrechtlich anerkannte Rechtswidrigkeit (unfreundlicher Akt) zu leugnen.
Spionage aus wirtschaftlichen Gründen wird als Industrie- oder Wirtschaftsspionage bezeichnet; Wirtschaftsunternehmen, die Spionage betreiben, erlangen einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber Konkurrenten, da sie etwa fremde Forschungsergebnisse ausnutzen können, ohne dass eine eigenständige Forschungsarbeit erfolgen müsste.
Im Kalten Krieg kam es zu einer erheblichen gegenseitigen Spionage zwischen den USA und ihren Verbündeten einerseits sowie der Sowjetunion und der Volksrepublik China und deren Alliierten auf der anderen Seite. Insbesondere die Geheimnisse um den Bau von Nuklearwaffen waren dabei Gegenstand der Spionage.
Informationssammlungen mit nachrichtendienstlichen Mitteln werden nach dem Zusammenbruch des Ostblocks vor allem auf die Bekämpfung der Proliferation, des illegalen Drogenhandels und des Terrorismus gerichtet.
Wer ist Wer in der Spionagewelt?
Bundesrepublik Deutschland
Geheimdienstkoordinatoren der Bundesregierung
Siehe Geheimdienstkoordinator
BND
= Bekannte hauptberufliche Mitarbeiter
=
Verfassungsschutzbehörden
= Bekannte hauptberufliche Mitarbeiter
=
= Spione
=
= Spitzel
=
»Auch wenn ein Spitzel denunziert, so ist er doch von der Figur des Denunzianten zu unterscheiden: Ein Spitzel nutzt nicht nur Gelegenheiten aus, er hat den Auftrag, sie aktiv herzustellen. Und so steht selbst der Verräter noch über ihm. Zwar verrät auch ein Spitzel, doch im Unterschied zum Verräter hat er nie die Sache oder politischen Ziele und Träume geteilt, für die Menschen sich einsetzen (…). Ein Spitzel besitzt auch nicht den Hauch einer Souveränität, wie sie vielleicht ein Agent oder Spion im Sold einer ausländischen Staatsmacht beanspruchen kann.« (Aus: Spitzel. Eine kleine Sozialgeschichte)
Wolfgang Frenz
Militärischer Abschirmdienst MAD
= Bekannte hauptberufliche Mitarbeiter
=
Deutsche Demokratische Republik
Bekannte hauptberufliche Mitarbeiter
Spione
Nach Erkenntnissen der
Birthler-Behörde nach Auswertung der
Rosenholz-Dateien waren zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der DDR in der Bundesrepublik rund 1500 Spione der Stasi aktiv. Insgesamt habe das
MfS rund 6000
Inoffizielle Mitarbeiter (IM) in der BRD eingesetzt.
Östliche und westliche Dienste pflegten einen verschiedenen Sprachgebrauch. In Ost-Diensten wurde ausschließlich Kundschafter des Friedens als Begriff für Agenten verwendet. Als Spione wurden Agenten der Gegenseite bezeichnet.
Der Spionageverdacht konnte nicht erwiesen werden
Westliche Geheimdienste
MI6,
National Security Agency (NSA),
CIA
Großbritannien
USA
= Spione
=
Geheimdienste der ehemaligen Ostblockstaaten
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
= Spione
=
Tschechoslowakische Sozialistische Republik
= Spione
=
Ungarn
= Spione
=
Geheimdienste sonstiger Staaten
Israel
Kuba
Österreich
Historische Spione
Bis 1933
1933 bis 1945
Literarische Spione und ihre Autoren
Als Agent versteht man im
Spionageroman einen Spion, der Geheimnisse, besonders militärischer Art, bei einem Gegner auskundschaftet. Im „Kalten Krieg" hatten Agenten ihre Blütezeit innerhalb des Kriminalromans.
Siehe auch
Literatur
- Caus Arndt: Die Herausgabe von Stasi-Unterlagen Prominenter, in: NJW 2004, S. 3157 ff.
Gesamtdarstellungen
- Clifford Stoll: Kuckucksei: Die Jagd auf die deutschen Hacker, die das Pentagon knackten.. Fischer Taschenbücher, ISBN 3-596-13984-8
- Knopp: Top-Spione. Verräter im Geheimen Krieg. C. Bertelsmann Verlag, München 1994
Deutsch-Deutsche Spionage
Gesamtdarstellungen
Einzeldarstellungen
= Markus Wolf
=
- Markus Wolf: Spionagechef im geheimen Krieg. ISBN 3548365892
Spionage in der Innenpolitik
- Markus Mohr, Klaus Viehmann (Hrsg.): Spitzel. Eine kleine Sozialgeschichte. Assoziation A, Berlin, Hamburg 2004
Weblinks
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